Die Art wie sich die Bachelor-Note zusammen setzt ist der Knackpunkt.
Ich bin nach dem Abi in ein IuK-Studium an der FH eingestiegen. Im ersten Semester ging es dann direkt los mit Mathe,Physik, Elektrotechnik + 4 andere Fächer. Im zweiten Semester natürlich jeweils der zweite Teil und im dritten Semester der Nachfolger.
Da man aber für Klausuren in Semester 4 und aufwärts alle Klausuren aus den Semestern 1-2 bestanden haben musste, hat man sich natürlich nicht getraut Klausuren nach hinten zu schieben. Bei 7 Klausuren pro Semester, kann man sowieso nicht viel nach hinten schieben, da sich dann eine schöne Bugwelle aufbaut.
Also hat man direkt im ersten Semester alle Klausuren geschrieben, ohne noch den Hauch einer Ahnung von den Fächern und dem Vorgehen im Studium zu haben.
Das führt dann dazu, dass (bei mir zumindest) in den Semestern 1-2 die Noten ziemlich dreckig sind. Da habe ich mir einige 4er geholt, über die ich im 5. Semester gelacht habe, weil die Aufgaben so einfach sind.
Im alten Diplom hätte man jetzt den Vorteil gehabt, dass nach dem Vordiplom der Durchschnitt wieder auf 0 gesetzt wird und nur die Noten vom Hauptstudium zählen.
Nicht so beim Bachelor, ALLE Noten des Studiums ergeben den Durchschnitt. Ich habe mich durch ziemlich viele 2er und einige 1er in den Semestern 4-6 noch auf einen Schnitt von 2.3 gebracht.
Bei der alten Diplom-Regel hätte ich einen 1.3er Schnitt gehabt.
Nach dem Studium hat man dann die Wahl:
Geht man Arbeiten, muss man in Vorstellungsgesprächen dem Gegenüber erklären, warum man im Vergleich zu Diplomern so schlecht ist.
Möchte man einen Master machen, liegt die Mindestnote bei 2.5, da ist man durch zwei schlechte Anfangssemester schnell raus.
Weiterhin haben, zumindest Ende 07/Anfang 08 diverse FHs/Unis versucht sich als "Elite" so profilieren.
Als ich mich mit meiner 2.3er nach einem Master-Platz umgesehen habe, wollten einige einen Bachelor mit höchstens 1.5 und zwischen 1.5 - 2.5 mit Empfehlung eines Profs und anschließender Aufnahmeprüfung.
Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Master-Studiengänge nicht voll werden 
Wie ich schon sagte:
Ich habe nichts gegen etwas Druck im Studium. Hat mir ganz gut getan, sonst hätte ich länger studiert. Aber dann muss die Sache auch fair sein und Chancen für die Zukunft offen lassen. Nicht Druck aufbauen UND die Tür für den nächsten Abschnitt verbauen.