könnte wenn und wäre...worauf stützt Frau Merkel ihre Befürchtungen? Hat die CDU Hartz IV nicht zugestimmt?
Beiträge von Erik Meijer
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Ich habe einen arbeitslosen Bruder in einer absolut beschissenen Branche (Schauspieler). Insofern wenn auch nicht selbst, aber doch auch sehr persönlich betroffen von der ganzen Geschichte und dementsprechend auch informiert und involviert. Und argumentiere dennoch so.
Seine Motivation ist natürlich nicht die beste, aber von nix kommt nun mal nix und das hat auch er begriffen, also reißt er sich den Arsch auch weiterhin auf. Das ist das mindeste was ich von einem Arbeitslosen erwarten kann. Habe ja Verständnis, wenn die nicht freudestrahlend rumlaufen nach X Absagen, aber deswegen aufhören sich zu bewerben? Davon kann es ja nun auch nicht besser werden oder?
Schade, dass Du meine an sich recht einfache Frage zu den Mahlzeiten immer noch nicht bzw. nicht mehr beantworten magst. Davon werden unsere Standpunkte sich sicher nicht annähern, interessieren würde es mich aber dennoch.
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Zitat
Original geschrieben von matze929
Du verstehst da nur was richtig falsch. Du machts jetzt Deine Arbeit (ich nehme mal an nicht zum Hungerlohn) und wenn Du Bock hast suchst Du Dir in der restlichen Zeit eben einen neuen Job, damit es Dir mal noch besser geht oder für sonst welchen Luxus. Gut geht es Dir jetzt auch, Du brauchst nicht unbedingt einen neuen Job. Der ALG2 1 Euro Jobber kämpft jeden Tag ums nackte Überleben. Der geht jeden Tag 7-8 Std. schuften und kann sich nix leisten. Gesellschaftliches Zusammenleben (Kino, Volksfest etc.) gleich null, weil keine Kohle dafür da. Und Du verlangst ja zusätzlich von Diesen Hungerlohn auch noch Fahrtkosten, Arbeitskleidung, Monatskarte etc. davon zu bezahlen. Und natürlich in der restlichen Zeit neben dem 1 Euro Job nach einen anständigen Job suchen. Geht ja auch so einfach in heutiger Zeit. Ich frage Dich, welche ALG2 Bezieher soll da noch die nötige Motivation für aufbringen ?
Wann soll er evtl. Vorstellungsgespräche wahrnehmen ? Gönnst Du solchen Leuten eigentlich keine Freizeit ?Wenn ein ALG II Bezieher nicht die nötige Motivation aufbringt, sich einen Job zu suchen und sich zu bewerben (und zwar unabhängig davon ob er einen 1-Euro-Job hat oder nicht) würde ich ihm das ALG II streichen. Und zwar komplett. Vielleicht hat er dann ja die nötige Motivation. Sorry, aber wenn ich keinen Job habe, darf ich nicht erwarten, dass mir was zufällt, sondern muss mir verdammt noch mal den Arsch aufreißen. Und selbst dann bleibt mir noch Freizeit, auch wenn ich einen 8-Stunden-Job habe. Der zeitliche Unterschied zu einem "normalen" Angestellten" ist nicht vorhanden und nochmal: wenn er dann keine Motivation mitbringt, dann tuts mir noch nicht mal mehr leid für ihn.
Im übrigen verlange ich nicht, dass er von dem Hungerlohn (falsch verstanden, es ist kein Lohn, sondern Geld was er zusätzlich erhält...in Deiner polemischen Schreibweise könnte man auch sagen, jeder ALG-II-Bezieher erhält Kohle ohne sich dafür rühren zu müssen, wenn er keinen 1-Euro-Job hat) auch noch Fahrkarte und Arbeitskleidung bezahlt. Ich versuche nur Argumente zu enträften. Zur Arbeitskleidung habe ich oben was geschrieben, zu den Monatstickets als Beispiel auch. Ich warte aber immer noch auf die Antwort auf meine Frage an Dich, wieso jemand mit nem 1-Euro-Job nun auf einmal eine Mahlzeit mehr bezahlen muss.
@ muli: woher kannst Du das denn so definitiv beurteilen, ob die Mehrheit oder Minderheit meiner ALG/SH-empfangenden Kunden ein Monatsticket hat oder nicht?
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Original geschrieben von muli
Ist klar, und von diesen "wenigen Ausnahmefällen" schließt Du auf die Allgemeinheit.P.S.: Ich habe in mein obiges Posting noch was reineditiert, evtl. kannst Du Dich dazu auch noch äußern.

Gruß
muli
Das "wenige Ausnahmefälle" stammt nicht von mir. Das hast Du in meine Aussage reininterpretiert. Ich bin nur mal so dreist und behaupte, meine Kunden besser zu kennen als Du...
Zu dem reineditierten: 345 plus Hinzuverdienst. Nehmen wir mal an 5 tage die Woche mal 7 Stunden, sind 35 Euro pro Woche. Korrekt? Mal 3 Wochen macht immerhin 140 Euro im Monat. Kosten für ein Monatsticket je nach Verkehrsverbund zwischen 30 und 60 Euro. Reicht das?
Die ggfs. anfallende Arbeitskleidung übrigens ist in aller Regel eine einmalige Anschaffung und nicht jeden Monat vom Lohn abzuziehen. Insofern zieht dieses Argument für mich nicht, wenn es heißt, der Zusatzverdienst würde durch sowas aufgefressen.
Matze: Tschuldigung, aber wieso hat man nach einem 7-8 Stunden Tag keine zeit mehr Stellenanzeigen zu lesen und Bewerbungen zu schreiben??? Mein Tag hat 24 Stunden und selbst wenn ich acht Stunden Schlaf und zwei Stunden Arbeitsweg abrechne habe ich immer noch sechs Stunden übrig...
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Ääääääääähgypten?
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Zitat
Original geschrieben von muli
Da frage ich mich, woher Du als Banker an der Front das weißt? Also ich sehe keinen Anlass dafür, daß ich meinem Banker, aus welchen Gründen auch immer, darüber informiere, ob ich eine Monatskarte habe. :confused: IMHO klingst Du diesbezüglich sehr unglaubwürdig, um nicht zu sagen populistisch.Gruß
muli
Quite easy: informieren tut mich niemand darüber. Aber a) gibt es Kunden, die für so etwas Daueraufträge einrichten, b) gibt es Kunden, die anrufen und sich entweder nen Ersatzkontoauszug schicken lassen - den ich nochmal gegenchecke oder sich telefonisch über den ein oder anderen Umsatz auf ihrem Konto informieren und c) der unangenehmste aller Fälle: ab und an platzt auch mal eine Lastschrift.
Du siehst: ich schnüffel nicht in Konten rum, die Kunden informieren mich nicht direkt - wüsste ich ähnlich wie Du keinen Grund für - aber man bekommt es eben trotzdem mit, auch wenn man nicht danach sucht.
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Segen für die Langzeitarbeitslosen würde ich es auch nicht nennen. Aber es wird oft der Eindruck erweckt, das wäre alles nur nachteilig. Und das ist es in meinen Augen nicht.
Und die Gefährdung anderer Arbeitsplätze halte ich nunmal nach wie vor für Schwarzmalerei. Wer will das seriös beurteilen? Qualifizierte Arbeitskräfte lassen sich nicht beliebig durch ein Euro Kräfte ersetzen. Ergänzen ja, ersetzen kann ich mir in manchen Bereichen vorstellen, aber z.B. im Pflegebereich nun absolut nicht. Es wird allzuhäufig alles pauschal abgeurteilt.
Warum muss denn eine zusätzliche Mahlzeit finanziert werden, weil jemand einen 1-Euro-Job bekommt?
Und nicht für jeden Job brauche ich spezielle Arbeitskleidung. Klar gibt einige, aber selbst dann muss ich die nicht in jedem Falle selbst bezahlen. Also auch hier: nicht einfach alles pauschal über einen Kamm scheren und schlechtreden.
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Wenn ich mal so in meine Kundschaft schaue, da haben viele Langzeitarbeitslose bereits Monatstickets für die Bahn bzw. ÖPNV, es muss also lang nicht jeder seine zusätzlichen Einkünfte alleine für die Fahrtkosten wieder ausgeben, was ja oft schwarzmalerisch so dargestellt wird. MANCH EINEN wirds MÖGLICHERWEISE treffen, ja, aber eben nur MANCH EINER...
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Bin in der Tat davon ausgegangen, dass es sich um Freiwilligeit handelt. Dennoch sollen die Arbeitslosen aber ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Diese Forderungen gibt es auch aus Regierungskreisen und in meinen Augen gibt es nichts, was dagegen spricht:
http://www.chancenfueralle.de/…rteidigt_1-Euro-Jobs.html
Dass die Arbeitslosenstatistik damit geschönt wird: unwidersprochen. Was aber daran für die Betroffenen eine Abwärtsspirale sein soll wüsste ich jetzt nicht. Die können sich Geld dazuverdienen, kommen wieder in einen regelmässigen Takt im Arbeitsleben, was nach langer Arbeitslosigkeit sicher nicht einfach ist, dafür aber umso wichtiger. Und sich aus so einem Verhältnis auf hoffentlich auch mal neu entstehende Jobs zu bewerben (zumindest der Pflegebereich ist auch ohne die 1-Euro-Jobs noch im Wachsen), ist vermutlich auch erfolgversprechender als es aus der reinen Arbeitslosigkeit zu tun.
Warum soll ein Arbeitsloser den ganzen Tag zu Hause sitzen? Hat doch niemand was von. Also: gemeinnützige Arbeit und ne kleine Entlohnung dafür. Kann ich keinen Nachteil drin erkennen, solange da keine Vollzeitjobs für abgebaut werden. Sicherlich wird es schwarze Schafe geben, die das tun werden, aber die nutzen den Staat wahrscheinlich heute schon zu Ungunsten der Beschäftigten aus, soweit wie es geht.
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Netter Ansatz, so gewinnen wir 4 Mio neue Pflegekräfte. Werden die aber a) in dieser Menge gebraucht? b) kann so nen Job jeder machen? Habe einen Heidenrespekt vor Alten- und Krankenpflegern. Glaube nicht, dass sich jeder dafür eignet. Und genau deswegen halte ich es für richtig, dass man den Weg geht, auf dem man ist mit den 1-Euro-Jobs. Wer WILL, kann sich auf diesem Wege etwas hinzuverdienen. Aber gerade in der Pflege sollte man keinen zwingen, das zu tun. Das würde den Pflegebedürftigen wohl eher zum Nachteil gereichen.