Beiträge von Erik Meijer

    Wie die heute klarkommen? Schlecht. Pflegepersonal fehlt an allen Ecken und Enden. Deswegen sind Unterstützungskräfte, die z.B. gemeinsam mit einem erfahrenen Pfleger auf Tour gehen, eine gute Lösung - zumal sie billiger sind als vollwertige Pflegekräfte. Sicherlich nicht das Optimum, aber besser als nichts. Wo das Geld herkommt, well, ich weiß es auch nicht - die Pflegeversicherung steht ja im allgemeinen vor dem Kollaps - aber so wie der Geschäftsführer sagte: NICHT auf Kosten des Pflegepersonals. Aber das kann ich glaube ich noch zehnmal schreiben, Du weisst es ja eh besser. :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von matze929
    Warum sollte der Obermuckel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband denn was anderes behaupten ? Das die dann eben keine 1 Euro Kräfte kriegen oder was.....für die ist das doch gut, die haben dadurch einen Vorteil.


    Ja natürlich haben sie dadurch einen Vorteil. Das bestreitet ja keiner. Sie bekommen halt günstige ZUSÄTZLICHE Arbeitskräfte. Aber vom bestehenden Pflegepersonal wird niemand entlassen und durch 1-Euro-Jobs ersetzt!

    Nachtleben kann ich nicht mit dienen, als ich da war, war ich im Nou Camp;-) Tagsüber lohnt auf jeden Fall ein Besuch auf den Ramblas, der große Boulevard, über den man prächtig flanieren kann und Cafes hats da auch jede Menge. Kann man sehr schön sitzen! Empfehelnswert auch ne Stadtrundfahrt in den Doppeldeckern - am besten natürlich oben sitzend;-) Einfach eine sehr schöne Stadt mit viel schöner alter Architektur.

    Zitat

    Original geschrieben von matze929
    Aber genau das wird doch passieren. Weil eben auch die Sozialverbände sparen müssen und das auch tun werden:


    http://www.fau.org/artikel/art_040822-212143


    Ich vermute Du spielst auf diesen Absatz an?


    "In der Altenpflege werden gelernte PflegerInnen auf einen minimalen Kernbereich beschränkt. Der Rest wird durch moderne Sklaven ersetzt."


    Auf was basiert dieser Satz? Ist er fundiert? Oder polemisch von einer Gruppe, die auf Ihrer HP "Für eine Welt ohne Bosse und Staat" prangen hat, einfach mal in den Ring geworfen?


    Ich bestreite nicht, dass die Verbände 1-Euro-Jobs einrichten werden. Dies wird aber nicht zu Lasten der Pflegekräfte gehen. Dies hat der der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in einem Fernsehinterview - ARD/ZDF-Morgenmagazin in der letzten Woche - ausdrücklich bekräftigt. Finde leider keinen Ausschnitt mehr online.

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn

    Änhlich gefährlich sind auch die 1€ Jobs für Langzeitarbeitslose. Prinzipiell habe ich nichs dagegen wenn Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeits verplichtet werden, aber da gibt es auch Gefahren. Auch Einrichtungen wie Altenheime oder Kinderbetreuungsstätten werden die 1€ Jobber nicht nur dazu verwenden, die Servicequlität ihrer Kunden zu verbessern, sondern um rentabler zu sein. Die werden sich dann vielleicht denken: Da schaffen mir mal 10 Plätze für so 1€ Jobber ... dann sparen wir uns schon wieder 2 Zivis und 2 examierte Pfleger ... und so dreht sich die Spirale dann weiter.


    Das werden sie eben nicht. Da hat der Geschäftsführer des paritätischen Wohlfahrtsverbandes eine klare gegensätzliche Aussage zu getroffen, dass genau das Szenario, was Du hier beschreibst, von seriösen Pflegeeinrichtungen und Verbänden wie caritas, Diakonie und Co. nicht eintreten wird. Schwarze Schafe wird es sicher auch da geben, aber die gibt es heute auch schon.


    "Sorry, aber da muss ich Dir widersprechen... Viele Leute (älter als 50) sparen ein Leben lang Geld um im Alter ein schönes Leben zu haben und achten auf jeden Cent... Und nun sollen sie alles verbrauchen? D.h. doch im Endeffekt, dass es am besten ist sein Geld auf den Kopf zu hauen. Dann habe ich zumindest ein schönes Leben gehabt... Nicht dass ich das mache würde..."


    Zum einen werden sie nicht alles verbrauchen müssen. Zum anderen lässt Hartz IV z.B. bei der Altersvorsorge noch eine Menge Kniffe zu, wie z.B. den Kapitalisierungsverzicht von RV/LV, mit dem man sich Vermögen noch bewahren kann u.a.


    Ich sehe die Arbeitslosenversicherung übrigens nicht als Versicherung an, in die ich Geld einzahle und dann bitteschön mindestens mein eingezahltes Geld plus einer ansehnlichen Rendite wieder herausbekomme. Ich erwarte von der Arbeitslosenversicherung und den entsprechenden Beiträgen, die ich zahle, dass ich später mal nicht hungern muss, wenn ich sie in Anspruch nehmen muss. Und dafür reicht m.E. auch Hartz IV. Irgendwer schrieb was vom puren Luxus, der dies oder jenes nicht sei. Dafür ist der Staat aber nicht zuständig!


    Ein ähnliches Problem habe ich ja auch in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wenn ich das, was ich da einzahle - bzw. mir vom Lohn abgezogen wird - in eine private Altersvorsorge jedweder Art stecke, erziele ich da am Ende ein deutlich höheres Ergebnis. Aber auch hier funktioniert es zwar im Einzelfall, aber ein ganzes System lässt sich darauf nicht aufbauen. Bzw. abbauen.


    Ungerechtigkeiten wird es immer wieder geben (warum muss ich als unverheirateter Kinderloser, der eh schon mehr Steuern zahlt jetzt auch noch einen Zuschlag auf meine Pflegeversicherung zahlen?), aber verrecken wird deswegen kein Mensch. Und wie gesagt, für Luxus ist der Staat nicht zuständig, nur für eine Grundsicherung. Und die wird es auch in Hartz IV geben.


    Thema Bürgerversicherung geht hier leider ein wenig unter. Fänd ich auch ein paar Meinungen zu interessant.

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn

    Und Kommunisten sind die PDS schon lang nicht mehr, sondern eine ganz normale Partei.


    Sie heute noch als Kommunisten zu bezeichnen wäre in der Tat falsch. Aber eine normale Partei? Das ist die PDS für mich noch nicht. Von ihrem Auftreten auf Bundesebene her mag man so denken, aber sind die alten Kader und Seilschaften alle raus aus der Partei? Haben die wirklich nichts mehr zu melden? Ich sehe die PDS momentan zwar auch eher als Protest-Partei an denn als ernstzunehmende politische Alternative, aber ein ungutes Gefühl bleibt so oder so...

    Zitat

    Original geschrieben von brasax


    Viele haben vergessen dass Reformen heißt, jeder muss seinen Beitrag leisten. Ich habe nichts dagegen. Was mich allerdings stört ist, dass Langzeitarbeitslose wie ein 53 jähriger, der mal 6000 Euro verdient hat, plötzlich aus seiner Wohnung ausziehen muss, weil sie zu teuer ist und am Ende sich nichts mehr leisten kann. Dieser jemand hat sein Leben lang in eine Arbeitslosenversicherung gezahlt und bekomm nichts dafür...




    Auch das: absolut populistisch. Der kann sich nichts mehr leisten, wenn er 6.000 Euro verdient hat? Der wird - wenn er nicht alles falsch gemacht hat - eine kleine oder auch größere Summe Geld angespart haben, die er halt erstmal verbrauchen muss, bevor er Geld vom Staat bekommt. Auf diese Weise leistet er einen Beitrag zur Reform. Ironiemodus an: ist es nicht das, was Lafontaine so lauthals gefordert hat: Ironiemodus aus... mal im Ernst: ich find das vollkommen okay. Der Staat soll die Bedürftigen unterstützen und solange er noch Vermögen hat (welches ihm im übrigen nicht komplett genommen wird) ist er schlichtweg nicht bedürftig.


    Es gibt übrigens auch Leute, die zahlen ein Leben lang in eine Unfallversicherung und bekommen nichts dafür. Hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, ist aber mal eine tolle Aussage :rolleyes:

    Re: Harz IV und Bürgerversicherung ... warum statt dessen keine sozialliberale Lösung?


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn

    Wenn die Leute mehr Geld in der Tasche hätten, dann steigt auch der Konsum ... und das ist der Beste Weg zu mehr Arbeitsplätzen.


    Derzeit haben viele Leute mehr Geld in der Tasche. Mehr konsumiert wird aber dennoch nicht. Es wird mehr und mehr gespart aus Furcht vor dem, was da kommen mag.


    Hartz IV finde ich persönlich nicht verkehrt - will die Diskussion hier nicht neu anfachen, habe ich im anderen Thread zur Genüge getan;-) - aber was jetzt auf einmal mit der Bürgerversicherung kommt / kommen soll, finde ich auch höchst merkwürdig. Da macht der Sozialexperte der SPD Rürup fundierte Vorschläge in Richtung der Kopfpauschale, die durchaus auch Chancen auf Einigung mit der Union findet und die SPD will auf einmal die Bürgerversicherung? Warum? DIE wäre in der Tat voraussichtlich ein bürokratisches Monstrum. Und wenn sie nur abgespeckt kommt, weil nicht alle Einkünfte mit einbezogen werden, erfüllt sie noch nicht einmal den ursprünglichen Anspruch der Bürgerversicherung alle Einkommen gleich zu behandeln...