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Original geschrieben von autares
Genau. Und 70 Leute von wievielen Mitarbeitern sollen jetzt gehalten werden? Ich finde 70 ausserordentlich gering.
Findest Du die Summe der Prämien und Boni, die an einen sehr geringen Anteil Mitarbeitet gezahlt werden im Verhältnis zum Gesamtergebnis von Sparte und Gesamtinstitut auch gering?
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Und jetzt nimm du mir das nicht böse, aber wenn die gesamte Dreba so denkt, ist es kein Wunder, dass Ihr da steht, wo Ihr steht.
Das nehm ich Dir nicht übel, denn es ist sachlich einfach falsch. Schau Dir mal die Ergebnisse der letzten Geschäftsjahre an in den Einheiten PCC und IB. Woher kamen noch gleich die großen Verluste? Weil die Gesamtbank so denkt wie ich? Nein, eben nicht. Diese Denke führt ganz offensichtlich dazu, kontinuierlich Erträge zu schreiben, den Turnaround zu schaffen etc. pp. - dass wir da stehen, wo wir stehen haben wir nicht der Denke zu verdanken, nicht kurzfristig erfolgsgeil auf jeden Cent zu schielen, sondern strategischen Fehlentscheidungen. Nicht alleine im IB. Aber auch da kommt ein großer Beitrag her. Nicht umsonst hat die Allianz ja auch lange nach Lösungen gesucht, DKIB abzustoßen. Ohne DKIB stünden wir heute ganz woanders...
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Ich halte nichts von überzogenen Boni, denke auch, dass es einen Cap geben sollte. Aber so wie du gerade schreibst, bist du in einer Bank vollkommen fehl am Platze. Mag sein, weil du in einer Filiale arbeitest. Sobald du in der Hierachie etwas höher bist, wirst du mit deiner Argumentation nicht weiter kommen. Nein, das liegt nicht am System, das liegt an einer leistungsbezogenen Bezahlung.
Die derart leistungsbezogene und ausschließlich auf kurzfristige Zahlen schielende Bezahlung IST System. Und genau in diesem liegen viele Probleme begründet. Natürlich muß es Anreize geben. Aber warum nicht an langfristige, nachhaltige Ergebnisse gekoppelt? Warum ausschließlich kurzfristig orientiert? Sehen wir nicht gerade, wohin das führt und wozu das verleitet? Mit meiner Einstellung bin ich hier genau richtig. Klar, ich bin uncool, ich erscheine wie aus einer vergangenen Zeit, na und? Deswegen muss es nicht falsch sein. Aber die Jagd nach dem letzten Euro ist nicht das, was langfristig erfolgreich ist.
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Das tust du doch. Du willst weiterhin fähige Mitarbeiter haben. Spielen wir das Spiel mal weiter: da deine Filiale so konstant oben im Ranking ist, will das gesamte Team wechseln. Was machst du nun?
Gucken, wie ich die Mitarbeiter motiviert kriege, bis ich weiß, wen ich an neuen Leuten bekommen kann. Prioritäten erstellen, nicht alle auf einmal ziehen lassen etc. pp. - aber ich zahle keine Halteprämien oder extra große Boni 
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Muss Gewinne machen. Wie hoch ist egal.
Na immerhin. Aber warum gibt es dann Antrittsprämien? Warum nicht einfach gute Fixgehälter und ggfs. Boni?
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Ich habe von Fixgehältern in London gesprochen! Mir ist klar, dass man mit 100k€ sehr gut in Schwerin leben kann....und mit 65k hast du ziemliche Probleme in London.
Bist Du so weltfremd, abgehoben, hast Du so überzogene Ansprüche? Mit 65 k Pfund kann man auch in London ein Leben führen, was deutlich (!!) über Sozialhilfeniveau liegt. Tu doch nicht so, als käme man damit gerade so über die Runden. Ich habe zwei Freunde in London, einen im Bereich Real Estate, einen bei der DeuBa im IB. Ein bisschen was weiß ich auch darüber. Wieviele Londoner haben überhaupt so ein Fixum? Und wieviele müssen von deutlich weniger Geld leben?
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Wie setzt sich denn dann ein Boni zusammen, wenn es zusätzlich noch Provision gibt. Der muss also bereits gezahlte Provisionen zurückzahlen? Da würde ich gerne mal die Rechtsprechung zu hören, aber gut.
Versicherungen sind der einzige Bereich, in dem es direkte Provisionen gibt (aber auch lange nicht mit denen einer Agentur vergleichbar, was auch ok ist, da die ja keine Festangestellten sind). Bei Fonds / Krediten etc. pp. bleibt nichts direkt bei den Beratern hängen. Legitim. Der Bonus des MA setzt sich zusammen nach Vertriebsleistung (die aber nicht exakt meßbar ist, da der Betriebsrat da ein Veto eingelegt hat) und einigen "weichen" Kriterien wie Kundenzufriedenheit, Arbeitsgüte, unternehmerischem Denken etc. pp. - Zahlen allein sind und dürfen nicht das allein seligmachende Sein. Wer das denkt, hat einen sehr begrenzten Horizont.
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Nein. Ich sage nur, dass sie nicht das Übel an der Misere sind. Das sind und bleiben die Vertriebsleute. Noch einmal: Wer hat den ganzen Leuten denn CDOs verkauft? Wer hat denn den Gemeinden solche Dinge angedreht und dafür Provisonen kassiert? Händler waren das bestimmt nicht...
Nicht das Grundübel, aber auch nicht unbeteiligt. Es gibt auch nicht den einen Schuldigen für die ganze jetzige Misere. Das wäre viel zu einfach gedacht. CDOs sind auch nicht der einzige Grund für die jetzige Krise.
Beim Thema Boni an die IB bei uns sollte man aber eben nicht nur das jetzige Thema sehen, die Finanzkrise ist nicht alleine Schuld an den schlechten Ergebnissen des IB.
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a) ich verteidige, weil Händler nur an den Zahlen gemessen werden können. Am Ende des Jahres siehst du schwarz auf weiss, was ich verdient habe - und das kann jeder im Unternehmen.
b) glaube mir, dass ganze System zu ändern will und brauch es auch gar nicht. Im Endeffekt braucht man nur den Vertrieb einzuschränken...
Bei meiner Kritik am IB habe ich das Gefühl, dass Du denkst, ich würde immer nur die Händler kritisieren. IB ist ein bisschen mehr als nur Händler...ich denke, das dürftest Du wissen, fühl Dich also als Händler nicht so auf den Schlips getreten
was b) angeht: "nur den Vertrieb einschränken"...wenn das so einfach wäre...es muss vor allen Dingen in den Köpfen der Management-Etagen ein Umdenken einsetzen. Gier ist überall vorhanden, klar. Aber wenn ich Renditeziele ausgebe, die einfach unrealistisch sind, dann ist klar, dass man die nur auf Kosten anderer realisieren kann...ergo ist auch gefordert, nicht allein an sich und sein eigenes Ergebnis zu denken...nicht allein im Vertrieb...