Zitat
Original geschrieben von IGGY
1. Unter 25 jährige sollen von den Eltern finanziert werden! Keine Wohnung!
Warum auch nicht, sofern den Eltern das möglich ist? Gibt genügend Familien (nicht nur Reiche!), in denen das Standard ist. Sehe keinen Grund, dass jemand mit 18 schon zwingend Anspruch auf eine eigene Wohnung etc. haben muss.
Zitat
2. Leute die Vermögen ect. haben müssen diesen erst verbrauchen bevor Sie Anspruch auf irgendwelche Leistungen haben. Also da weiß man warum so viele lieber auswandern als Ihr Hab und Gut hier verkaufen zu müssen um zu überleben.
Ich kann verstehen, dass es nicht schön ist, wenn man angespartes Vermögen aufbrauchen muss, um zu leben und nicht, um sich schöne Dinge davon leisten zu können. Diese Thematik stellt sich ja nicht nur bei Hartz-IV, sondern z.B. auch bei Pflegekosten etc. pp. - da sehe ich es aber letztlich überall gleich: der Staat ist dazu da, dann zu unterstützen, wenn man aus eigener (Finanz)kraft nicht mehr leben könnte. Insofern finde ich es konsequent, dass man zunächst einmal an sein eigenes Geld gehen muss (bis auf gewisse Freibeträge), bevor man staatliche Unterstützung bekommt.
Zitat
3. Partner/in arbeitet, schon bekommt man keine Leistung oder nur Anteilsmäßig das was einem Hartz4 Pärchen zustehen würde. Welcher Partner/in macht das auf Dauer mit?
Finde ich grundsätzlich auch richtig. Es wird doch von vielen immer Wert darauf gelegt, dass man auch als Unverheiratete die gleichen Rechte haben sollte wie bei verheirateten Paaren. Dann aber bitte auch die gleichen Pflichten!
Zitat
Jeder würde, wenn er eine Chance hätte, sehen dass er sich dementsprechend verbessert. Das Problem ist aber: es gibt keine Jobs, mit dem sie das erreichen können! Nochmal: ES GIBT DIE JOBS NICHT!
Es gibt aktuell immer noch nicht einen Job für jeden. Aber es gibt immer mehr Jobs! Die Zeiten, in denen man auf dem Arbeitsmarkt überhaupt keine Chance mehr hatte, die sind vorbei. Die Arbeitslosenzahl sinkt, die Konjunktur wächst und es entstehen wieder mehr und mehr Beschäftigungsverhältnisse! Lange noch nicht genug, ohne Zweifel. Aber tut bitte auch nicht so, als würde sich die Spirale immer nur abwärts drehen.
Was den ersten Satz angeht, dass jeder würde, wenn er eine Chance sehen würde... nunja, sicherlich. Aber die Frage ist, was alles für "jeden" erfüllt sein muss, damit es besser ist. Wenn ich sehe, welche Anspruchshaltung beispielsweise Martyn hier an den Tag legt, was da für jeden alles zur Verfügung stehen muss, dann stelle ich "jeder" sehr massiv in Frage...
Zitat
Es qualifiziert niemanden weiter wenn er auf dem Feld ackert, es bessert die Bezüge nicht auf, es bekämpft wegen der fehlenden Perspektive keine Zukunftsangst
Das passiert aber alles auch nicht, wenn man zu Hause sitzt ohne irgendetwas zu tun.
Zitat
es schafft ihm nur neue Probleme, nämlich körperliche Anstrengung
Damit ist Arbeit nunmal verbunden. Wenn jetzt körperliche Anstrengung allgemein schon eine zu hohe Anforderung ist, dann gute Nacht. Wie wollen Leute, die sich über körperliche Anstrengung beklagen, eigentlich je wieder einen Job finden???
Zitat
ausgenutzt-werden (damit der Bauer weiter eine nagelneue E-Klasse fahren kann)
Du magst es nicht, wenn auf der Seite der Hartz-IV-ler pauschalisiert und mit Klischees gearbeitet wird. Dann lass es doch bitte andersherum auch.
Zitat
Zu hinterfragen ob derjenige moralisch verpflichtet sei für das Geld des Staates, das er bekommt, eine Gegenleistung bringen zu müssen (wie Du es tust), scheitert einfach daran dass derjenige nicht für seinen Geldgeber, also den Staat, arbeitet - sondern einen Bauern!
Korrekt, ich sehe insofern den vieldiskutierten Spargelernteneinsatz auch kritisch. (auch wenn er bei manchen Arbeitslosen schon einiges über die Einstellung verrät). Aber generell bin ich durchaus dafür, Leistungsbezieher zur Arbeit zur verpflichten, allerdings dann gemeinnützig, auf kommunaler Ebene z.B. als Schülerlotsen, in der Stadtreinigung, in sozialen Diensten, Fahrdienst, Betreuung etc. pp. - die Möglichkeiten sind vielfältig, auch die an würdevoller Arbeit, die nicht überanstrengt und sogar Sinn macht, weil die Gemeinschaft davon profitiert.
Zitat
Was Du einfach nicht verstehen willst oder kannst ist dass es nicht permanent um die Bringschuld der Bürger geht, die für ihren Finanzier schuften sollen, sondern dass es zugleich ein Recht auf Arbeit und eine angemessene Bezahlung gibt - also auch ein Recht des Bürgers auf Leistungen, mit denen er sein Wohlergehen finanzieren kann. Und dieses Recht können die ALGler gar nicht, und die Geringverdiener nur eingeschränkt wahrnehmen.
Dass eine keine Arbeit gibt: Humbug. Nicht ausreichend für jeden: ja, s.o. - aber eben auch (nicht nur!) eine Frage des Anspruchsdenkens.
Das Grundproblem an der ganzen Geschichte ist auch nicht Hartz-IV alleine und die, die es mißbrauchen, sondern, und da stimme ich No Teen zu und auch dem Part in Deinem Posting: viele Arbeitgeber bezahlen Arbeit nicht mehr angemessen. Was aber einerseits weder bedeuten darf, dies klaglos hinzunehmen, aber auch nicht bedeuten darf, nichts mehr zu unternehmen, sondern sich überspitzt gesagt durchfüttern zu lassen.