Zitat
Original geschrieben von Handyfreak83
Es werden wohl kaum 1 Million NUR wegen unserem neuen Papst gekommen sein.Habt ihr gesehen wieviele Leute sturzbetrunken waren?Toller Glaube 
Ich denke auch, dass die nicht alle nur wegen dem Papst gekommen sind. Aber vermutlich werden die allermeisten doch ihn als Grund gehabt haben und der Rest wohl das Erlebnis mit so vielen auf einmal Gottesdienst feiern zu können.
War die komplette Woche als Helfer im Einsatz, habe Pilger vom Bahnhof zu ihren Unterkünften geshuttelt, Fragen beantwortet, organsiert, improvisiert, war mal in Düsseldorf bei scoutmission, dann in Köln bei der Papst-Schiffahrt und zum guten Schluß auf dem Marienfeld.
Und ich habe nicht einen einzigen betrunkenen Pilger gesehen. Worauf diese 80 % Aussage drauf basieren soll ist mir recht schleierhaft. Hier und da war mal einer, der eine Flasche Bier in der Hand hatte, es werden sicherlich auch einige Leute mehr getrunken haben, aber die Aussage von Dir ist totaler Mumpitz.
Was ich aber überall erlebt habe, war eine sagenhafte Atmosphäre, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Sei es beim Überbrücken der Wartezeiten auf die Zuteilung der Unterkünfte, beim Verteilen des Essens, beim Programm in Düsseldorf und Köln, beim Abschluß auf dem Marienfeld, beim Hin- und Rückweg... überall eine fröhliche friedliche Atmosphäre. Einfach toll. Die Pilger gut drauf trotz vieler Strapazen, aber auch die Gastgeber und Anwohner waren einfach super. Bin auf dem Rückweg vom Marienfeld durch Horrem gelaufen und da standen überall Neugierige und Interessierte Anwohner, die z.T. kostenlos Getränke verteilt haben, Kuchen angeboten und und und... auf dem Marienfeld gabs viel zu wenig zu Essen für alle, dort haben alle ohne Probleme miteinander geteilt, was da war, damit jeder etwas hatte. Es war einfach ein tolles Gemeinschaftsgefühl spürbar, egal aus welchem Land man kam.
Sehr interessant fand ich die Aussage von zwei muslimischen Jordaniern, die ich gefragt habe, warum sie denn gekommen wären. "Weil es doch letztlich der gleiche Gott ist und es nichts größeres gibt, als den Papst zu sehen". Auch wenn ich bei letzterem persönlich anderer Meinung bin, so bin ich doch begeistert, was letztlich hinter dieser Aussage steckt. So etwas wie Akzeptanz, Toleranz, Anerkennung. Sowas macht Mut, Hoffnung und setzt Zeichen. Genauso wie der Papstbesuch in der Synagoge.
Sicher, es war auch nicht alles Gold was glänzt, die "Regeln" zur Austeilung der Kommunion mit dem doch recht deutlichen Ausschluß aller Nicht-Katholiken fand ich ziemlich daneben ehrlich gesagt. Organisatorisch war auch nicht alles vom Gelben, aber improvisieren hat auch super geklappt.
Insgesamt gehe ich zwar körperlich ziemlich fertig aus dieser Woche, aber geistig sehr zufrieden und froh. Ich will diese Woche und die Eindrücke, die ich gesammelt habe, die Erlebnisse, die ich hatte, die Erfahrungen, die ich gemacht habe, nicht mehr vermissen. Es war letztendlich toll.