Naja, so kontrovers ist die Diskussion doch gar nicht! (bis auf ein paar Ausnahmen) Ich habe den Film bislang auch nicht gesehen - und dabei wird es bleiben. Mal abgesehen davon, ob die dargestellte Szenerie tatsächlich den historischen Tatsachen entspricht, oder ob die Bibel nur ein erfolgreicher Roman ist, der sich zufälligerweise zum Bestseller entwickelt hat - was sehen wir in diesem Film?
Nach Allem, was ich dazu bislang gelesen habe zeigt er die Sicht des Herrn Gibson auf das damalige Geschehen - weiter "nichts". Es gibt hundertschlagmichtodtausend Bibelforscher weltweit, jeweils mit einer, wenn auch vielleicht nur in Details, anderen Sicht auf die Ereignisse. Es gibt Hunderte Millionen Gläubige, die für sich jeder ein eigenes Bild davon im Kopf haben. Warum sollte also ausgerechnet Herr Gibson mit seiner Darstellung Recht haben?
Nach 2000 Jahren Bibel, unzähligen Um-, Neu- und Ausformulierungen kann der wirkliche historisch exakte Hergang m. E. nicht mehr dargestellt werden. Hier sehe ich eine Schwäche des Films. Obwohl nicht erwiesen ist, dass es so und nicht anders war, könnte der Zuschauer durch die brutale Detailtreue versucht sein diesen Film als 1:1 Kopie der historischen Wahrheit zu betrachten. Das ist er mit Sicherheit nicht!
Überdies soll der Film so blutig sein, dass ich ihm schon aus diesem Grund einzig aufklärerische Ambitionen abspreche. (Ich kann mit 100-fach Zoom zeigen, wie ein Nagel im Fleisch eines Mannes verschwindet, ich kann die selbe Szene aber auch subtiler darstellen - m. E. ist der Effekt der gleiche. Der Zuschauer weiss, dass dieser Mensch einen Nagel in der Hand hat. Das Blut und die Brutalität dieses Filmes sind zur Darstellung der Geschehnisse nicht notwendig!)
Fazit: Schaut ihn euch an, wenn ihr es mögt, betrachtet den Film aber als einen, das wurde hier schon richtig gesagt, Film und nicht als die Wahrheit.