Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von autares
    Das mag ja auf die Gesamtheit zutreffen, hier geht es aber um einzelne Leute, um die Leistungsträger!


    Siehst Du, da liegt der Fehler in Deiner Betrachtung, es geht eben um viel mehr als nur um die Leistungsträger! Auch wenn diese denken, es drehe sich alles nur um sie...ich weiß, ich wiederhole mich, aber das IB ist nicht der Nabel der Welt.



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    Nicht von einzelnen Leuten, aber von Teams. Ich habe schon merhfach gesehen, wie ganze Teams abgeworben wurden. Da stand die Bank auf einmal ohne Utilities Team da. Und gewinnbringende Teams werden natürlich versucht zu halten.


    Und? Gibt es eine Bank, die deswegen pleite gegangen ist? Das Leben geht weiter, niemand ist unersetzlich!


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    Wovor hat denn Sales Angst? Dass sie den Job verlieren. Aber das spürt jeder. Sales kennt keine Angst, weil sie nicht verlieren können. Sie mögen ihre Ziele verfehlen und bei einer 0 enden, sie können aber nicht -1m€ machen. Das ist der große Unterschied, der Sales viel eher dazu verleitet, zu große Risiken einzugehen. Begrenzt das Risk Management etwas? Nein. Im Gegensatz zum Handel.


    Was begrenzt der Handel denn? Bisher habe ich Deine Postings so verstanden, dass der Handel eigentlich nur ausführendes Organ ist und keine eigenen Entscheidungen trifft. Wie kann man denn da etwas begrenzen? Ein wenig widersprüchlich, findest Du nicht?


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    Wenn du fliegst, erhälst du wohl kaum eine Antrittsprämie. Die kriegst du nur, wenn du abgeworben wirst. Und wieso sollte sie dazu verleiten, das Geschäft nicht mehr so wichtig zu nehmen?


    Wenn ich Geld dafür bekomme, ohne dass ich dafür bisher einen Handschlag tun musste, dann finde ich das extrem fragwürdig. Wenn ich keine goldenen Löffel klaue, dann werde ich zumindest die Antrittsprämie behalten können. Wie lange ich mich dann im Unternehmen halten kann, wird sich zeigen, ist aber ja erstmal egal, denn von dem Geld kann man ja auch schon mal ne nette Zeit leben.



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    SG ist genauso wie Nick Leeson ein Sonderfall.


    Da schließe ich mich der Meinung von "Siemensianer" an. Hinsichtlich des Umfanges der Fälle: ja. Aber es gibt weit mehr als nur diese beiden Fälle...


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    Falsch! Die Figehälter reichen gerade einmal zum überleben.


    Mir kommen gleich die Tränen...das ist wirklich hart, mit so wenig Geld auskommen zu müssen. Vielleicht solltest Du mal einen Schritt in die Realität ausserhalb der offenbar closed society IB machen...von 60-70 Tausend GBP (!) (wir reden also über TEUR 73-85 ca!) ernähren andere Väter vielköpfige Familien und viele viele ernähren vielköpfige Familien von deutlich weniger Geld...ich hoffe, dass Du wenigstens von Brutto sprichst. Sonst schick mir mal Deine Kontonummer, falls Du mit dem Geld nicht hinkommst. Und nein, falls Du überlegen solltest, mit dem Neid-Argument um die Ecke zu kommen: damit hat es definitiv nichts zu tun. Ich gönn Dir Dein Gehalt. Aber tu bitte nicht so, als würde das nur ein Leben am Existenzminimum ermöglichen.


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    Und was machst du, wenn dein Team so sauer ist, dass es geht?


    Mir ein anderes Team suchen, ein Team bauen, was nicht nur an kurzfristigem eigenen finanziellen Erfolg interessiert ist, sondern nachhaltig auch am Unternehmenserfolg - was letztlich für beide Parteien das beste ist, was passieren kann...



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    Sales - also auch du - wird nach Umsatz bewertet. Lebensversicherung über 200k, Aktien im Wert von 100k....alles Umsätze nach denen Ihr bewertet werden. Ob diese Verträge nach 1 Monat gekündigt werden, dass wird kaum bewertet.


    Irrtum, das wird sehr wohl bewertet. Storni bei LV auch nach 3 Jahren noch, nur um ein Beispiel zu nennen. Warum? Weil man eben erreichen will, dass der Kunde nicht nur abschliesst und man die Provision einsackt und deswegen von einem Provisionsgeier über den Tisch gezogen wird, sondern weil man will, dass der Kunde ein Produkt kauft, was er behält und ihn an das Unternehmen bindet und zwar langfristig. Und das macht der Kunde nur, wenn er überzeugt ist und nicht übern Tisch gezogen wurde.


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    Ich kenne keinen Händler, der nach Umsatz bezahlt wird.


    Das wäre ja auch nicht wirklich effektiv, wenn er auf der anderen Seite das Geld verbrennen würde...


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    Euer Mehrwert ist wesentlich schwerer zu erkennen als der eines Händlers. Da steht eine Zahl, schwarz auf weiss, an der du gemessen wirst


    Wer glaubt, die Leistung eines Menschen bemesse sich allein an Zahlen, schwarz auf weiss, der denkt sehr kurzsichtig.

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    Original geschrieben von autares
    Bonus ist eine Sonderzahlung, die sich im IB maßgeblich an dem misst, was du dem Unternehmen eingebracht hast. Diese Boni sind normalerweise begrenzt und werden in % vom Gewinn berechnet. hast du auf deiner PnL +100, kriegst du davon 10% ab.


    Haben die IB den Topf, aus dem sie die Boni bekommen, vorher durch Gehaltsanteile selber gefüllt?



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    Es geht nicht darum, was man in der Zukunft ändern sollte. Mir ging es darum, dass wie das von dir dargestellte mit dem jetzigen System vereinbar ist - also das IBler trotz mehrmaligen Verlust eine Prämie bekommen. Dem ist nicht so.


    Das ist aber kein Grund es gut zu finden und noch weniger ein Grund, es nicht ändern zu wollen...



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    Ja, müsst Ihr auch. Hätten die Leute einen Verlust erbracht, sähe es noch dunkler aus. Natürlich sind das Halteprämien und die sind wahrscheinlich sogar angebracht. Verschwindet ein Top-Sales Mann mit seinen 20 Kunden, möchte ich mal sehen, wie Ihr Euch halten wollt.


    Wie gesagt, im Gesamtergebnis stünden wir ohne das IB in den letzten Jahren vermutlich deutlich besser da. Wie hat denn die Commerzbank es geschafft, sich an uns vorbei zu schieben. Sie haben sich auf das konzentriert, was sie brauchen und können und sich nicht laufend verzockt.


    Wenn ein Top-Sales Mann geht, bricht sicher nicht die ganze Bank zusammen. Wer ein Unternehmen so konstruiert, dass er sich von einzelnen Mitarbeitern abhängig macht, der muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Auch wenn das Selbstbewusstsein manches IB vermutlich genauso aussieht, dass ohne ihn nichts geht...

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    Doch, die gibt es imho - Sales. Sales ist anders als Händler. Du siehst entweder eine 0 oder aber einen Gewinn. Wie dieser Gewinn zustande kommt, ob du lügst und betrügst kannst du so gut wie nie erkenne. Vetrieb ist die schlimmste Gattung - denn sie kennt im gegensatz zu einem Händler nur die Gier, aber nie die Angst!


    Sales ist aber auch Part des IB, das besteht nicht allein aus Händlern...und Vertrieb der die Angst nicht kennt bzw. das Risiko nicht kennt / kennen will, wird auf Dauer scheitern. Auch das ein Grund der derzeitigen Krise...im IB, in der Unternehmensführung, im Retailgeschäft...auch hier muß dringend ein Umdenken einsetzen und zwar schnell!


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    Wäre mir neu. Ich kenne Antrittsprämien, aber keine Abfindungen. Ausser halt auf Vorstandsebene. Dies ist dann aber in anderen Branchen ebenso - meine Meinung dazu sollte bekannt sein.


    ich kenn sie nicht. Aber ich finde weder Antrittsprämien noch Abfindungen okay. Das verleitet alles nur dazu, das eigentliche Geschäft nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen. Wenn man fliegt, geht man woanders hin und kassiert halt eine Antrittsprämie...so what, man fällt doch relativ weich...dann ist auch der Anreiz, vernünftig zu arbeiten, nicht wirklich gegeben...schneller Profit ist dann wichtig, Maximierung desselben...



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    das ist eine Frage des Risiko- bzw. Money Managements. Ich kann hier auch nur in einem bestimmten Rahmen handeln. Demnach ist es mir überhaupt nicht möglich, das Unternehmen in Schieflage zu bringen. Die salesforce dagegen, die kennt keine Limite und kein Risiko.


    Wenn es Dir nicht möglich ist, dann habt Ihr ein gutes Risk Management. Bei der Sociéte Genérale sah es anders aus ;)



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    Eingebracht bedeutet in deiner PnL. Ich sehe jeden Morgen, was ich verdient habe - abzüglich der Fixkosten wie Fees, Zinsen usw. Also: Diese 20 Leute haben dem Unternehmen 15m€ pro person erbracht. Was machst du?


    Wenn die Gesamtsituation des Unternehmens es erlaubt, den Leuten entsprechende Boni zahlen. Schreibt das Unternehmen dicke Verluste: Pech, Nullrunde. Dafür hat man ja entsprechend höhere Fixgehälter in den jeweiligen Bereichen...


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    P.S.: "Umsatz"? Da sind wir wieder bei der Salesforce....merkst du es allmählich? ;)


    Was willst Du mir damit sagen?

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    Original geschrieben von autares
    Das ist bei Boni sowieso der Fall. Würde mich wundern, wenn jemand einen 100% Boni bekommt.


    Ein Bonus kommt imho per Wortsinn "on top". 13 Gehälter umzuverteilen und dann von Boni zu sprechen ist Augenwischerei.



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    So etwas passiert im IB eben nicht - ich denke, da denken hier einige falsch. Du gibst selber zu, dass IB hire and fire ist. Wie soll dann das von dir dargestellte Prozedere funktionieren? Und dann noch über Jahre?


    Indem man das ganze System umstellt. Nicht mehr den kurzfristigen Erfolg in den Vordergrund stellt. Sondern langfristigen, nachhaltigen...Erfolg nicht alleine in Euro definiert...


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    Löst Euch von dem Gedanken, dass Leute Boni bekommen, die nur Verluste erbracht haben. Dem wird in den aller-, aller-, allerseltensten Fall so sein.


    D.h. wir müssen den mindestens 70 Leuten, die diese 400 Mio. bekommen dankbar sein, weil unsere Ergebnisse sonst noch viel schlechter ausgefallen wären? 1/3 der 400 Mio sind Halteprämien, nur damit die Leute an Bord bleiben. Also noch nicht einmal ein Bonus...


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    Du weisst aber schon, dass IB eine Flotte Sales Leute beschäftigt? Natürlich hat das IB Schuld, habe ich auch nie bestritten. Ich betreite nur, dass Händler verantwortlich sind. Es sind deine Kollegen der Sales Force des Inst Sales, die alles angerichtet haben.


    Es gibt keine Abteilung, die allein verantwortlich ist. Aber IB hat nunmal - und ich wiederhole das gerne - nicht nur in der jetzigen Krise ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Dreba da steht, wo sie jetzt steht. IB hat nicht allein die Finanzkrise zu verantworten, völlig klar.



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    Ja, deswegen hat der Filialleiter und der Beerater in der Bank auch einen sichereren Job als der IBler - das von dir erwähnte Chance-/Risikoprofil! Wenn ich täglich gefeuert werden kann, möchte ich auch exorbitant verdienen.


    Das ist richtig und ok so. Beantwortet aber nicht die Frage, ob im IB nicht noch Abfindungen gezahlt werden, wenn man gefeuert wird...


    und die Frage wäre, wie man denn arbeitet, wenn man an Gewinnen exorbitant beteiligt würde, bei Verlusten aber nicht seinen Job verliert, dafür aber eben auch finanziell am Verlust partizipieren müsste...



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    Ich verstehe deine Argumentation nicht so ganz? Ein IBler, der laufend Verluste produziert fliegt viel, viel früher als ein Filialleiter?


    Nein. Ich wollte nur den Eindruck widerlegen, dass Filialleiter und Berater unkündbar sind. Schlechte Leute halten sich nirgendwo.



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    Und noch einmal: Wenn ich dem unternehmen 10m€ eingebracht habe, sollte es klar sein, dass das Unternehmen versucht die zu halten - als cash cow.



    Da kommen wir wieder zum Ausgangspunkt: die Denke, dass jeder nur für sich denkt und an seine eigene Leistung, seinen eigenen Erfolg, ist Gift.


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    Nehmen wir mal an, 20 Leute im Commodities Bereich haben dem Unternehmen 300m€ eingebracht. Was machst du dann?


    Eingebracht = unterm Strich übrig geblieben? Oder eingebracht = reingeholter Umsatz?

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    Original geschrieben von autares
    Das glaube ich dir nicht.


    Das ist dann Dein Problem. ;)



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    Wenn deine Filiale Gewinne erwirtschaftet, bekommt deine Filiale auch einen Bonus. Egal ob der Gesamtkonzern Gewinne macht oder nicht. Du versuchst deine Aussage zu relativieren, indem du auf ein gestrichenes Gehalt verweist - im Endeffekt bekommt aber auch ihr einen Bonus.


    Wenn Du die Auszahlung von etwas, auf das man unfreiwillig verzichtet hat, als Bonus betrachtest...ich sehe das anders. Je nach Ranking der Filiale kann auch weniger ankommen als das, was der einzelne Mitarbeiter in den Topf eingezahlt hat.


    Wenn Du Gewinne machst, Deine beiden Kollegen Verlust, Du bekommst Dein Standardgehalt und Deine Kollegen laufend Halteprämien und sonstige Boni und das über Jahre, was würdest Du dann denken?



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    Sorry, aber so etwas hätte ich bei einem Mann vom fach nicht erwartet. Neue Prdoukte werden NIE von Händlern eingeführt oder "konstruiert". Dafür ist die Produktentwicklung, also Sales und Strukturierer verantwortlich! Ich möchte gerne der Händler sein, der sein eigenes Produkt konstruiert. Mein Informationsvorsprung wäre immens!


    Ich habe nicht gesagt, dass der Berater das Produkt vom Handel vorgesetzt bekommt. Aber tun wir doch bitte auch nicht so, als würden im Handel keine Leute arbeiten, die eigene Ideen haben und an der Produtkentwicklung so gar nicht beteiligt sind. Ich bitte Dich... und wenn doch, dann fehlt es im IB genauso an der Verantwortung "nein" zu sagen, wie es das bei Beratern und Kunden getan hat.



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    Berater an der Front musst du wohl etwas eingrenzen. Institutional Sales ist auch "Berater" und "an der Front". Und so wie du es schilderst, dass kein Filialist etwas dafür kann, wenn der Eigenhandel Verluste einfährt, kann der Eigenhandel genauso wenig dafür, wenn die Filiale Verluste einfährt. Und du kannst mir nicht erzählen, dass in der Filiale anders verkauft wird. Auch hier herrscht Gier und Druck. Jeder hier kennt das, wenn der Berater nur etwas verkaufen will...


    Ich habe ja auch nicht abgestritten, dass das so ist. Ich habe explizit erwähnt, dass auch die Berater an der - meinetwegen nennen wir es Filialfront - ihren Teil dazu beigetragen haben. Es kommt mir aber bei Deinen Postings so vor, als würdest Du jedwede Verantwortung des IB in der jetzigen Krise abstreiten wollen. Und das ist falsch. Und was speziell DKIB angeht, besteht das Problem nicht erst seit der Finanzkrise...



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    Ja. Indem ich meinen Job verliere.


    Dafür hast Du vorher aber auch exorbitant verdient. Chance und Risiko...wenn das so ist, ok. Ist ein Jobverlust mit einer Abfindung verbunden? Mir ist klar, dass IB auch Hire und Fire ist, aber m.E. mit entsprechenden Risikoaufschlägen beim Gehalt. Davon kann beim Filialleiter und erst Recht bei den Beratern keine Rede sein.


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    Beteiligst du dich an deinen Verlusten? Mir wäre es neu, dass Filialen auch eine Kündigungsrate haben...


    Ein Filialleiter, der laufend Verluste produziert, wird sich nicht lange halten können, ebenso wie ein Berater, der nichts auf dem Kasten hat, seinen Job lange ausüben wird. Ich habe aber noch keinen Filialleiter oder Berater gesehen, dem man eine Halteprämie angeboten hat, gerade jetzt in der Krise.

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    Original geschrieben von autares
    Erik:
    Wenn deine Filiale Gewinn abwirft und die Filiale im Nachbardorf nur Verluste macht, kriegst du dann einen Bonus?


    Das werde ich erst nächstes Jahr erfahren ;) Wenn aber die Bank und unsere Einheit als ganzes ohne Ende Verluste einfährt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Bonus bekommen, sehr gering. Zurecht. Dann wird das verteilt, dass durch Streichung des 13. Gehaltes in den Leistungstopf floss und dann ist gut.


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    Wir befinden uns nicht in der Krise, weil Händler verantwortungslos gehandelt haben. Wir befinden uns in der Krise, weil Sales - ja, Erik, das ist deine Gattung - sachen falsch dargestellt, betrogen und belogen haben! Der Händler verkauft der Gemeinde Oberursel bestimmt keine CDOs, das macht Ihr!


    Der Händler geht aber hin, konstruiert ein Produkt, was dem Berater vorgesetzt wird, in höchsten Tönen gelobt und mit dem Auftrag, das an den Mann zu bringen...


    Die letzten, die an der Krise schuld sind, die die Berater an der Front und die Kunden. Ja, die haben auch ihr Scherflein beigetragen, völlig klar, durch Unterschätzung von Risiken, Verkauf von Produkten, die man selber vielleicht nicht begriffen hat, durch zu große Gier unter Ausschaltung des Hirns. Aber die strategischen Entscheidungen, solche Produkte zu konstruieren und jemand anderem anzubieten, die fällt ganz sicher nicht in einer Bankfiliale. Und wenn das Investmentbanking im Eigenhandel Geld verzockt, dann kann da auch kein Filialist irgendetwas zu.


    Ich habe im übrigen auch nicht behauptet, wir befänden uns in der Krise, weil Händler verantwortungslos gehandelt haben, ich habe gesagt, dass einer der Hauptgründe ist, dass Verantwortung fehlt. Nicht allein bei IBs, aber da ganz sicher auch!


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    Wenn ich Gewinne mache, möchte ich auch entsprechend bezahlt werden.


    Beteiligst Du Dich auch an Verlusten?

    @tkeyman: sorry, da hätte ich dann früher etwas deutlicher schreiben müssen, dass ich mich da durchaus eingehender mit beschäftige, ja.


    Mag generell sein, dass wir auch ein wenig empfindlicher geworden sind, ja. Man hat als Banker momentan das Gefühl, dass viele Leute glauben, sich uns gegenüber alles rausnehmen zu können, weil "wir" ja an der Krise schuld sind. (was ja nicht von der Hand zu weisen ist, aber muss meine Kassiererin sich deswegen als "Schlampe" betiteln lassen?) Der Tonfall wird einfach ruppiger und unfairer und auch als Banker muss man schlicht nicht alles hinnehmen.




    TM1: wie man auf Bankenbashing kommen kann? Aussagen wie "Banken halten sich gerne mal nicht an bestehende Gesetze. " sind ohne Unterfütterung für mich nichts als Phrasen nach dem Motto "einfach mal drauf, die sind eh alle böse"...

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    Original geschrieben von petersandi
    Das wirft dir auch keiner vor


    wenn ich mir das Bankenbashing von TM ansehe, dann bin ich mir da nicht so sicher, aber wir sind es ja gewohnt, die Prügelknaben der Nation zu sein. ;) Würde mir nur wünschen, dass so ein Bashing dann auch mal unterfüttert wird, Phrasen dreschen kann ich auch.


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    Vielleicht solltest Du dann mal die Bankenpraxis (zumindest in Deinem Hause) überdenken. Ich vermute nämlich, dass im Streitfall auch ein Bänker bei nicht gesetzeskonformer Ausübung seiner Tätigkeit zur Rechenschaft gezogen werden kann.


    Das vermutest Du falsch. War die Rückbuchung unberechtigt, dann muss die Bank natürlich auch zahlen. Aber das muss man dann eben vor der Entscheidung abwägen, wie groß dieses Risiko ist, was man da eingeht. Zur Rechenschaft würde mich im Zweifel sicherlich mein Chef ziehen, aber wenn Du persönliche Haftung meinst, dann gibt es die in dem Punkt nicht.

    wie gesagt, ich bin kein Jurist. Ich kann nur aus der Erfahrung berichten, so wie ich es erlebt habe. Ich habe mehrfach selber solche Anfragen auf den Tisch bekommen. Bei offensichtlichen Dingen wie Zahlendrehern o.ä. - sprich das andere Konto gibt es, der Name passt auch, da habe ich dann ohne Kundenrücksprache entschieden und ggfs. nachträglich informiert, ja. War der Sachverhalt nicht offensichtlich, habe ich natürlich auch den Kunden angerufen und das Vorgehen mit ihm abgestimmt.

    wenn ein offensichtlicher Fehler passiert ist, was spricht dagegen, den zu korrigieren? In 99,9 % der Fälle, wo ein Fehler passiert ist, kommt das Geld im übrigen eh zurück, weil die Kontonummer des Fehlers gar nicht existent ist.
    Nach Nase wird nicht entschieden. Aber Erfahrung spielt im Bankgeschäft auch eine Rolle, ja.


    Und was den zivilrechtlichen Anspruch angeht: was machst Du mit Empfängern, die eine falsche Kontonummer angegeben haben? Da hat der Absender dann eben keinen Fehler gemacht...deswegen bleibe ich dabei: wie man es macht, macht man es verkehrt, man kann es nicht allen Parteien recht machen und muss daher den gangbarsten und allen Seiten am nächsten kommenden Weg wählen.