Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von Printus
    Aber es gibt eben in jedem Job auch Vollhorste oder arrogante Schnösel, die außer einer großen Klappe keine Ahnung haben.


    Ohne Zweifel. Die gibt es überall. Wahrscheinlich auch in unserer Bank. Ganz sicher sogar. Ich finde aber den Schritt falsch, immer von den Negativbeispielen auf das große ganze zu schließen. Es ist halt einfach so, dass sich schlechte Nachrichten besser verkaufen. Wer will denn schon hören / schreiben, dass eine Beratung gut war? Das kauft niemand am Kiosk...


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    Unter dem Strich bleibt da eben doch immer eine gewisse - gesunde! - Skepsis.


    Das finde ich auch richtig. Sich selber informieren, einlesen, mit einer Materie beschäftigen, das ist immer gut und hilfreich. Ab und an würde es halt helfen, wenn man akzeptiert, dass andere auch etwas wissen können und manches sogar besser. Weißt Du, wenn ich hier im Thread lese, dass man sich das bisschen Bank in ein paar Monaten selbst aneignen kann und keine Beratung mehr braucht...ich sehe tagtäglich, was bei solchen "Experten" rauskommt. Ich erinner nur mal an den Neuen Markt...was waren wir Banker damals uncool, die gewarnt haben vor Windeiern..."wieso hinterfragen sie das so, die machen was mit Internet, das is die Zukunft"...


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    Nebenbei: viele Menschen haben gar nicht so viel Geld dass sie sich über Anlagemöglichkeiten informieren müssen. Wer von der Hand in den Mund lebt und weder besonders reich noch besonders arm ist, hat eben sein Girokonto, vielleicht noch eine Riester-Vertrag, der eben dahin läuft, und das war's. Mehr ist dann ja auch nicht erforderlich...


    Jo, das ist bei vielen sicherlich so. Wie gesagt, das muss jeder für sich entscheiden.


    @Stebu: kann ich verstehen, aber den letzten Reisescheck habe ich in der Bank vor über 2 Jahren gesehen. Menschlich, wenn man dann erstmal ins schleudern kommt. Ich vermute, das wäre Dir bei einem Konto mit Gebühren nicht anders ergangen ;)

    ja, das sind schon harte Bandagen. Aber ich frage bei einer Anfrage nach Tagesgeldkonditionen auch immer nach, wofür das Geld denn gedacht ist, ob denn wirklich alles auf dem Tagesgeld benötigt wird etc. pp. und biete an, sich bei einem gesonderten Termin denn auch über andere Anlagemöglichkeiten zu unterhalten. Und zwar unabhängig von eventuellen Vorgaben. Klar, die gibt es. Aber am Ende des Tages zählt, wieviel Geld verdient wurde und nicht mit welchem Produkt. Wenn man das beherzigt, dann kann man bei den Interessen zwischen Kunden und Bank eigentlich gut beiden gerecht werden.


    Generell finde ich es auch richtig, dass der Banker nachfragt. Viele Kunden leben in der Sorge immer alles Vermögen sofort flüssig haben zu müssen, wissen wenig über Verfügbarkeit von anderen Anlagen, über Chancen, Risiken und wissen gar nicht, dass ein Tagesgeld allein nicht die schlechthin beste Anlage ist. Klar, es ist gut für den Bereich, wo man sein Geld wirklich liquide halten möchte. Aber Geld, was ich ziemlich sicher ziemlich lange nicht brauche kann ich auch anderweitig anlegen. Und immer noch so, dass es mir, meinen Risikoneigungen, verfügbarkeit etc. pp. entspricht und dabei sogar noch besser abschneidet als das Gehopse hinter den Tagesgeldern her. Da werden sich einige noch wundern, wenn irgendwann wieder Zinssenkungen kommen.

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    Das Problem dabei wird sein, dass man dennoch nicht das Gefuehl hat, objektiv beraten zu werden und doch die Produkte anzudrehen versucht wird, die grade die beste Provision fuer den Verkaeufer bringen.


    Der Verkäufer in einer Bank hat i.d.R. keinen finanziellen Vorteil von Produkt A oder B, er wird nicht wie ein selbständiger Berater provisionsabhängig bezahlt. Dennoch weiß ich natürlich auch um die Sorge beim Kunden, ob er denn auch wirklich objektiv beraten wird. Objektiv dahingehend, dass er eine Empfehlung bekommt, die zu ihm passt, wird und muss immer möglich und das Ziel jeder Beratung sein. Wer unter Objektivität versteht, bei der Deutschen Bank einen AGI-Fonds oder bei der Dresdner Bank einen DWS-Fonds empfohlen zu bekommen, den muss ich dann allerdings enttäuschen. Es würde ja auch niemand zu VW gehen und erwarten, am Ende die Empfehlung zu bekommen, doch bei Opel einen Zafira zu bestellen. ;)

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    Original geschrieben von Printus
    er arbeitet für den AG und sitzt so oder so nicht herum. Und was du Beratung nennst, ist für mich ein Verkaufsgespräch. Ein kleiner, aber feiner Unterschied!


    Viele Kunden denken aber, dass der, der da sitzt, sein Geld ja sowieso bekommt. Kontoführungsgebühr? Zahlt man heute nicht mehr. Beratungsgebühr? Nee, will ich nicht. Provision / Ausgabeaufschlag für Fonds? Bekomme ich im Internet günstiger. Wovon der Mensch mir gegenüber bezahlt wird? Ach, das ist doch egal. Ist wie mit Strom, der kommt doch auch aus der Steckdose.


    Und natürlich ist eine Beratung oft auch ein Verkaufsgespräch. Solange es keine Beratungsgebühren gibt, MUSS eine Bank auch etwas verkaufen. Ich wüsste nicht, was daran verwerflich ist. Es ist ein Wirtschaftsunternehmen, was sich a) mindestens selbst tragen muss und b) natürlich auch Gewinn erwirtschaften soll. Die Gebrüder Albrecht haben ihre Discounter auch nicht aus Gründen der Wohlfahrt aufgebaut. Verwerflich ist das Verkaufsgespräch dann, wenn ich nur die Interessen der Bank im Blick habe und etwas verkaufe, was der Kunde nicht will, ich ihn nicht aufkläre, was er da hat etc. pp. - aber wenn beide Seiten etwas von dem Geschäft haben, finde ich es vollkommen legitim.


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    Nenne mir EINE Branche, in der das nicht so ist...


    Vermutlich keine. Aber ich finde es trotzdem richtig, auch darauf mal hinzuweisen. VVG und Mifid als Beispiele.


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    Ich kriege auch niemals ein Quentchen mehr Leistung als ich bezahle... You get what you paid for...


    Kommt drauf an...der Billig-Selbstbedienungsbäcker schenkt mir nichts. Mein Bäcker, der noch selbst backt, packt mir auch schonmal ein Brötchen mehr ein, weil die ja so klein geworden sind...;-)


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    Ohne Auto und Treibstoff zu leben ist gar kein Problem, ohne Girokonto schon, denn dann gibt es weder Wohnung noch sonst etwas an elementaren Lebensnotwendigkeiten.


    Es ist ohne Zweifel verdammt schwierig, ohne Konto zu leben. Aber es geht. Es gibt viele solcher Menschen. Es gibt Firmen, die zahlen ihre Gehälter per Barscheck und viele Kunden, die ausschließlich per Barzahlung durchs Leben wandern.


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    Es geht ja nicht darum dass generell keiner etwas zu zahlen bereit ist. Eine Bank leistet immer etwas für mich, auch wenn es "nur" die Bereitstellung ihrer Systeme ist. Dafür zahle ich - wie jeder andere - auch gerne etwas.


    Das "wie jeder andere" stelle ich mal in Frage...;)



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    Hätte ich tatsächlich einen Kundenberater, der mit regelmäßig helfen muss und hilft, der mir im Zweifel entgegen kommt, würde ich einsehen dass ich anteilig sein Gehalt finanzieren muss.
    Wenn ich den Mann aber nicht sehe und nicht mal kenne - weil meine Geschäfte immer am Automaten und online abgewickelt werden, weil ich ihm nur begegne wenn er mir etwas verkaufen will und maximal das beste eigene Produkt verkaufen will, wenn er mir im Problemfall doch eher den Hahn abdrehen als mir helfen wird die Kohlen aus dem Feuer zu holen - dann weiß ich nicht wofür ich da bezahlen soll.


    Dann hast Du den falschen Ansprechpartner in der Filiale...such Dir nen anderen, wechsel die Bank...oder ist das Dein generelles Bild von einer Bank / Sparkasse?

    Ich fänd eine Beratungsgebühr auch durchaus sinnvoll und dem Gebühren/Provisionsmodell im Verkauf vorzuziehen. In der Kundschaft habe ich dafür aber keine Bereitschaft für entdecken können bisher. Habe mal spaßeshalber den ein oder anderen gefragt, was er davon hielte. beratung ist nicht "greifbar". Bei einem Produkt sieht man evtl. noch ein, dass es was kostet. Aber Beratung? Was kostet die denn? Der Typ sitzt doch eh da in der Bank. ;) --> solange das so ist, wird sich an dieser Mischkalkulation nichts ändern. Wer sein Konto überzieht oder einen Fonds kauft, der finanziert eben auch mit, dass ein anderer ein kostenloses Konto hat. Das kostenlose Konto ist der Anker. Geld verdient wird woanders.


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    Wie bitte??? An diesen Kunden kassieren die Banken doch richtig. Schon dumm, wer sein Geld auf dem Giro lässt


    äh, kleiner Hinweis: die Kunden, von denen Andi spricht, lassen kein Geld auf dem Konto, sie müssten es einzahlen, um es nicht draufzuhaben ;)

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    Dass das Auftreten daneben ist brauchen wir nicht diskutieren. Aber inwiefern legt die Bank drauf?


    Überwachungsaufwand (Vorhalten von Systemen dafür, Handeln bei Auffälligkeiten...) etc. pp. - Lastschriftrückgaben dürfen ja z.B. auch nicht mehr berechnet werden...


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    Es sind, wenn man so will, Kunden die sich selbst verwalten und nur insofern Leistungen beziehen als sie die Systeme der Bank nutzen.


    Und die Systeme der Bank gibt's nunmal nicht zum Nulltarif. Eine Filiale kostet Geld. Ein Geldautomat kostet Geld. Die Technik im Hintergrund kostet Geld. Der reine Zahlungsverkehr ist für eine Bank defizitär, selbst dann, wenn der Kunde alles selber online macht.


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    Wenn es um Hausbau-Kredite oder andere Dinge geht ist die lokale Hausbank sicher ein adäquater Ansprechpartner, bei derartigen Geschäften möchte man wohl fast immer persönlich mit einem Ansprechpartner reden anstatt die Geschäfte am PC abzuwickeln.
    Wenn es aber um die stinknormalen, tagtäglichen Transaktionen geht, bieten die Direktbanken dasselbe wie die Filialbetriebe, bei denen man dafür nämlich auch keinen Service mehr bekommt, sondern an den Automaten geschickt wird. Dann kann ich es auch gleich zuhause am PC erledigen...


    Klar. Aber wenn es um Hausbau geht oder Probleme und der Ansprechpartner kennt Dich, dann kann er Dir in der Regel mehr bieten als einem Direktbankkunden, der neu in die Filiale kommt und keine Historie hat. Das muss dann letztlich jeder für sich selbst entscheiden, ob es ihm das wert ist oder nicht.

    mir geht es nicht darum, die Schufa ohne Ende in Schutz zu nehmen. Aber der Vergleich mit der Stasi ist und bleibt unpassend. Ich denke, das weißt Du auch.


    Um auf den zweiten Part von eben einzugehen: ein Kunde mit entsprechenden Schufaeinträgen bekommt keinen Kredit. Aber nicht jeder Dauerdispo hat schon einen negativen Schufaeintrag. Da ist noch ne Menge Sprengkraft in den Beständen...