So, nachdem ich die Horror-Geschichten um Arcor bisher nur aus dem Internet kannte, habe ich nun derzeit das zweifelhafte Vergnügen, das ganze Chaos auch mal live erleben zu dürfen.
Meine Freundin ist Arcor-Kundin und im September innerhalb unserer Heimatstadt umgezogen. Sobald der Umzug zeitlich einigermaßen genau abzusehen war, hat sie bei Arcor angerufen (das war Mitte September) um den Sachverhalt zu schildern und sich wegen der weiteren Vorgehensweise zu erkundigen, denn es war nicht einfach nur so, dass eine bestehende Leitung neu geschaltet werden musste, sondern es muss ein komplett neuer Anschluss (mit Buchse und so weiter) gelegt werden (die Wohnung, in die sie eingezogen ist, ist eine Einzimmer-Wohnung, die von einer ehemaligen Vierzimmer-Wohnung abgetrennt wurde und daher bisher keine eigene Telefonleitung hat).
Die Auskunft des Mitarbeiters an der (kostenpflichtigen) Hotline lautete in etwa: Die Hausbesitzerin muss bei der Telekom anrufen und den Auftrag geben, eine Leitung in die Wohnung legen zu lassen.
Meine Freundin ruft also ihre Vermieterin an, die wiederum die (kostenlose) T-com-Hotline anruft, wo ihr erklärt wurde, dass die Mieterin (also meine Freundin) sich darum kümmern und selbst bei der T-com anrufen müsste. Also ruft meine Freundin die T-com-Hotline an, wo ihr mitgeteilt wird, dass sie ja keine Kundin bei der T-com sei und deswegen keinen Auftrag zum Legen einer Leitung erteilen könne, das läge im Verantwortungsbereich von Arcor; die Firma müsse selbst bei der T-com anrufen.
Also ruft meine Freundin wieder bei der (kostenpflichtigen) Arcor-Hotline an, und erfährt dieses mal von einem Mitarbeiter, der den Fall schon gekannt zu haben schien, dass der Kollege vom letzten Anruf einen Fehler gemacht hätte, und die Verantwortung für diesen Vorgang tatsächlich bei Arcor liege. Man würde sich darum kümmern, das Telefon würde dann zum 2. 10 umgemeldet, und es würde noch Bescheid gegeben, wann dann ein Techniker wegen der Leitung kommt.
Bescheid kam - Überraschung - keiner, mit der Konsequenz, dass am 2. 10. zwar der Techniker bei meiner Freundin vor der Tür stand, sie aber nicht zu Hause war.
Also ein erneuter Anruf bei Arcor, wo man ganz erstaunt war, dass der Termin nicht schriftlich bestätigt worden war, man würde aber einen neuen Termin vereinbaren, diesmal bestimmt mit schriftlicher Bestätigung.
Die kam dann tatsächlich auch; meine Freundin wurde gebeten am 17. 10. von 8:00 bis 16:00 in der Wohnung zu sein (man hat ja sonst nichts zu tun - aber ich weiß schon, dass das kein Arcor-spezifisches Problem ist).
Am 17. 10. stand dann auch wie versprochen ein ausgesprochen herablassender Techniker der T-com vor der Tür, der innerhalb von zwei Minuten feststellte, dass in der Wohnung ja ein Anschluss gelegt werden müsse, worüber er aber von Arcor nicht in Kenntnis gesetzt worden sei, weswegen er dann auch sehr schnell wieder weg war.
Also wieder ein Anruf bei Arcor, was denn das jetzt solle, worauf Arcor erwidert, sie dürften weder einen Anschluss legen, noch den entsprechenden Auftrag dazu erteilen, das müsse die Vermieterin direkt bei der T-com machen.
Auf die Erwiderung meiner Freundin, dass das doch eigentlich schon geklärt war, wiederholte der Hotliner lediglich gebetsmühlenartig die Aussage, er dürfe da keinen Auftrag geben, die Vermieterin müsse das alles in die Hand nehmen.
Entsprechend angefressen forderte meine Freundin den Hotliner auf, in Zukunft alles in diesem Zusammenhang auch in schriftlicher Form zu erhalten, damit sie etwas in der Hand hat, wenn sie mal wieder die Hotline anrufen muss und mit komplett anders lautenden Informationen konfrontiert wird. Außerdem bat sie darum, ihre Rechnungen in der Zeit, in der sie keinen Anschluss hat, zu stornieren, da sie ja keine ihrer vertraglich vereinbarten Leistungen nutzen kann. Nach einigem Hickhack ließ sich der Hotliner tatsächlich darauf ein (trotz mehrmaliger Aussagen, er könne das nicht machen), und sie bekam tatsächlich die entsprechenden Bestätigungen.
Lustigerweise bekam sie ungefähr eine Woche später aber nicht nur die geforderten schriftlichen Bestätigungen aller vereinbarten Punkte, sondern auch Anfang dieser Woche auch eine Rechnung von Arcor - natürlich über den vollen Rechnungsbetrag des Telefonanschlusses.
Also wieder ein Anruf bei der Hotline, was denn jetzt bitte diese Rechnung solle. Die Dame an der Hotline druckste erst ein wenig herum, erklärte sich dann aber dazu bereit, die Rechnung zu stornieren (eine schriftliche Bestätigung dafür ist natürlich bisher nicht eingetrudelt).
Auf die Frage, wie sie denn ihre (von meinem Anschluss vertelefonierten) Hotline-Kosten wieder bekommen würde, erwiderte die Hotlinerin übrigens, sinngemäß, die würden ja dann ohnehin wieder von der Telefonrechnung meiner Freundin abgezogen. Auf die Frage, wie das denn gehen solle, da sie ja momentan nicht über ihren Anschluss telefonieren kann und deswegen von mir aus angerufen hat, herrschte erst mal Stille in der Leitung, dann ließ sich die Mitarbeiterin dazu überreden, auch schriftlich zu bestätigen, dass meine Freundin ihre (bzw. in dem Fall meine) Kosen erstattet bekommen würde. Auch diese Bestätigung kam bisher nicht, aber das muss ich vermutlich nicht weiter erwähnen.
So, das ist der Stand, und abgesehen davon, dass meine Freundin natürlich extrem geladen ist und auch ich als nur indirekt Betroffener nun weiß, dass ich die Firma Arcor für ewig und alle Zeit meiden werde, wie der Teufel das Weihwasser, stellt sich nun für meine Freundin die Frage nach dem weiteren Vorgehen.
Was tut man, wenn einem von Arcor gesagt wird, der Auftrag wegen einer neuen Leitung müsse bei der T-com eingehen, und T-com sagt, der Auftrag müsse bei Arcor eingehen?
Besonders interessant ist das auf dem Hintergrund, dass bei der Nachbarin meiner Freundin das gleiche Problem bestand (ebenfalls ein Arcor Umzug mit dem Legen einer Leitung), und Arcor in diesem Fall die Sache selbst in die Hand nahm. Zwar mussten damals erst vier (!!!) Monate vergehen und die Nachbarin wutentbrannt direkt in die Hauptniederlassung von Arcor marschieren, bis sich etwas tat - aber dann ging es auf einmal.
Besteht in einem solchen Fall ein Sonderkündigungsrecht, da meine Freundin sowohl auf Telefon als auch besonders auf das Internet angewiesen ist, und sie nun bereits seit einem Monat auf dem Trockenen sitzt (und ein Ende ist ja bisher nicht in Sicht)?
Danke schon mal für die Antworten