Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von Martyn
    Die Peergroup besteht aber nicht nur aus dem eigenen Partner, sondern dem kompletten Freundeskreis. Und da ne komplette Abstinez zu verlangen wäre dann schon übertrieben.


    Wenn es der Gesundheit des ungeborenen, wehrlosen Kindes dient, dann ist es kein bisschen übertrieben.


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    Mit Wasser, Tee und Fanta feiern kommt irgendwie einfach nicht.


    Keine Frage, ich trinke auch gerne mal ein Bier und manchmal auch eins mehr. Aber es geht definitiv auch ohne. Und das ist kein Spruch, sondern eigene Erfahrung.

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    Original geschrieben von autares
    Gut, also entscheidest du, wer wieviel bekommt. Finde ich vollkommen ungerechtfertigt, weil so deine subjektive Meinung entscheidend ist.


    Die Gefahr besteht natürlich, dass sich jemand ungerecht behandelt fühlt, klar. Aber da haben wir glaube ich schlicht zwei unterschiedliche Philiosophien. Die alleinige Orientierung an den Verkaufszahlen kann genauso ungerecht sein.

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    Wer sagt, dass ich Investmentbanker bin?


    Deine bisherigen Postings (nicht nur in diesem Thread) haben mich darauf schliessen lassen. Ist dem nicht so? Was bist Du denn?


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    Ach bitte. Okay, dein "Verlust" ist beschränkt. Dein upside dagegen offen. Ist auch asymmetrisch. Und selbst wenn so ein "Verlust" entsteht, haben wir es a) mit Fikosten zu tun, die ebenso im Handel anfallen und b) ist der Vertrieb grds sell-side, dies impliziert schon das Wort. In dem von dir genannten Fall des Verlusts ist die Gefahr sogar noch höher, dass Dinge verkauft werden, die eigentlich gar nicht verkauft werden müssten. Die Gier ist im Vertrieb so groß wie in keinem anderen Bereich. Noch einmal: Der einzelne Vertriebler kann kein negatives Ergebnis erreichen!


    Natürlich kann er das. Ich weiß nicht, ob das ggfs. im IB nicht möglich ist, kann ich mir aber nur schwerlich vorstellen. Aber ein Vertriebler kann auch Fehlentscheidungen treffen, Zusagen treffen, die er nicht hätte treffen dürfen, dadurch finanziellen Schaden für die Bank verursachen, auf einen Betrüger reinfallen und was weiß ich nicht alles. Natürlich kann auch ein einzelner ein negatives Ergebnis erreichen. Ich weiß nicht, woher Du die Vorstellung nimmst, bei Null wäre Ende. Es wäre eine schöne Welt...


    Natürlich ist die Gier und der Druck im Vertrieb ein Problem, ja sicher. Im Filialvertrieb wie im IB. Aber nicht das einzige. Offenbar sind und bleiben wir auch da ziemlich konträrer Meinung.

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    Original geschrieben von Shane54
    die einen sagen, wir stecken mitten im anfang vom ende unseres systems und die andere seite sieht, dass die staatlichen maßnahmen bald wirken und wir wieder in eine wachstumsphase rutschen werden. wie seht ihr das?


    Irgendwo dazwischen...wir haben die Weltwirtschaftskrise überstanden, wir haben zwei Weltkriege überstanden, wenn man weiter zurückdenken will haben wir die Tulpenblase überstanden, wenn man in die jüngere Vergangenheit schaut haben wir die Internetblase überstanden...wir werden auch diese Blase überstehen und es wird irgendwann mit der Wirtschaft wieder bergauf gehen. In jeder Krise liegt eine Chance. Fehler erkennen, handeln, Änderungen vornehmen. Keiner wird seriös sagen können, wie lange das dauert. Aber die Weltuntergangsstimmung mancher Leute teile ich nicht.

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    Original geschrieben von autares
    Und solange denkst du einen Mitarbeiter halten zu können?


    Mein Private Banker ist seit 8 Jahren in der Filiale, eine meiner Beraterinnen seit 13 Jahren. Es streben nicht immer alle nach dem höchsten Punkt. Manche sind auch mit weniger zufrieden. Einen Mitarbeiter, der weg will, werde ich sicher nicht 10 Jahre halten können. Das ist auch gar nicht mein Bestreben, er ist dann unzufrieden, wird vielleicht noch einmal versuchen etwas zu reißen und ansonsten sagen "ist eh wurscht, was ich hier bringe, dann mach ich jetzt Dienst nach Vorschrift". Aber wie schonmal angesprochen: wenn ich Leute fördere, man bei mir in der Filiale vorwärts kommen kann, dann wollen automatisch gute Leute zu mir, weil sie wissen, dass sie da Förderung bekommen und vorwärts kommen können.



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    Genau das wollte ich hören. Du kennst so eine Situation gar nicht! Stell dir das mal vor - du wirst sehen, mit gutem Zureden, Fortbildungen etc kommst du nicht mehr weit.


    Ich habe sie noch nicht erlebt, aber kann sie mir trotzdem vorstellen. Mitarbeiter, die ich nur über Geld halten kann, die will ich auf Dauer gar nicht haben. Die werden nur ihren eigenen Vorteil im Blick haben und sonst nichts.


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    Ja.


    Schön für die Guten, es sollte ihnen nur nicht zu Kopfe steigen...



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    Was ist denn ein "angemessenes Fixgehalt + ggf Boni"?


    Schlecht wäre, wenn man über die Boni ein Vielfaches des Fixum verdienen kann. Genauso schlecht wäre, wenn die Boni nur ein kaum merkbarer Bruchteil des Fixum wäre. Im ersten Fall verleitet es imho dazu, zu sehr / ausschließlich seine eigenen Interessen zu verfolgen, im letzten ist die Gefahr des Beamtentums gegeben...



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    Auch hier liegst du falsch und es zeigt dein verwirrtes Bild des IB. Nein, sign-on Boni sind sehr selten.


    Auch selten ist für mich noch zuviel. Was an dem Bild verwirrt ist...



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    Und wie quantifizierst du die nicht "Vertriebsleistung"? Wie stellst du die monetär dar?


    Ich wäge ab, ich vergleiche mein Team, wer wo Stärken und Schwächen hat, wie die sich insgesamt auswirken. Es lässt sich nicht alles quantifizieren. Man könnte sich auf das Quantifizierbare beschränken, aber es macht nicht die komplette Leistung eines MA aus.

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    Das glaube ich dir nicht.


    Warum stellst Du Fragen, auf die Du nur eine bestimmte Antwort hören willst? Ich denke doch, dass ich besser weiß, wie die Zahlung und Rückzahlung von Provisionen bei uns geregelt ist als Du...


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    Wer ist "Euch"?


    Etwas pauschaliert, zugegeben, "Ihr" Investmentbanker. Du bist nicht der erste, mit dem ich in dieser Richtung diskutiere und der Deiner Meinung sehr nahe kommt.


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    Das musst du mir mal erklären.


    Wenn ich weniger verdiene, als meine Filiale an Kosten verursacht hat: habe ich dann ein positives Ergebnis erreicht? Oder eine Null?

    wird eine Rechnung sein, die für die Banken aufgeht. Schäden werden getragen, aber die Einsparungen sind vermutlich deutlich größer als die zu leistenden Zahlungen.


    Wenn es allerdings um gefälschte Unterschriften geht, dann müsste man eigentlich ja sogar Überweisungen verbieten. Die kann ja auch jeder fälschen. ;)


    Mir ist schon klar, dass eine Abholung gegen Legitimation in der Filiale deutlich sicherer ist. Ein Grund der Umstellung des Systems bei uns war aber auch die Reaktion vieler Kunden, die immer wieder insistiert haben, dass sie es nicht einsehen, dafür in die Bank zu kommen.

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    Original geschrieben von autares
    Was ist denn dann langfristig für dich? 10 Jahre?


    10 Jahre würde ich definitiv als langfristig bezeichnen, ja.



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    Nicht alle auf einmal ziehen lassen? Das Team soll abgeworben werden. Also gehen alle auf einmal. Was tust du dagegen? Das Team verlangt nur mehr Geld - das Doppelte. Das ist immer noch nur 10% der gesamten PnL des Teams. Da möchte ich deinen Vorgesetzten sehen, der die ziehen lässt.


    Ich denke, eine Filiale, ist was das angeht, so nicht mit einem Team im IB zu vergleichen. Es kommt niemand von außen und wirbt alle auf einmal als Team ab. Hier ist immer nur der einzelne MA interessant. Das Problem, dass ggfs. alle auf einmal gehen, stellt sich nicht wirklich.



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    Weil du ansonsten niemanden mit meiner Erfahrung und meinem Wissen findest.


    Das glaubt der, der die Prämie zahlt, ja. Ist dem wirklich so? Ist der Markt an guten Leuten so eng?


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    Und was ist bitte der Unterschied zwischen Antrittsprämie und höheren Fixgehältern? Im Endeffekt bezahlt das Unternehmen das selbe. Und ich finde es witzig, dich jetzt von höheren Boni reden hören...


    Herrlich, wie Du immer wieder Sachen liest, die ich überhaupt nicht geschrieben habe. Ich schrieb "gutes Fixgehalt + ggfs. Boni" - wo spreche ich von höheren Boni? :confused:


    Ein höheres Fixgehalt muss im übrigen nicht bei dem liegen, was Antrittsprämie und Fixgehalt sonst ergeben würden... ich finde Antrittsprämien einfach merkwürdig. Ich weiß, dass sie Usus sind, auch im Sport werden Handgelder bezahlt, aber gut finde ich es nicht.



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    Wenn also ein Mitarbeiter nichts abschliesst bekommt er einen Bonus, weil er a) immer pünktlich ist, b) ein netter Mensch ist und c) sich gut mit den Kunden versteht, weil er die immer zum Kaffee einlädt? Da möchte ich dich als Chef haben. Ab und zu mal etwas verkaufen und trotzdem einen Bonus kassieren.


    Keine Ahnung, wieso Du jetzt so einen Quatsch hineininterpretierst...wenn Du mein Posting noch mal liest, wirst Du feststellen, dass ich schrieb, dass Vertriebsleistung natürlich eine Rolle spielt, aber bei der Bewertung der Leistung eines Mitarbeiters nicht die einzige Rolle spielt.



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    Und noch einmal die Frage: Muss der Angestellte seine Provision zurückzahlen, wie du es von Leuten im IB verlangst?


    Sorry, hatte ich nicht gesehen. Ja, muss er.



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    das ist eben der Unterschied. Ich denke es gibt den Übeltäter und zeige auch freudig auf ihn.


    Weder gibt es einen einzigen Übeltäter, noch gibt es schwarz und weiss und nichts dazwischen. Offenbar herrscht bei Euch so eine Denke. Aber die ist extrem kurzsichtig und vereinfacht. Dann wundert mich vieles nicht mehr...


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    Noch einmal: Der Vertrieb hat kein downside-risk! Siehst du das nicht? Bei 0 ist für einen Vertriebler Schluss. Insofern hast du nur das upside. Bei Händlern ist es anders. Die Asymmetrie erkennen die wenigsten.


    Was verstehst Du jetzt unter Vertrieb? Sales im IB? Eine Filiale ist ja auch Vertrieb...natürlich ist bei null nicht shluss, ich kann auch in der Filiale ein negatives Ergebnis fahren.


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    An welches Ergebnis denkst du denn sonst? An das deines Kollegen, der immer zu spät kommt, nix reinholt und früh Feierabend macht?


    Ich denke natürlich an mein eigenes Ergebnis, aber nicht ausschließlich z.B. auch an das Ergebnis unseres Gebietes oder der Region und letztlich des Gesamtunternehmens. Was ist denn wichtig für eine Firma? Geld verdienen, ja. Aber auch Wachstum, neue Kunden, Festigung der vorhandenen Kundenbeziehungen. Gelingen mir die beiden letzten Punkte, wenn ich nur aufs Geld verdienen schaue? Nein. Dann mache ich vielleicht einmal, zweimal herausragende Ergebnisse und dann? Springen mir altgediente Kunden von der Fahne, habe ich einen Ruf, den ich nicht haben möchte und gewinne auch kaum neue Kunden dazu.

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    Original geschrieben von autares
    Genau. Und 70 Leute von wievielen Mitarbeitern sollen jetzt gehalten werden? Ich finde 70 ausserordentlich gering.


    Findest Du die Summe der Prämien und Boni, die an einen sehr geringen Anteil Mitarbeitet gezahlt werden im Verhältnis zum Gesamtergebnis von Sparte und Gesamtinstitut auch gering?



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    Und jetzt nimm du mir das nicht böse, aber wenn die gesamte Dreba so denkt, ist es kein Wunder, dass Ihr da steht, wo Ihr steht.


    Das nehm ich Dir nicht übel, denn es ist sachlich einfach falsch. Schau Dir mal die Ergebnisse der letzten Geschäftsjahre an in den Einheiten PCC und IB. Woher kamen noch gleich die großen Verluste? Weil die Gesamtbank so denkt wie ich? Nein, eben nicht. Diese Denke führt ganz offensichtlich dazu, kontinuierlich Erträge zu schreiben, den Turnaround zu schaffen etc. pp. - dass wir da stehen, wo wir stehen haben wir nicht der Denke zu verdanken, nicht kurzfristig erfolgsgeil auf jeden Cent zu schielen, sondern strategischen Fehlentscheidungen. Nicht alleine im IB. Aber auch da kommt ein großer Beitrag her. Nicht umsonst hat die Allianz ja auch lange nach Lösungen gesucht, DKIB abzustoßen. Ohne DKIB stünden wir heute ganz woanders...



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    Ich halte nichts von überzogenen Boni, denke auch, dass es einen Cap geben sollte. Aber so wie du gerade schreibst, bist du in einer Bank vollkommen fehl am Platze. Mag sein, weil du in einer Filiale arbeitest. Sobald du in der Hierachie etwas höher bist, wirst du mit deiner Argumentation nicht weiter kommen. Nein, das liegt nicht am System, das liegt an einer leistungsbezogenen Bezahlung.


    Die derart leistungsbezogene und ausschließlich auf kurzfristige Zahlen schielende Bezahlung IST System. Und genau in diesem liegen viele Probleme begründet. Natürlich muß es Anreize geben. Aber warum nicht an langfristige, nachhaltige Ergebnisse gekoppelt? Warum ausschließlich kurzfristig orientiert? Sehen wir nicht gerade, wohin das führt und wozu das verleitet? Mit meiner Einstellung bin ich hier genau richtig. Klar, ich bin uncool, ich erscheine wie aus einer vergangenen Zeit, na und? Deswegen muss es nicht falsch sein. Aber die Jagd nach dem letzten Euro ist nicht das, was langfristig erfolgreich ist.


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    Das tust du doch. Du willst weiterhin fähige Mitarbeiter haben. Spielen wir das Spiel mal weiter: da deine Filiale so konstant oben im Ranking ist, will das gesamte Team wechseln. Was machst du nun?


    Gucken, wie ich die Mitarbeiter motiviert kriege, bis ich weiß, wen ich an neuen Leuten bekommen kann. Prioritäten erstellen, nicht alle auf einmal ziehen lassen etc. pp. - aber ich zahle keine Halteprämien oder extra große Boni ;)



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    Muss Gewinne machen. Wie hoch ist egal.


    Na immerhin. Aber warum gibt es dann Antrittsprämien? Warum nicht einfach gute Fixgehälter und ggfs. Boni?



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    Ich habe von Fixgehältern in London gesprochen! Mir ist klar, dass man mit 100k€ sehr gut in Schwerin leben kann....und mit 65k hast du ziemliche Probleme in London.


    Bist Du so weltfremd, abgehoben, hast Du so überzogene Ansprüche? Mit 65 k Pfund kann man auch in London ein Leben führen, was deutlich (!!) über Sozialhilfeniveau liegt. Tu doch nicht so, als käme man damit gerade so über die Runden. Ich habe zwei Freunde in London, einen im Bereich Real Estate, einen bei der DeuBa im IB. Ein bisschen was weiß ich auch darüber. Wieviele Londoner haben überhaupt so ein Fixum? Und wieviele müssen von deutlich weniger Geld leben?



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    Wie setzt sich denn dann ein Boni zusammen, wenn es zusätzlich noch Provision gibt. Der muss also bereits gezahlte Provisionen zurückzahlen? Da würde ich gerne mal die Rechtsprechung zu hören, aber gut.


    Versicherungen sind der einzige Bereich, in dem es direkte Provisionen gibt (aber auch lange nicht mit denen einer Agentur vergleichbar, was auch ok ist, da die ja keine Festangestellten sind). Bei Fonds / Krediten etc. pp. bleibt nichts direkt bei den Beratern hängen. Legitim. Der Bonus des MA setzt sich zusammen nach Vertriebsleistung (die aber nicht exakt meßbar ist, da der Betriebsrat da ein Veto eingelegt hat) und einigen "weichen" Kriterien wie Kundenzufriedenheit, Arbeitsgüte, unternehmerischem Denken etc. pp. - Zahlen allein sind und dürfen nicht das allein seligmachende Sein. Wer das denkt, hat einen sehr begrenzten Horizont.



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    Nein. Ich sage nur, dass sie nicht das Übel an der Misere sind. Das sind und bleiben die Vertriebsleute. Noch einmal: Wer hat den ganzen Leuten denn CDOs verkauft? Wer hat denn den Gemeinden solche Dinge angedreht und dafür Provisonen kassiert? Händler waren das bestimmt nicht...


    Nicht das Grundübel, aber auch nicht unbeteiligt. Es gibt auch nicht den einen Schuldigen für die ganze jetzige Misere. Das wäre viel zu einfach gedacht. CDOs sind auch nicht der einzige Grund für die jetzige Krise.


    Beim Thema Boni an die IB bei uns sollte man aber eben nicht nur das jetzige Thema sehen, die Finanzkrise ist nicht alleine Schuld an den schlechten Ergebnissen des IB.



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    a) ich verteidige, weil Händler nur an den Zahlen gemessen werden können. Am Ende des Jahres siehst du schwarz auf weiss, was ich verdient habe - und das kann jeder im Unternehmen.
    b) glaube mir, dass ganze System zu ändern will und brauch es auch gar nicht. Im Endeffekt braucht man nur den Vertrieb einzuschränken...


    Bei meiner Kritik am IB habe ich das Gefühl, dass Du denkst, ich würde immer nur die Händler kritisieren. IB ist ein bisschen mehr als nur Händler...ich denke, das dürftest Du wissen, fühl Dich also als Händler nicht so auf den Schlips getreten ;)
    was b) angeht: "nur den Vertrieb einschränken"...wenn das so einfach wäre...es muss vor allen Dingen in den Köpfen der Management-Etagen ein Umdenken einsetzen. Gier ist überall vorhanden, klar. Aber wenn ich Renditeziele ausgebe, die einfach unrealistisch sind, dann ist klar, dass man die nur auf Kosten anderer realisieren kann...ergo ist auch gefordert, nicht allein an sich und sein eigenes Ergebnis zu denken...nicht allein im Vertrieb...

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    Original geschrieben von autares
    Sorry, aber so eine Aussage ist doch lächerlich. Natürlich geht es um die Leistungsträger. das fängt in der Schule an, setzt sich im Studium fort und geht im Berufsleben weiter. Es ist immer nur eine Frage, wie du den Rahmen setzt. Dieser muss natürlich enger gesetzt werden als bisher, es geht aber dennoch darum, Spitzenkräfte zu halten.


    Natürlich geht es AUCH um Leistungsträger. Aber eben nicht nur. So funktioniert kein Unternehmen und auch keine Gesellschaft! Es funktioniert auch nicht ohne, kein Zweifel. Aber die Fixierung auf Leistungsträger allein kann und wird nicht zum Ziel führen.


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    Sorry, aber das nehme ich dir nun echt nicht ab. Beschränken wir uns mal auf deinen Kosmos: In deiner Filiale gibt es einen, der verkauft wie Gott. Der schlägt seine Ziele im jahr um 100%. Der macht 50% deiner Ziele in der Filiale aus. Nun kommt derjenige und sagt, dass er unzufrieden ist. Den lässt du ziehen? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, denn auch dein Bonus und Zielerfüllung hängt davon ab.


    Ja, den lasse ich ziehen. Respektive fördere ihn dahingehend, dass er Zusatzausbildungen bekommt, die ihn in die Lage versetzen, eine andere Position im Unternehmen auszufüllen, mit der er dann mehr verdienen kann. Wenn Leute gefördert werden, dann spricht sich das rum. Dann wollen die guten Kräfte dahin, wo sie wissen, dass man da gefördert wird und vorwärts kommt. Dann findet man auch ziemlich problemlos gute Nachfolger. Klar, dass die den Vorgänger nicht direkt 1:1 ersetzen können, aber ich denke nicht in Quartalen...und was soll ich mit einem unzufriedenen Mitarbeiter? Der wird seinen Job nicht so machen, wie ich mir das vorstelle. Ich war ja selber mal in der Situation, irgendwann kommt man eben nicht mehr vorwärts an dem Ort, wo man ist, dann muss man wechseln.


    Und ganz ehrlich: mein eigener Bonus ist für mich eine schöne Sache, wenn ich ihn bekomme. Aber danach richte ich nicht mein Handeln aus. Ich werde mit meiner Filiale im Ranking lieber konstant relativ weit oben geführt, als einmal für nen Sonderbonus Platz eins zu erreichen und dann irgendwann abzuschmieren, weil ich die Leute zu sehr gepusht habe...Nachhaltigkeit, Kontinuität sind auch hier die Zauberworte.


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    Die Antrittsprämie ist natürlich an etwas gebunden! Mein Gott, einige hier scheinen echt ein vollkommen verdrehtes Bild zu haben. Ich bekomme meine Antrittsprämie z.B. erst nach einem Jahr!


    Unabhängig von dem, was Du bringst oder geknüpft an weitere Bedingungen?



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    Ja, und ich habe von London gesprochen!


    Deine Aussage war, dass die Fixgehälter "gerade einmal zum Überleben" reichen. Tut mir leid, aber auch in London kann man mit 60-70 k GBP ein Leben führen, was sich deutlich (!) oberhalb des Überlebens abspielt. Entweder hast Du extrem überhöhte Ansprüche oder bist weltfremd. Das ist nicht böse gemeint, aber ich kann mir solche Aussagen anders nicht erklären.


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    Und die Boni muss der Berater dann zurückzahlen, wenn die LV gekündigt wird?


    Die Boni nicht, aber die Provision, die er erhalten hat. Die Boni eines Beraters in meinem Team knüpfe ich nicht an einzelne Verträge und Zahlen. Da gehört viel mehr zu. Einzelne Storni werden immer wieder mal vorkommen. Wenn aber sich herausstellt, dass ein Berater irrsinnige Abschlüsse hat, aber auch irrsinnige Stornoquoten, dann werde ich da sicher auch eingreifen.


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    Im handel ist es so. Mehr habe ich nie behauptet. Im Sales ist es leider auch so. deswegen stehen wir jetzt da, wo wir sind. Alle Sales Leute sind nur auf den schnellen Profit aus. Verkaufen, Prämie einsacken, nächstes Opfer suchen. Wer hat denn bitte den ganzen gemeinden, GM, HRE usw. CDOs v erkauft? das waren bestimmt keine Händler....


    Neinnein, die Händler sind alle ganz unschuldige Menschen, die eigentlich absolut bemitleidenswert sind. Schlecht bezahlt, nur Erfüllungsgehilfen für die Sales-Leute, kein eigener Wille, im Grunde die Sklaven der Neuzeit. Versteh ich das richtig?


    Löse Dich doch einfach mal von dem Gedanken, Zahlen müssten alles ausmachen. Ja, es IST so. Aber es muss nicht so bleiben. Wir brauchen da ein Umdenken in den Köpfen. Ja, auch deswegen stehen wir da, wo wir sind, richtig! Zeigt Dir das nicht, dass sich was ändern muß? Warum verteidigst Du dieses System so sehr?