Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von Intruder
    Abgesehen davon verdienen Studienabgänger i.d.R. mehr und zahlen das über wesentlich höhere Steuern (dank Progression) auch wieder an die Allgemeinheit zurück. Reicht das nicht?


    Gute Frage...bin mir da auch unschlüssig...zweckgebundene Zahlungen an die Uni halte ich für sinnvoller. Und ob das nicht reicht... das Thema hat man anders geartet ja z.B. da wo Singles, die ohnehin bereits mehr Steuern als Verheiratete oder Familien zahlen jetzt noch einen Aufschlag auf die Pflegeversicherung zahlen müssen / sollen. Offenbar scheint man mit den Steuern alleine nicht hinzukommen.

    ich sehe das auch etwas zweigeteilt. Die Studiengebühren für ein Erststudium finde ich auch nicht wirklich richtig. Das sollte durchaus frei sein innerhalb der Regelstudienzeit + meinetwegen 2 Semester. Danach aber kann und sollte da durchaus auch mit deftigen Gebühren zugeschlagen werden. Denn es gibt leider viel zu viele, die es schleifen lassen mit dem Studium, Plätze und Kapazitäten belegen, die andere, die wirklich studieren wollen, möglicherweise dann nicht bekommen können. Und viele, die nur eingeschrieben sind, um an alle möglichen Vergünstigungen zu kommen. Auch wenn es legal ist und einen gewissen Charme hat, Sinn eines Studiums ist das ja nicht wirklich...


    Thema Bafög / Kredit kann ich nur relativ schwer beurteilen, aber die Argumentationsgrundlage hierfür war bzw. ist doch, dass Akademiker im Durchschnitt nach Studienabschluß mehr verdienen als Nicht-Akademiker und ihnen deswegen eine Rückzahlung eines Kredites durchaus zumutbar ist. Problematisch ist das m.E. aber insoweit, dass das auf die Akademiker, die tatsächlich einen Job finden, zutrifft. Aber wovon soll ein arbeitsloser Akakdemiker das zurückzahlen? Nicht jeder findet nach dem Studium direkt einen Job? Weiß jemand, wie da die Regelungen aussehen sollen?

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    Original geschrieben von addictivebn


    Vielleicht mag es moralisch für den einen oder anderen verwerflich sein, ungesetzlich ist es hingegen nicht.


    Und gerade um den moralischen Aspekt dreht sich ja nun diese Diskussion hier bzw. dieser Aspekt bringt die teils überzogene Schärfe hier hinein.


    Auf mein Posting (Seite 3) habe ich von Dir und anderen mit Deiner Ansicht übrigens noch keine Antwort. Wo ist die Grenze? Wie weit zurück will man das geschehene Unrecht miteinander aufrechnen?


    bimmelbommel: Dein Vergleich mit den Klassenausflügen hinkt alleine aufgrund der räumlichen Gegebenheiten.

    Wie lange soll denn diese ganze Geschichte noch gehen? 5 Jahre? 10 Jahre? 100 Jahre? Oder wenn den Deutschen die "urdeutschen" Gebiete zurückgegeben worden sind?


    Wie weit zurück sollen solche "Ungerechtigkeiten" denn wieder ausgeglichen werden? Nur auf den 2. Weltkrieg bezogen? Oder muss das Unrecht aus dem 1. Weltkrieg auch wieder "gutgemacht" werden? Was ist mit den christlichen Kreuzzügen? Was mit der Besetzung Afrikas durch Kolonialmächte?


    Der zweite Weltkrieg ist vorbei. Immer und immer wieder höre und lese ich, dass es an der Zeit ist, die Vergangenheit zu begraben und ruhen zu lassen. Und das ist auch richtig so. Und wenn Organisationen wie die preußische Treuhand oder Gruppierungen wie das polnische Parlament das nicht können, ist es traurig.


    Im übrigen hat die polnische Regierung den Forderungen des Parlaments eine klare Absage erteilt. Aber "die Polen" sind ja alle unmöglich...

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    Original geschrieben von SiemensFreak³
    Und nur weil uns unsere Mitbürger im Osten wieder nicht raffen, die Rosinen aus DDR und BRD rauspicken wollen und ernsthaft an diese Scheinwelt glauben gibts jetzt so ne Bambule.
    Absolut unnötig


    Das sind nicht nur unsere Mitbürger im Osten. Auch im Westen gibt es - wenn auch in geringerem Umfang Proteste gegen Hartz IV. Solche Äußerungen wie von Dir treiben doch nur den Keil weiter rein, den Bild und Co. schon eingeschlagen haben. "Der Osten"... "der Westen"...wir sind EIN LAND! Sicher immer noch mit unterschiedlichen Voraussetzungen, aber in vielen Köpfen ist der Gedanke dennoch noch nicht verankert. Und dass jeder fünfte Deutsche die Mauer wieder aufgebaut wissen will, stimmt mich mehr als traurig. Und bevor wieder jemand sagt "ja, die Ossis haben alle n Knall...": im "Westen" befürworten das mehr als im "Osten"...


    Wir brauchen auch in der Regierung Leute, die sagen, was sie denken;-) und in beiden Lagern auch Leute, die neben Ihrer geäußerten Kritik auch Alternativen aufzeigen. Und Lafontaines Hauptargument "die SPD verliert jede Wahl, sie muss ihre Politik ändern" mag schön und logisch klingen, ist und bleibt aber substanzlos, wenn der gute Oskaer nicht auch mal äußerst, wie er sich diese Politik realistisch vorstellt.