Beiträge von Christian

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    Original geschrieben von D-Love

    Welche Situationen können entstehen, wenn jemand, der Waffen daheim hat, in eine Extremsituation gerät, z.B. ein Raubüberfall, ein Einbruch. Nur weil man einen Waffenschein hat, der einen berechtigt, für Sportzwecke eine Waffe zu besitzen, ist man noch lange nicht ausgebildet, in solch einer Situation verantwortungsvoll mit einer Schusswaffe umzugehen und sie einzusetzen.

    Ok, stellen wir uns doch mal die Situation bildlich vor:


    Ich liege im Bett, plötzlich kracht es an der Wohnungstür, ein Einbrecher steht in meinem Schlafzimmer. Wie reagiere ich dann am besten? Ach ja: "Guten Abend. Ich habe zwar leider keine Ahnung, wer sie sind, aber ich kann mich nicht erinnern sie eingeladen zu haben, daher wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie wieder gehen würden. Sie möchten nicht gehen? Wie, Sie würden gerne meinen Fernseher mitnehmen? Das kann ich leider nicht zulassen, und wenn Sie meine sündteure Glotze nicht sofort wieder hinstellen, muß ich leider tödliche Gewalt anwenden. Würden Sie hier kurz bewegungslos stehenblieben und zwei Minuten warten, ich muß nämlich erst meinen Revolver aus dem einen Safe holen, dann die Munition aus dem anderen, dann muß ich die Waffe aufmunitionieren - und dann können wir uns weiter unterhalten. Möchten Sie vielleicht etwas zu lesen, während Sie warten?"


    SCNR...


    Das ist natürlich überspitzt, aber darauf läuft es letztlich hinaus, daher ist eine Kurzschlußreaktion in einer solchen Situation praktisch ausgeschlossen.

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    Original geschrieben von der_Lüdi


    Reicht das als Weg? Letztendlich ist es auch nicht nötig, sich unbedingt auf diesem Gebiet zu messen.

    Stimmt. Ebenso unnötig wie Autorennen, Hochsprung, Schach (eine Kriegssimulation, bei der ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gegangen wird! Ekelerregend...) :rolleyes:


    Trotzdem macht es Spaß - aber das dürfte denjenigen, die diesen Sport rigoros ablehnen, kaum zu erklären sein.

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    Original geschrieben von <registered>


    Ist die Erfahrung, der Knall, der Rückstoß beim Großkaliberschießen besonders reizvoll?

    Reizvoll ist relativ, aber das ist letztlich die entscheidende Herausforderung beim Schießen mit GK-Waffen; wenn man also weiß, daß es gleich ziemlich kracht, und die Waffe einen durchaus ziemlich treten kann (wer einmal z. B. .357 oder größer geschossen hat oder das regelmäßig tut, der weiß, was ich meine), und daß man trotzdem ganz ruhig abdrückt. Generell hat man den Reflex, die Waffe während des Schusses nach unten zu drücken, um den Hochschlag zu kompensieren (was ist ein ziemlich unwillkürlicher Prozess), was dazu führt, daß man viel tiefer trifft, als man eigentlich wollte (und bei 25m Zielentfernung wirkt sich schon kleinstes Zucken sehr stark aus). Genau diesen Reflex zu unterdrücken und die Hand dabei vollkommen ruhig zu halten, daraus ergibt sich bei mir die Faszination. Wenn man das nicht nur schafft, sondern darüber hinaus auch noch die "Innen-10" trifft (das ist der Fleck genau in der Mitte der Zielscheibe, der nur ein paar Zentimeter groß ist), dann ist das einfach ein Wahnsinnsgefühl. ;)

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    Original geschrieben von <registered>


    Du wohnst nicht in Bayern, oder?

    Doch. ;)


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    Original geschrieben von <registered>


    Dann kannst du wahrscheinlich auch nichts mit dem Begriff "Geranien-SS" anfangen. Das ist ein sehr sehr boshaftes Wort für manche Schützenvereine, die nach dem Krieg leider zum Teil zum Sammelbecken für politisch etwas schräg eingestellte Typen wurden. Heute ist das natürlich nicht mehr so schlimm.

    Den Begriff kannte ich ehrlich gesagt tatsächlich nicht, liegt aber vielleicht auch daran, daß ich mich von konservativen Vereinen, bei denen der Schwerpunkt eher beim Tragen von Trachten und beim Vernichten von Hefeweizen liegt, fernhalte. ;)


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    Original geschrieben von <registered>


    Edmund Stoiber zeigt sich auch immer gern als strammer Gebirgsschütze, er ist sogar Ehrenmitglied. Die Verflechtung zwischen Schützenvereinen und Politik ist bei uns also schon sehr stark. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch in Berlin entsprechend Enifluss ausgeübt wird.

    In der Hinsicht mag das stimmen, aber da liegt der Schwerpunkt einfach bei der Brauchtumspflege, und das ist ehrlich gesagt gar nicht meins, weil der Sport da meiner Ansicht nach in den Hintergrund gedrängt wird.

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    Original geschrieben von pallmall


    Es geht auch nicht um die Sportschützen, sondern um all die, die nix mit dem Sport zu tun haben.

    Ja wie jetzt? Geht es um Sportschützen (und damit meist Waffenbesitzer), oder worum geht es genau?


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    Original geschrieben von pallmall


    Vielleicht solltest du mal zur Kenntnis nehmen, daß nicht jeder Sportschütze die heimische Aufbewahrung der Waffen so konsequent handhabt, daß da nicht Kinder drankommen könnten. Die kommen ja auch an sonst alles ran. Es geht um vermeidbare Unfälle.

    Wenn man sich an die Aufbewahrungs-Vorschriften hält, geht die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls gegen 0.


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    Original geschrieben von pallmall


    Bisher ist mit kein Fall bekannt, wo im Hinblick auf Waffenmißbrauch jemand bei einem Sportschützenverein eingebrochen ist und sich da an den Waffen bedient hätte. Es gibt aber etliche Fälle, wo Dritte die Waffen eines Sportschützen aus dessen heimischer Aufbewahrung entwendet haben.

    Klar bricht in einem Verein niemand ein, weil die dort nur sehr wenige Waffen haben, die (in Relation zu ihrer Anzahl) überdurchschnittlich gesichert sind. Jetzt stell Dir aber mal einen Verein mit 50 Mitgliedern vor, von denen jeder (konservativ geschätzt) fünf Großkaliber-Lang- und Lurzwaffen besitzt. Das wären 250 Waffen, und dafür bräuchte man einen Bunker, denn wenn man als Sportschütze etwas erreichen will, kauft man sich keinen 200 €-Revolver und keine 300 €-Pistole, sondern man gibt richtig Geld für das Zeug aus, was bedeutet, daß da - wiederum konservativ geschätzt - ein finanzieller Wert von 250000 € herumliegen würde (wobei 1000 € für eine taugliche, gute Waffe noch eher wenig sind). Und da willst Du keinen Bunker bauen?


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    Original geschrieben von pallmall


    Und Trockentraining hin oder her, die Schießanlagen sind alleine von den Dimensionen her schwierig in heimische Umgebungen zu transferieren.

    Kein bißchen. Klar fehlt die Reaktion der Waffe auf den Schuß (die allerding bei einer .22er gegen 0 tendiert), aber es geht letztlich um das vollkommen kontrollierte Abziehen - das ist der Schlüssel zu guten Treffern. Müßtest Du eigentlich wissen...


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    Original geschrieben von pallmall


    Und mich wundert auch, daß du scheinbar besorgt bist, das für deinen Sport zwingend ein Verein aufgesucht werden muss und man sich somit einer sozialen Kontrolle ausliefern muss.

    Was bitte versuchst Du, mir da zu unterstellen? Wo habe ich das denn geschrieben? Ich halte es nur für Quatsch, zum Trockentraining in den Verein zu fahren, weil das halt ein relativ hoher Aufwand ist - nicht mehr, und nicht weniger. :rolleyes:

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    Original geschrieben von D-Love


    Es ist doch so:
    Eine kleine Interessengruppe von Sportschützen, Privatjägern und Waffensammler fühlt sich in ihrer Waffenfrönerei gestört und eingeschränkt.

    Alleine der Begriff "Waffenfrönerei" zeigt, daß eine normale, auf Argumenten basierende Argumentation kaum möglich sein wird. :rolleyes:

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    Original geschrieben von D-Love


    Leider hat diese Gruppe offensichtlich in den konservativen Parteien offenbar überproportional viel Einfluß.

    Wieder muß ich Dir leider sagen, daß Du keine Ahnung hast. Es gibt zwar eine deutsche NRA, deren Einfluß aber mehr oder weniger gegen 0 geht. Eine klassische Waffenlobby mit "richtigem" Einfluß gibt es in Deutschland nicht wirklich.


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    Original geschrieben von D-Love


    denn auf der Lobbyistenseite finde ich nur Statistikblenderei, aber kein einziges schlüssiges Argument, warum Privatleute Waffen besitzen sollten.

    Könnte daran liegen, daß diejenigen, die den privaten Waffenbesitz rigoros ablehnen, die Argumente gerne überlesen. Ich habe beispielsweise bereits das Stichwort "Trockentraining" ins Spiel gebracht, aber das scheint nicht wirklich zu zählen...

    Zitat

    Original geschrieben von pallmall


    Aus meiner Sicht hat eine scharfe Waffe allenfalls bei einem diensthabenden Forstbeamten mit Jagdschein was zu suchen. Als Sportschütze braucht man daheim aber keine Waffe, zumal die wenigsten Sportschützen eine heimische Schießanlage haben und generell auch nicht im Garten rumballern-wozu also nen 18-jährigen ein Waffenarsenal haben lassen?

    Ich habe ja keine Ahnung, wie Du in Deiner aktiven Zeit trainiert hast, aber auch bei .22er Einzelladern soll Trockentraining zu Hause helfen, habe ich gehört.


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    Original geschrieben von pallmall


    Zumindest zu meiner Zeit wurde bei Wettkämpfen eigentlich fast nur mit Kleinkaliberwaffen gearbeitet, die nach jedem Schuß manuell nachgeladen werden mussten. Es gab auch Schützen, die zum Spaß mit Smith&Wesson rumgeballert haben, aber damit treten die nicht zu Wettkämpfen an.

    Seltsam, bei mir treten ziemlich viele mit Smith & Wesson zu Wettkämpfen an (ich unter anderem auch), und erstaunlicherweise sind die sogar immer recht gut.


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    Original geschrieben von pallmall


    Und die ausschließliche Aufbewahrung der Waffen am Schießstand sorgt auch für einen erwachseneren Umgang.

    Gut. Und wer sorgt für die Sicherheit des Bunkers, der dafür nötig wäre, wenn der Verein mehr als drei Mitglieder hat? Und zum Trockentraining fährt man dann auch in den Verein, oder wie muß ich das verstehen?