Zitat
War gestern wieder bei der Bank! Ich gehe zum "Berater" und sage: "Ich möchte bitte das kaufen!" Ich hatte so maximal fünf Minuten bis zur Unterschrift geplant.
Aber nein. Er verwickelte mich in ein Bankberatungsgespräch. Alles Flehen, er möge einfach nur den Kaufvertrag ausdrucken war vergebens. Dann wollte er herausfinden, ob das Papier überhaupt für mich geeignet sei. Die direkte Aussage, daß ich keine Angaben zu meiner Anlagestrategie und Vermögenssituation machen werde - alles vergebens. Dann kam er mir mit dem Wertpapiergesetz. Auch mein Angebot er solle auf den Auftrag schreiben "Der Kunde wünschte keine Beratung" - alles verpuffte im Nichts.
Erst als ich gesagt habe "Sagen Sie mir, ob sie mir das verkaufen wollen! Bei "ja" drucken Sie - bei "nein" gehe ich." war er bereit, das zu tun, um was ich nur 30 Minuten vorher gebeten habe.
Ein "Berater" ist für mich die überflüssigste Person im Laden, weil sie nur meine Zeit raubt ohne mir einen Mehrwert zu bringen!
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Wenn Du entsprechend informiert bist: warum kaufst Du das Produkt dann nicht direkt im Internet? Im übrigen ist der Berater, so er Dich nicht kennt und ggfs. auch noch keine WP-Aufklärung vorhanden war in der Bank, in der Tat verpflichtet, Dir einen ganzen Katalog von Fragen zu stellen. Das ist kein böser Wille.
Es ist nach Mifid und Co. tatsächlich so, dass ich in der Bank als Berater einem Kunden, der das erste Mal vor mir sitzt, der bei uns noch kein Depot hat, keinerlei Papiere verkaufen darf, wenn er keine Angaben machen will. Gut, mag bei Dir jetzt nicht der Fall sein, bist schon länger Kunde bei Deiner Bank etc. pp., aber das Gesetz hat da echt einige (auch für Banker) manchmal lästige Fallstricke parat.
Ansonsten haben wir gerade in der Bank natürlich auch extrem mit dem Thema "Fachhandel/Internet" zu kämpfen. Man muss nicht mehr von Filiale zu Filiale dackeln, um Preise zu vergleichen, vieles wird online abgewickelt. Mittlerweile ja sogar Baufinanzierungen. Grundsätzlich kein verkehrter Schritt, da muss man dann als "traditionelle" Bank eben drauf reagieren auf diese Entwicklung. Man darf m.E. nur nicht den Fehler machen, immer bei jedem Angebot an bester Stelle liegen zu wollen. Ich will den Kunden langfristig haben und das gelingt mir am besten, wenn ich zwar vielleicht nicht bei jedem Angebot auf Nr. 1 bin, aber der Kunde das Gefühl hat, faire Konditionen zu bekommen. Die Diba z.B. ist nicht ohne Grund so erfolgreich, obwohl sie nicht überall Spitzenreiter ist. Und umgekehrt würde ich mich bei einer Bank am besten aufgehoben fühlen, wo ich das Gefühl habe, fair behandelt zu werden. Und das gilt für mich nicht nur in der Bank, sondern eben auch in Geschäften. Unabhängig ob das mein EP-Geschäft um die Ecke ist, meine Autowerkstatt, meine Apotheke, mein Kleidungsgeschäft etc. pp. - da gibt es massive Unterschiede in der Qualität. Und dennoch sind das alles Dinge, die ich nie im Internet kaufen würde. Technik schon gar nicht, Kleidung unter Umständen und Medikamente z.B. auf keinen Fall. Das einzige, was ich regelmässig im Internet kaufe, sind CDs, DVDs und Bücher, wenn ich weiß, welche ich will. Bei Büchern gehe ich ggfs. auch noch mal in ne Buchhandlung und lasse mir was empfehlen.
Kleidung für die Arbeit kaufe ich z.B. i.W. bei Ansons, weil ich das Gefühl habe, dass Preis/Leistung da in einem guten Verhältnis stehen und ich vor allem gut und fair beraten werde und nicht auf Teufel komm raus mir man etwas aufschwatzen will. Was ich (aus eigener Erfahrung im Bankberuf, aber auch von Freunden schon gehört) überhaupt nicht abkann, sind Leute, die sich bis zum Erbrechen beraten lassen, dann aber jedesmal das Produkt im Internet kaufen. Natürlich muss man sich informieren und vergleichen. Aber wenn das nahezu jedesmal passiert, dann ist man geneigt, demjenigen die Beratung irgendwann zu verweigern...verschwendete Zeit...