Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von Marian_78
    Ich habe einen (erklärten) Neonazi hier aus meinem Ort in Deutschlandfahne eingehüllt gesehen, ich habe Sozialdemokraten mit Fahne gesehen - das ist alles nicht ein und das selbe.


    In der Tat, pauschalisieren wäre sehr falsch.



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    Grundsätzlich finde ich Massenbewegungen bedenklich, weil sie immer eine Dynamik mit sich bringen, die den Menschen erlaubt, im Zweifel (!) ihre niederen Instinke zu aktivieren.


    Betrifft das nur Massenbewegungen, die in irgendeiner Form mit Nationalismus zu tun haben?




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    1) Es geht nicht überwiegend um Fußball, sondern um ein Gemeinschaftserlebnis
    [Es mag ein paar Leute geben, die auch über Fußball diskutieren etc., aber die Mehrheit will sich nach meinem Eindruck in die Nationalfahne wickeln, feiern, saufen usw.]


    keine falsche Beobachtung, da ist viel Eventpublikum dabei. Was zwar mich als Fußballfan auch etwas stört, aber ich letztlich nicht dramatisch und schon gar nicht als Ansatzpunkt einer Gefährung betrachte.


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    2) Dieses Gemeinschaftserlebnis findet in der Gemeinschaft "Nation" statt
    [Siehe Nationalfahne, sie "Deutschland! Deutschland!"-Rufe etc.


    Ja, es geht ja auch um Deutschland, es war EM und Deutschland hat teilgenommen.


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    3) Dieses Gemeinschaftserlebnis beinhaltet deshalb die Abgrenzung gegenüber "den anderen" (Türken, Polen, Niederländern... bzw. in der Türkei auch gegen Deutschland usw.) und auch das Potential für Aggressionen
    [Hab ich selbst erlebt Wer dem Gemeinschaftserlebnis kritisch oder ablehnend gegenübersteht wird im besten Fall als Spinner abgetan, manchmal beschimpft und im schlimmsten Fall verprügelt. Einige der Reaktionen hier sind dafür m.E. leider ein Beispiel]


    Ein Stück weit Abgrenzung ist doch normal. Wenn es um Sport geht, dann feuer ich "meine" Nationalmannschaft an und will, dass sie sich gegen andere durchsetzt. Und zum Fussball gehört dann z.B. oft auch ein Sangeswettstreit dazu. Ist auf Vereinsebene ja nicht anders, Köln/Leverkusen, Dortmund/schalke usw. usf. - ist das für Dich dann genauso schlimm?



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    4) Es geht über das Gemeinschaftserlebnis hinaus im Identität. Diese wird dadurch ebenfalls über die Zugehörigkeit zu einer Nation definiert, nicht über Werte, Ansichten oder sowas, sondern über die (eigentlich eher formale) Zugehörigkeit zu einer Nation. Es gibt Nazis in Deutschland, es gibt Faschisten in der Türkei, genauso wie es in Deutschland und der Türkei total nette Menschen gibt. Die Zugehörigkeit zu einer Nation wird aber hier zu einem hochrangigen Merkmal - ein zivilisatorischer Rückschritt, wie ich finde.


    Wieso ist es denn ein zivilisatorischer Rückschritt, wenn man sich bei einem Sportereignis einer Nation, dazu noch seiner eigenen, zugehörig fühlt? Da geht es halt um den Erfolg von Deutschland, Spanien, Portugal, Türkei etc. pp. - da ist es normal, dass es ein hochrangiges Merkmal ist. Was das mit zivilisatorischem Rückschritt zu tun hat begreife ich nicht :confused:


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    5) Das alles im Zeitalter der Globalisierung riecht stark nach "Identitätsauffrischung", Formierung in alten Grenzen etc.


    Der Mensch hat Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Globalisierung ist für viele nicht einfach zu verkraften / mitzumachen. Da freut man sich, wenn man etwas identitätsstiftendes findet. Was willst Du mit "Formierung alter Grenzen" sagen? Durch die Globalisierung sind keine Ländergrenzen gefallen.


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    6) Derartige Massenereignisse sind insofern politisch, als sie die bestehenden Verhältnisse unterstützen (siehe Merkel im Stadion).


    Weil Merkel im Stadion ist, unterstützt ein solches Massenereignis die bestehenden Verhältnisse? Die Fussball-EM ist politisch? Sorry, das ist völlig abstrus. Die Regierungschefs sind gewissermassen auch Repräsentanten des Volkes. Klar, dass sie bei einem solchen Massenereignis auch anwesend sind, zumal, wenn sie (diesen Eindruck macht Merkel auf mich) auch wirklich selbst noch Spaß an der Sache haben.


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    7) Immer wieder wird von den Fahnenträgern selbst angeführt, man dürfe das jetzt endlich wieder. Insofern reiht sich das auch in einen Diskurs über die deutsche Vergangenheit und den Umgang mit ihr ein. In diesem Zusammenhang aber "wieder dürfen" zu wollen und wirklich sehr lautstarken Patriotismus zu leben, halte ich für verfehlt (wenn auch weder für verboten noch automatisch für rechtsradikal).


    Warum ist es verfehlt, lautstarken Patriotismus zu leben? Was daran ist verkehrt?


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    Ich bin sehr für einen offenen Umgang, ich habe nichts gegen "Deutsche", das ist für mich keine Kategorie. Ich fühle mich aber unwohl, wenn große Mengen das gleiche brüllen, das gleiche anziehen, die gleiche Fahne hissen und dabei i.d.R. jegliche Rücksichtnahme vernachlässigen.
    Ich bin sehr dafür, dass Menschen das Verbindende entdecken und feiern, aber das ist für mich nicht die Deutschlandfahne.


    Kein Mensch zwingt Dich ja auch, dass Du Dir auch ne Deutschlandfahne umbindest und mitfeierst. Aber "offener Umgang" sieht für mich doch anders aus als Dein Umgang mit dem Thema. Du stehst dem nicht offen gegenüber, sondern ablehnend.


    Und welche Rücksichtnahme meinst Du? Rücksichtnahme worauf?


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    Im übrigen kenne ich außer mir noch deutlich mehr Leute, die das ebenfalls kritisch sehen und ich kenne auch Leute, die Angst haben vor denen, die das so extatisch ausleben. In Ostdeutschland haben einige Rechtsradikale das auch genutzt, um zuzuschlagen. Und auch hier in Hessen habe ich erlebt, wie vor meiner Haustür einem einzelnen spanischen Fan hinterhergepöbelt wurde.


    Ja und? In Dortmund wird Schalke-Fans hinterhergepöbelt und umgekehrt. Das gehört zum Fussball ein Stück weit dazu. Im übrigen finde ich die Kauslität, dass wegen der EM und der Begeisterung und der vielen Deutschlandfahnen im Lande mehr Rechtsradikale zuschlagen, ziemlich abstrus. Die hätten auch so zugeschlagen, ohne EM. Die sind wegen meiner und anderer Fahnen am Auto und sonstwo nicht auf einmal stärker animiert.


    Ich finde, Du übertreibst insgesamt absolut. Dass Du selbst keine Fahne haben magst, Deine Sache. Aber die Befürchtungen, die Du aus der Begeisterung für den Fussball und dem unbeschwerten Umgang mit der Deutschland-Fahne ziehst, die halte ich für völlig überzogen.

    Die Frage, warum Dir die Fahnen unangenehm sind, wurde hier mehrfach gestellt. Du hast sie noch nicht beantwortet. Was hindert Dich daran? Ich teile Deine Meinung zwar nicht, aber ich würde sie gerne nachvollziehen. Die von Dir gebrachten Zitate helfen mi rnicht dabei. Ich würd wirklich gern mal hören, was DICH daran stört.

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    Original geschrieben von Marian_78
    Was ich auch offensichtlich finde ist, dass hier einige extrem unlocker reagieren. Das sollte zu denken geben und ist leider Teil dessen, was ich unangenehm finde an der ganzen National-Scheiße.


    Der ein oder andere Satz hätte nicht fallen müssen, ja. Aber "unlocker" finde ich ehrlich gesagt Dich. Was ist an den Autofahnen denn unangenehm? Und wieso kommt man dann direkt auf "die ganze National-Scheiße"? Findest Du das nicht etwas überzogen aus der Fussballbegeisterung für die deutsche Nationalmannschaft, die eben durch viele Fahnen an Häusern und Autos zum Ausdruck gebracht wurde, auf unlockeres Verhalten, Nationalscheiße und sowas abzuheben? Ich war im Urlaub in Österreich. Da fuhren viele rot-weiß-rote Fahnen an Autos mit. Ja und? Wo ist denn Dein Problem? Sind es Dir zu viele? Hast Du keinen Spaß am Fußball? ich versteh nicht, was so schlimm sein soll, wenn man sich Fahnen ans Auto macht. Musst Du ja selber nicht auch machen.


    Was die (von mir vermuteten und teils ja auch durchklingenden) geschichtlichen Hintergründe angeht: wir haben alle die Pflicht dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Aber deswegen keine Fahnen mehr ans Auto oder sonstiges zu machen...albern

    nee, echt? Eure Zuschauer bezahlen? Ich dachte immer, das wären so Karnevalsvereine auf Betriebsausflug. Aber hast Recht, die sind nicht auf den Rängen, die haben immer die Trikots an und sind auf m Rasen. :D


    und jetzt mal ernsthaft: ausleihen halte ich für realistisch, aber nachdem der FC ja trotz der Zuschauerzahlen nicht gerade in Geld schwimmt, frage ich mich durchaus ernsthaft, wo die auf einmal ne Ablöse von 15 Mio. hernehmen wollen.


    Aber letztlich könnte nix besseres passieren. Man holt sich Poldi, einen Deutschen Meister und glaubt damit schon quasi alles in der Tasche zu haben. Am Ende wird man dann doch wieder absteigen. Die bisherigen Verpflichtungen (mit Ausnahme von Geromel) würden mich jedenfalls nicht beruhigen...und Poldi wird auch nicht alles richten können, auch wenn er ein fantastischer Spieler ist.

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    Original geschrieben von *Hirschi*
    Ist schon lächerlich genug, dass solches Pack überhaupt noch das Recht hat, gegen irgendwen eine Klage anzustrengen! :rolleyes:


    Ich finds zwar geschmacklos und unter aller Sau, dass er das tatsächlich getan hat, aber gut, dass JEDEM diese Möglichkeit in unserem Rechtssystem offensteht.