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Es ist doch völlig klar dass ein grosser Versicherungskonzern, ohne schlanke Hierarchien und kurze Prozesse, aber mit einem grossen Vertriebsnetz, riesigen Marketingbudget und üppige Provisionen einfach mehr kostet, und dass hierfür im Endeffekt der Kunde zahlt.
Jaja, da geb ich dir ja völlig recht. Betreuung kostet Geld! Muss es auch, denn wenn es kein Geld kosten würde (ergo ich nicht daran verdienen könnte) würde wohl kein Makler / Mehrfachagent / Vertreter / Strukki mehr in dieser Branche arbeiten wollen bzw. können. Was ich sagen wollte ist zweierlei:
Die im Kopf aufgemachte Gleichung Preis beim "Versicherungsonkel" - Preis bei der Direktversicherung = Provision = ersparter Beitrag stimmt so einfach nicht! Das versuchen die Direktversicherer einem zwar gerne weiszumachen, ist aber nun mal falsch. Die Preisunterschiede setzen sich nämlich aus DREI Bereichen zusammen
a) Provision versus keine Provision
b) messbare Unterschiede / unterschiedliche Bedingungswerke
Ich kenne jetzt das Bedingungswerk der Asstel für PHV`s nicht auswendig, aber meine Erfahrung zeigt nun mal das i.d.R. bei "preiswerten" Versicherungen das ein oder andere fehlt.
c) weiche / nicht messbare Unterschiede: Es ist nun mal erwiesen, das es bei Direktversicherern eine geringere Leistungsquote bei Versicherungsfällen gibt. Das ist auch logisch, weil erstens keiner da ist, dem man persönlich so lange "auf die Nerven" gehen kann, bis die Gesellschaft zahlt (mit Callcentern streitet es sich nun mal schlecht) und weil zweitens keiner da ist, der einem beim Ausfüllen der Schadensanzeige "das Händchen führt"
Versicherungen sind nun mal eine "abstrakte" Ware, die man weder riechen, noch schmecken, anfassen oder sehen kann. Insofern ist die Frage eines Interessenten, warum er für die vermeintlich gleiche Leistung mehr zahlen soll vollkommen nachvollziehbar. Wenn man den Kunden aber mal das ein oder andere Beispiel aufzeigt, folgen die weitaus meisten meiner Argumentation. Ein paar wenige gibt´s natürlich immer, die bei Ihrer Meinung "Ich will aber billisch..." bleiben, was ja auch völlig okay ist wenn Sie die Konsequenzen Ihrer Entscheidung dann auch tragen ohne zu murren.
P.S.: Zum Thema riesiges Marketingbudget: Also wer bitte, wenn nicht die Direktversicherer haben denn ein riesiges Marketingbudget??? Man kann in der zweiten Jahreshälfte ja nicht mal fünf Minuten N-TV einschalten ohne mindestens 10 Fernsehspots für eine Direkt-ganzdollpreiswert-Auto Versicherung zu sehen. In der ersten Hälfte des Jahres sind dann in der Regel die Risikolebensversicherungen "dran"... Wer zahlt denn das bitte, wenn nicht der Kunde???
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Beispiel: Wir hatten neulich 2 Vertreter der Allianz in der Firma, die uns eine betriebliche Altersvorsorge verkaufen wollten... Das Angebot war keinesfalls interessant und die Vertreter auch nicht besonders kompetent und vertrauenswürdig, aber diese Leute müssen nun mal bezahlt werden (sei es durch ein Gehalt oder durch Provisionen), aber nein danke, bei einer solche schlechten Beratung möchte ich sowas nicht mitzahlen...
Natürlich gibt´s in jeder Firma Gute und Schlechte, meist spielt ja auch die Chemie zwischen Berater und kunde eine Rolle und wenn man sich nicht riechen kann, wirds wohl nix werden mit Verträgen. Zur Ehrenrettung der Allianz sei hier nur gesagt: Deren BAV Angebot ist meist eins der deutliche besseren, von daher hätte es euch wesentlich härter treffen können, hehe 
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Es gibt sicherlich Versicherungen, egal ob Direkt oder "renommiert", die Leistungsmängel aufweisen, keine Frage... Aber prinzipiell sagen "direkt ist schlecht" und "renommiert ist gut" halte ich für nicht tragbar...
Habe ich auch nicht gesagt! (Oder sollte ich mich doch etwas missverständlich ausgedrückt haben?)
Ich meinte zumindest: billisch ist schlecht! (da sind dann natürlich viele Direktversicherer drunter aber eben auch andere). Aber hey! Ist das wirklich so erstaunlich, das man für deutlich weniger Geld weniger Leistung erhält, als für einen "marktgängigen" Preis? Frag doch mal einen Reifenhändler, was er von runderneuerten Reifen aus China hält, oder den Zweiradhändler deines Vertrauens was er von den chinesischen Baumarktrollern hält, oder deinen Bekannten, der als Schlosser arbeitet, was er von Akkuschraubern aus dem Baumarkt für 7,99 € hält.
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Hinzu kommt, dass jeder selbst abwägen muss was für Leistungen er braucht.
Klar, darf jeder herzlich gern selbst bestimmen. Darf auch jeder selbst entscheiden, ob er überhaupt eine abschliesst, ist ja keine Pflichversicherung. Darum verkaufen sich ja auch die Forderungsausfallversicherungen wie "geschnitten Brot", weil wie gesagt ca. ein Drittel aller deutschen Haushalte für sich allein entschieden hat, das er so was nicht braucht "weil man kann sich ja auch überversichern".
Genauso, wie sich bei einem Neuwagen jeder alleine entscheiden darf, ob er sich ein Auto ohne ESP, ohne Airbags, ohne ABS, ohne ... kauft. Ist viel günstiger und brauchen tut man so was ja auch eigentlich nur bei einem Unfall 
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Auch glaube ich kaum, dass JEDER sich die Versicherungsbedinungen nicht durchliest... Kannst Du es wissen? Ich habe es jedenfalls getan.
Das freut mich und das meine ich ernst! Meine Erfahrung zeigt wie schon gesagt, das ein Großteil der Verträge dort liegen, wo die Eltern ihre haben, wo der Kumpel aus dem Tennisclub arbeitet, wo gerade die Anzeige von im SPIEGEL war, als man eh grad eine abschliessen wollte, wo der günstigste Beitrag auf irgend einem Webserververgleich ausgewiesen wurde, usw...
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Es gibt zwar bei der Asstel- wie bei jeder anderen Versicherung, übliche Ausschlüsse, wie z.B. Schäden durch Vorsatz und andere für mich völlig irrelevanten Ausschlüsse (z.B. Schäden durch Asbest, gentechnische Arbeiten usw)... ABER: der Ausschluss von Gefälligkeistsschäden wird in den Allgemeinen Bedingungen meiner PHV mit keinem Wort erwähnt.
Muss auch nicht! Das ist automatisch "draussen" und somit nur drin, wenn es explizit per Zusatzklausel wieder mit eingeschlossen wird (jaja, die Versicherungsleute haben schon eine komische Ausdrucksweise
)
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Wenn Du mir tatsächlich schlüssig erklären kann, warum Direktversicherungen gegenüber renommierten grossen Versicherungen "Schrott" sind, lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren.
s.o.
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Du scheinst ein gutes Wissen aus dem Versicherungsbereich zu haben, vielleicht ist das sogar Deine Arbeit...
Danke für die Blumen... :top:
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Original geschrieben von MTT
Ich bleibe bei meiner Ansicht.
Die Wahrscheinlichkeit, jemals einen PHV-Schaden abzurechnen, der wirklich hoch ist, ist sehr gering. Dagegen sind Bagatellschäden die weitaus häufgste Ursache für Schäden im Privatbereich. Den minimalen Beitragsunterschied nehme ICH gerne in Kauf, denn bei angenommenen 10-15€ pro Jahr Differenz und 150€ SB dürfte 10 Jahre gar nichts passieren, damit sich das rechnet. Ich plane meine PHV-Schäden zwar nicht mit einem Jahrestimer (
), aber ich halte bei der PHV dennoch eine SB nicht für sinnvoll. (wer auch die letzten Euros noch sparen möchte: Bitte...)
glücklicherweise gibt die Statistik "Schäden / Jahr und Person" die Information wieder, das der deutsche Durschnittsbürger wesentlich seltener als alle 10 Jahre einen Schaden verursacht
Insofern rechnet sich das schon!
Aber jedem das seine: Wer mit dem "spitzen Bleistift" rechnet soll halt ne SB vereinbaren, wer nicht an Statistiken glaubt solls halt ohne machen. Ich stell den Kunden beide Möglichkeiten vor, die meisten wollen eine haben, andere eben nicht.
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Original geschrieben von Martyn
Gefälligkeitsleistungen gehören schon auch auf jeden Fall mitversichert. Denn auch wenn man rein rechtlich einen Schaden nicht bezahlen müsste, will man ja trotzdem deswegen nicht ne Freundschaft oder ein gutes Nachbarschaftsverhältniss riskieren.
Genau! :top:
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Was auch noch genausowichtig ist, vorallem wenn man z.B. in einer WG wohnt oder Familie hat. Das Schäden von Eigentum an Personen im gleichen Haushalt nicht ausgeschlossen sind.
auch das erfahren die meisten Kunden leider erst, wenn Sie einen Schaden einreichen und mitgeteilt bekommen, das nicht geleistet wird... 