Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von Martyn
    Jemand mit Bankkonto hätte für die gleiche Leistung zwischen 0,00€ und 1,25€ bezahlt.


    Es wird sicherlich deutlich billiger sein als permanente Barüberweisungen. Aber ein Guthabenkonto verursacht hohen Bearbeitungs/Überwachungsaufwand. Ich glaube kaum, dass die kostenlos vergeben werden.


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    Bei Maestro und Cirrus Karten wäre es auch kein Problem, da sowas auch ohne Kreditlimit funktioniert.


    Um ungedeckt Einkaufen zu gehen, reicht es aus, einen Laden zu betreten, der per ELV/POZ kassiert und nicht via POS. Dafür brauchts keine Kreditkarte. Deswegen ist auch eine MaestroCard nicht selbstverständlich bei Guthabenkonten.

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    Original geschrieben von Printus
    Wenn man sich in Schuldnerforen beliest stellt man aber fest daß die Praxis anders aussieht, nämlich die Leute müssen zu 10 Banken rennen bevor sie einmal vielleicjht mit Glück an einen Berater kommen, der ihnen das Konto tatsächlich eröffnet.


    Zur Zeit ist es also tatsächlich so daß die Selbstverpflichtung der Banken eine Farce ist, und das Papier nicht wert, auf dem es steht.


    Ja und nein. Der Begriff "Farce" geht m.E. zu weit, ganz so schlimm ist es m.E. nicht (11 Jahre Berufserfahrung...) ich kenne es aber aus der Praxis selbst, dass nicht jede Bank (im übrigen auch nicht jede Sparkasse!) dazu bereit ist, entsprechende Guthabenkonten zu eröffnen. Ist also in der Tat nicht grundlos die Diskussion.


    Was man aber auch erwähnen sollte, ist dass solche Foren natürlich nun nicht unbedingt den repäsentativen Schnitt bilden. Da melden sich i.d.R. die Unzufriedenen zu Wort, die, wo es geklappt hat, schreiben dort nicht. Warum auch, die haben ja keinen Grund sich zu beschweren. Und Lob verteilt der Mensch an sich nunmal seltener.



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    Stattdessen bereichern sie sich mit hohen Gebühren, die ausgerechnet die Ärmsten der Armen und die hoch Verschuldeten bei der Abwicklung von Bargeschäften zahlen müssen.


    Die bereichern sich daran nicht, die versuchen, ihre Kosten zu decken. Im übrigen müssen diese Gebühren nicht nur die Ärmsten der Armen zahlen, sondern auch durchschnittlich und überdurchschnittlich begüterte Menschen. Davon machen auch sehr viele noch Barüberweisungen, warum auch immer. Diese Dinger verursachen einfach einen immensen Aufwand. Zum Bereichern reichen diese Gebühren nicht aus.

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    Original geschrieben von Hightower2004
    Aber ein Guthabenkonto ist eigentlich auch nichts anderes als ein Sparbuch.


    Wie kommst Du denn zu der Annahme? Versuch mal, über ein Sparbuch eine Überweisung ausführen zu lassen... Gutschriften ja, Abbuchungen nein. Insofern: deutlicher, vor allem wichtiger Unterschied.


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    Ein Konto auf Guthabenbasis beinhaltet sehr wohl eine EC-Karte.


    Einspruch Euer Ehren. Das kann jede Bank handhaben wie sie möchte. Und es gibt Banken, die definitiv maximal eine Service-Karte ausgeben, mit der der Kunde zwar Auszüge ziehen kann, aber sonst nichts.


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    Nach den 5 Jahren sollte in dieser "zentralen Datei" vermerkt werden, daß er bei Bank xy ein Guthabenkonto mit jährlich im voraus zu zahlenden Standardgebühren (!) hat, um zu verhindern, daß er Bank xy um Ihre Gebühren bzw. die Erstattung für Ihren Aufwand und Ihr Risiko prellt und dann bei Bank abc das selbe von vorne versucht. Also Banknomaden statt Mietnomaden quasi.


    Auch wenn ich die Arroganz von Goodzilla hinsichtlich des IQs nicht gut finde, in diesem Passus hier steckt leider wahres drin. Diese "Banknomaden" gibt es leider auch. Führen das Konto eine Zeitlang, zahlen die Gebühren nicht, werden gekündigt und suchen sich die nächste Bank. Einklagen der Gebühren ist sinnlos, insofern kommen die mit der Masche i.d.R. oft durch.


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    Als Banker weißt du ja nur zu gut, dass ihr euch jeden Handgriff am Schalter nochmal extra bezahlen lasst, so auch z.B. Bargeld Ein- oder Auszahlungen oder alles was nicht über Girokonten läuft oder über Automaten.


    Auch das: von Bank zu Bank unterschiedlich. Nicht alles, was am Schalter passiert kostet Geld. Was Nicht-Kontobesitzer aber in der Tat trifft, ist die Gebühr für die Barüberweisungen. Zwischen 5 und 10 Euro die Bandbreite. Wer wenig Geld hat, für den ist das natürlich hart, insofern macht die Kontoverpflichtung m.E. durchaus Sinn. Aber die Gebühr an sich deckt leider oft noch nichtmal den Aufwand, der da entsteht bei einer Barüberweisung.

    Re: Bundesregierung will Rechtsanspruch auf Bankkonto einführen


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    Original geschrieben von Shani Ace
    Ich habe bei der Postbank derzeit keine EC-Karte, wollten die mir bei Kontoeröffnung nicht ausstellen (wahrscheinlich aufgrund eines Schufa-Eintrages) - kann ich, ausgehend von der Aussage, darauf hoffen, dass ich bald trotzdem eine EC-Karte von denen verlangen könnte?
    Würde es etwas bringen, dies schon jetzt in einem Schreiben an die Postbank anzubringen (ist ja bisher nur eine Idee und noch kein fertiges und in Kraft getretenes Gesetz)?


    Den Ansatz finde ich auch als Banker insgesamt richtig, es scheint leider immer noch genügend Institute zu geben, die das nicht machen mit den Guthabenkonten.


    Um auf Deine Frage einzugehen: ich bin kein Rechtsfachmann, aber aus dem Bankgewerbe. Ich würde sagen, dass Du zwar im Zweifel einen Anspruch auf ein Konto hast, aber nicht auf eine ec/maestro-Karte. I.d.R. hat das Gründe, wenn die nicht ausgegeben wird, sondern nur eine einfache Kundenkarte. Die Schufa ist einer dieser Gründe.


    Hightower: diese Zentralstelle gibt es, nennt sich Schufa. Da sind die Sparkassen allerdings i.d.R. nicht angeschlossen bzw. melden nicht alles.

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    Original geschrieben von Printus
    Es paßt trotzdem nicht in mein Bild von einem diskreten und seriösen Unternehmen, wenn man Kunden mit Werbung kontaktiert. Allein die potentielle Möglichkeit seinen Kunden Werbung unterzujubeln, paßt für mich nicht ins Bild eines ernstzunehmenden Geldinstitutes.


    Adressweitergabe an Unternehmen aus der freien Wirtschaft wäre für eine Bank in der Tat unter aller Kanone. Aber die eigenen Produkte an bekannte Kunden bewerben ist dfoch ein vollkommen normaler Vorgang und hat nichts mit Indiskretion o.ä. zu tun.

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    Original geschrieben von *Hirschi*
    Hat alles nichts mit Geiz-ist-geil zu tun, sondern manche Leute müssen eben jeden Euro zweimal umdrehen, damit am 15. nicht der letzte ist!


    Das stelle ich gar nicht in Abrede. Das sind auch nicht die, die ich mit der Geiz-ist-geil-aber-bitte-Vollkasko-Mentalität meine. Letzere aber sind nunmal leider auch nicht in eben knapper Zahl vorhanden und haben eben durchaus einen großen Einfluß auf den Druck, dem sich die Anbieter ausgesetzt sehen. Es ist doch irgendwie seltsam, dass z.B. die Energiepreise steigen, Mieten steigen, Steuern steigen etc. pp., aber manche Lebensmittel immer günstiger werden. Das kann imho nur zu Lasten der Qualität gehen.

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    Original geschrieben von *Hirschi*
    Und warum das alles? Nicht etwa, weil die Leute sparsamer geworden sind, sondern weil dem Volk (dank Vater Staat) immer weniger Geld zur Verfügung steht!


    Achso, am Preisdruck ist der Staat letztendlich schuld? Amüsante Betrachtungsweise. Dass aber gerade die Verbraucher mit ihrer Geiz-ist-geil-aber-bitte-Vollkasko-Mentalität da einiges selbst zu beisteuern, hältst Du das zumindest für möglich? ;)