Beiträge von mumpel

    Auch bei uns gibt es Mitarbeiter, die weit über 400 Überstunden vor sich herschieben.


    Jetzt kann man aber nicht einfach so beliebige Leute vom Arbeitsmarkt holen und zwecks Überstundenabbau auf eine Betriebszentrale setzen. Da kommt man noch nicht einmal als Eisenbahner ohne Erfahrung als Fahrdienstleiter hin. Mal ganz abgesehen von der MPU. Und bei der örtlichen Prüfung für die BZ fallen einige beim ersten Mal durch. Die Anforderungen sind sehr hoch.


    Und irgendwann sind die Überstunden abgebaut. Dann muss man die, die man zwecks Überstundenabbau eingestellt hat, wieder entlassen oder man hat sie dauerhaft an der Backe. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das unsinnig.

    Im TV steht das ja nicht. Das ist eine interne Vereinbarung. Und aufgrund der hohen Steuern lohnt eine Auszahlung derzeit nicht wirklich. Und für mich persönlich kommt das Langzeitkonto nicht in Frage (nicht vererbbar, und weniger Rentenpunkte bei vorzeitigem "Ruhestand"), auch anderen Kollegen rate ich vom Langzeitkonto ab.

    Früher durften wir uns Überstunden auszahlen lassen. Das geschah meist separat, um Steuern zu sparen. Heute ist die Auszahlung nicht mehr möglich, BR und Gewerkschaft wollen das nicht. Man könnte ja so Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Aber was ist denn aus den neu geschaffenen Arbeitsplätzen geworden? Die Überstunden zu einem vernünftigen Stundenlohn (z.B. 25% über Normallohn), steuergünstig und zeitnah auszahlen, und das Problem "Überstunden" wäre gelöst. Damit wäre für die Mitarbeiter auch ein neuer Anreiz geschaffen, nicht immer nein zu sagen.

    Das war einmal möglich. Da kam dann der Chef oder die Polizei (in der DDR war das die Trapo) mit einem Dienstbefehl. Heute bestimmt der Arbeitnehmer ob er freiwillig aus dem Urlaub kommt oder ob er den Urlaub verschiebt (Der Urlaub wird immer im Oktober des Vorjahres geplant. Einige machen Urlaub im Ausland. Und da kostet schon das Telefongespräch einiges [ab der Grenze zahlt der Kunde, nicht der Anrufer]). In besonderen Fällen macht man das auch gerne. Aber wenn das ständig vorkommt wird selbst der hartgesottenste Eisenbahner demotiviert.

    Zitat

    Original geschrieben von iStephan
    [...] die sich in einem von Standort zu Standort sehr differierenden Betriebshandbuch ("Örtliche Richtlinien" ) widerspiegelt . Und diese Besonderheiten sind dermaßen sicherheitsrelevant, dass die Einarbeitung 3 Monate dauert [...]


    Aha einer vom Fach. ;) Und die Prüfung in einer Betriebszentrale (BZ) dauert insgesamt 16 Stunden. Nicht jeder will sich das antun. Schon gar nicht für nur 100,- Euro netto mehr im Monat.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    [...] Man(n) muss auch 25% Krankenstand in so einem Unternehmen intern punktuell ausgleichen können [...]


    Das ist aber nicht so einfach, schon gar nicht in der Urlaubszeit. Und aus dem Urlaub geholt werden dürfen wir nicht (Tarifvertrag). Des Weiteren sind wir (die Mitarbeiter) für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes verantwortlich. Wenn gegen das AZG verstoßen wird und dabei etwas passiert, dann fragt uns keiner mehr weshalb wir gegen das AZG verstoßen haben. Da zählt nur dass wir verstoßen haben, Motto "Sie hätten nein sagen müssen". Man kann unmöglich Arbeitnehmer "auf Halte" haben. Schließlich hängen Menschenleben an unserer Arbeit, und das sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen.

    Zitat

    Original geschrieben von Niederrheiner
    [...] weil der sein Fleisch vom regionalen Bauern bezieht [...]


    Und woher kommt das Futter? Was bekommen die Tiere? Kommen die Tiere wirklich alle aus Deutschland (hier geboren)? Es kann nicht alles aus dem eigenen Land kommen, dafür sind wir zu viele Menschen.