@ BB007: So sehr ich Deine Meionung sonst schätze (auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind ;)), diesmal hat es mir echt fast die Schuhe ausgezogen, als ich das gelesen habe:
Zitat
Original geschrieben von BigBlue007 Radikale Entschärfung der Vorschriften hinsichtlich des Waffeneinsatzes durch bewaffnete Kräfte (Polizei): Warum dürfen mit Steinen werfende Demonstranten nicht an- und zur Not auch erschossen werden?!?
Meinst Du das echt ernst?!? :eek: Ich halte das für einen deutlichen Widerspruch zu Deiner IMHO radikal pazifistischen Position die Du in unserer gemeinsamen "Nach-Erfurt-Diskussion" bezogen hast, als Du Dich sehr deutlich gegen den Waffenbesitz im Allgemeinen gestellt hast (mit Ausnahmen für Jäger, wenn ich mich recht erinnere). Wie kannst Du da fordern, daß diejenigen, die in ihrem Beruf (legal) eine Waffe tragen, diese leichter einsetzen dürfen sollten? Und wie begründest Du das? Notwehr kannst Du vergessen, denn Notwehr ist lediglich die Abwehr eines gegenwärtigen Angriffs unter geringstmöglicher Gewaltanwendung (lernt man in der Waffensachkunde-Prüfung) - wenn ein Polizist einen Steinewerfer erschießt, steht die Abwehr des Angriffs in einem eklatanten Mißverhältnis zus Massivität des Angriffs selbst.
Zusätzlich kann ich mir echt nicht vorstellen, daß ein intelligenter Mensch - und dafür halte ich Dich - tatsächlich Verhältnisse wie beim G8-Gipfel in Genua riskieren möchte, wo harmlose Demonstranten von einer armeeartig auftretenden Polizei gnadenlos zusammengeknüppelt und ja einer (der allerdings etwas weniger harmlos war) sogar erschossen wurde (die genauen Umstände sind noch immer nicht geklärt); denn genau zu solchen Verhältnissen würde die von Dir geforderte Senkung der "Hemmschwelle" beim Waffeneinsatz führen.
Zum "radikalen Verbot rechter Gruppierungen und Parteien ohne lange Diskussionen":
Da sind wir uns einig - das wäre wünschenswert. Aber wieder stellt sich die Frage, wie das durchgezogen werden sollte. Man kann nicht alleine den Verdacht auf Rechtsradikalismus als Beweis nehmen (auch wenn das natürlich häufig ziemlich praktisch wäre), denn wir leben in einem Rechtsstaat, in dem Jeder so lange unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen ist. Wie also willst Du das anstellen, ohne das Grundgesetz (und damit einen nicht unerheblichen Teil der deutschen Demokratie) abzuschaffen? Und wo willst Du die Grenze ziehen - wann ist eine Gruppierung radikal genug, um verboten zu werden? Geht es da um die REPs oder die NPD, oder genügen schon Tendenzen wie im rechten Flügel der CSU (der auch nicht ohne ist)? Und wer garantiert Dir, daß ein solches Gesetz zum Verbot radikaler Gruppierungen, wenn es einmal existiert, nicht auf andere, vielleicht einfach nur unbequeme Gruppen ausgeweitet wird - was letztlich irgendwann doch wieder in eine Art Diktatur münden würde?
Ich habe einfach - wie auch bei Deiner Star-Trek-Theorie einer besseren Gesellschaft im "wen soll ich wählen"-Thread - das Gefühl, daß Du Deine Theorien und Lösungsvoschläge, die im Ansatz durchaus überlegenwert sind, nicht bis in die letzte Konsequenz durchdenkst und ihre Durchführbarkeit hinterfragst, denn dann würde Dir auffallen, daß sie meist (leider) nur eines sind: Utopien... 