Beiträge von mumpel

    Meines Wissens hängt die Strecke aber an einem ESTW. Und auf einem ESTW gibt es fast nichts was nicht vom Störungs- und Protokolldrucker oder (moderner) von der "automatischen Dokumentation" erfasst wird. Wäre das bei Bad Aibling der Fall gewesen müsste man nicht wochenlang ermitteln, sondern hätte innerhalb kurzer Zeit eine Auswertung.

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    Original geschrieben von sailing2capeside
    (...) Der Fluglotse hat die Ampelsteuerung überlistet: (...)


    Bei uns gibt es weder Fluglotsen noch Ampeln. Und das Signalsystem (Stellwerk) kann man nicht einfach mal abschalten. Das wäre nämlich garnicht zulässig. Und überlisten geht schon garnicht.

    Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    (...) Wie es zu DDR-Zeiten war,weiß ich nicht (...)


    Unsere Techniker hatten die besseren Ideen. Bei uns war es leichter etwas einzuführen. Leider entsprach die Bauart (vermutlich) nicht den "westlichen Normen", weshalb sie mal "eben schnell" verboten wurden. Merwürdigerweise entsprach unsere Stellwerkstechnik (eine Mischung aus mechanischen Weichen und elektrischen Signalen) auch nicht den "westlichen Normen", durfte aber trotzdem weiter genutzt werden.


    Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    (...) nur zur meiner Verwunderung sind sehr viele Bahnübergänge in den ehemaligen Staaten des Ostblocks überhaupt nicht gesichert (...)


    Die DDR war kein Ostblock. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    (...) "Rot" hätte doch den Unfall (wahrscheinlich) verhindert (...)


    Nicht unbedingt. Sobald sich ein Zug in der Annäherungsstrecke befindet und somit hinter dem Signal ist es zu spät. Bis der Lokführer informiert ist und reagieren kann vergehen viele Sekunden, und dann ist der Bremsweg einfach zu kurz.



    Vieles ist auch der Bürokratie geschuldet. Bei uns zu DDR-Zeiten gab es auf meinem Stellwerk Vollabhängigkeit bei den Schranken. Solange die Schranken offen waren ging kein Signal auf Fahrt. Stand das Signal ging die Schranke nicht auf. Man konnte zwar die Schranke auch noch von Hand öffnen (war eine Kombination aus Schrankenkurbel und Motorbetrieb), aber da viel sofort das Signal ein. Mit der Wiedervereinigung kam das EBA und hat diese Anlage verboten. Jetzt (vor 5 Jahren) ist das EBA dahintergekommen dass die Vollabhängigkeit doch ihren Sinn hat. Jetzt soll sie wiederkommen.

    Du meinst Signale. Frag mal das Eisenbahnbundesamt was mit den "Schutzsignalen" für Bahnübergänge passiert ist. Früher waren automatische Schranken mal mit Signalen geschützt. Die nützen aber auch nichts wenn ein Fahrzeug liegengeblieben ist und die Schranken trotzdem ordnungsgemäß geschlossen sind.


    Wieder sicherer machen könnte man Bahnübergängen wenn man wieder Signale setzt und die Annäherungsstrecke verlängert. Zusätzlich Bodensensoren im Straßenbelag einbauen und, wie z.B. in Oberstaufen, Radaranlagen aufstellen. Ein Notschalter am Schrankenhäuschen könnte zusätzlichen Schutz bieten. Mit ETCS könnte man noch viel mehr machen, aber bis das deutschlandweit eingeführt ist vergeht noch viel Zeit.


    Noch besser wäre natürlich die Abschaffung der Bahnübergänge, Unterführungen oder Brücken aufbauen. Aber das will ja wieder niemand bezahlen.

    Wenn der Zug gerade in einem Funkloch steckt oder das GSM-R ausfällt kann das durchaus passieren. Normalerweise sollte das nicht so lange dauern. Wenn wir mit unserem GSM-R-Gerät einen Notruf absetzen müssen dauert der Rufaufbau mehrere Sekunden.