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Original geschrieben von BigBlue007
Ich weiß ja nicht, was Du so schaust/hörst/liest, aber es gab bzgl. des Mannesmann-Prozesses zahlreiche Wortmeldungen über alle Ebenen und Medien hinweg, dass eine Verurteilung kein gutes Zeichen für den Standort Deutschland wäre. Auch die öffentliche Meinung war hier nach meinem Empfinden keineswegs einheitlich.
Querbeet. Im Abo RP und Handelsblatt, ab und an die FAZ und auch Express und Bild. Spiegel, Stern und hin und wieder ein Focus. Schauen: tagesschau, heute-journal, RTL-aktuell. Also ein breites Spektrum aller Richtungen. Natürlich gab es Experten, die eine Verurteilung für ein schlechtes Zeichen gehalten hätten, aber eine WiWo o.ä. bestimmt nun mal nicht die öffentliche Meinung. Ist doch bezeichnend, dass selbst Christiansen mit dem Thema Managergehälter aufgemacht hat. Diese Debatte wurde durch den Prozeß bzw. den Vorgang bei Mannesmann/Vodafone mit ausgelöst. Und der öffentliche Druck geht von Bild, Express und sonstigen Massenmedien aus. Und da war die Meinung sehr eindeutig, das Gericht hat aber dennoch anders geurteilt, als "Volkes Stimme" gefordert hat.
Wenn ich aber ich im Thread lese, dass man vermutet "der Richter habe aus dem Bauch heraus geurteilt", dann fällt mir die Kinnlade runter. Denn dann wäre der Angeklagte freizusprechen gewesen aus Mangel an Beweisen. Ich glaube kaum, dass zwei Gerichte UNABHÄNGIG voneinander aus dem Bauch heraus urteilen. Nein, das gibt es im Rechtsstaat Deutschland nicht. Dass Fehler geschehen sind, will ich nicht ausschliessen, aber aus dem Bauch heraus urteilen? Verurteilt da nicht eher jemand das Gericht "aus dem Bauch heraus"?
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Wenn ich das hier:
"Wenn bei uns nach dem Rückschlag gegen Genk endlich alle wach sind, können wir Deutscher Meister werden", sagte Dede in einem "Kicker"-Interview, "die meisten Vereine hätten schon in der vorigen Saison aufpassen müssen, wenn wir nicht so viele Verletzte gehabt hätten. Wir sind nicht schlechter als die Bayern."
lese, dann wundert mich nichts mehr. In Dortmund muss es ein Paralleluniversum geben, wo alles anders und gut ist. Der Himmel rosarot und die Wänder schwarzgelb. Kopfschütteln pur...
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naja, im Prinzip fahre ich da auch deutlich entspannter bei dem Tempo, aber bei 120 verbrauche ich schlichtweg weniger Benzin. Gibt also auch gute Gründe langsam zu fahren. Nur muss ich dann als langsamer entweder nen durchzugsstarken Motor haben, um in dichterem Verkehr mal einen Überholsprint einzulegen (man muss ja auch "erkennbar" schneller" sein, ich hasse da, wenn einer mit 120 einen mit 115 überholt...) oder aber eben Geduld haben und eine Lücke abwarten die groß genug ist. Ich könnte ersteres, mache aber meist letzteres, weil das auch sehr enstpannend ist. Aber stimmt schon, so mit 140 kommt man eigentlich problemlos überall durch.
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Original geschrieben von uwm
Ich will die Unabhängigkeit unserer Gerichte ja keinesfalls in Frage stellen, aber der öffentliche Druck und die in meinen Augen recht einseitige Berichterstattung der Medien über den Fall läßt bei mir in dem Zusammenhang ein ganz übles Gefühl in der Magengegend zurück.
Zum Thema Unabhängigkeit der Gerichte nur mal ein kleiner Hinweis auf den Fall Mannesmann/Vodafone. Sind Esser/Ackermann frei oder schuldig gesprochen worden? Und wie war die öffentliche Meinung? Genau, noch deutlicher als im "Raser-Fall". Das Gericht hat dennoch unabhängig und anders geurteilt.
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Original geschrieben von BigBlue007
Und es gehört eben AUCH zu §1, dass eine Mutter mit zwei Kindern, die auf derselben Autobahn mit einem Kleinwagen mit Tempo 120 vor sich hin fährt, halt damit rechnen muss, dass da linker Hand jederzeit einer mit 250 von hinten angeblasen kommen kann.
Korrekt. Als 250 km/h fahrender muss ich aber auch erst recht damit rechnen, dass jederzeit
a) ein langsameres Fahrzeug sich schon länger auf der linken Spur befindet oder
b) ein Fahrzeug zum Überholen eines anderen Kfz ausschert
und in der Lage sein, den entsprechenden Sicherheitsabstand einzuhalten.
Somit davon zu sprechen, dass "zuallererst" der Frau die Schuld zuzusprechen ist, halte ich für Verdrehung der Kausalkette. Mitschuld ja, aber "zuerst schuld"?
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Original geschrieben von Jochen
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Die Frage ist viel mehr: War es auch der Beschuldigte oder war es jemand anderes?
Ja, das ist die Kernfrage des ganzen, der Unfallhergang ist ja nicht strittig. Letztlich "nur", ob es Rolf F. in seinem Benz oder ein anderer der Unfallverursacher war. Das ist eben der Punkt, wo ich auch unsicher bin. Die nochmalige Revision kann ich mir eigentlich nur so erklären, dass er sich wirklich sicher ist, nicht der Unfallverursacher zu sein und einen Freispruch erwirken zu wollen. Ich glaube nicht, dass die Anwälte sagen "sie waren das, aber die Beweislage ist so dünn, wir hauen sie da raus", das hat ja nun zweimal nicht geklappt. Man darf gespannt sein.
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Re: Zur Urteilsfindung der Richter!
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Original geschrieben von AdministratorDr
Er hätte bremsen können? Wenn dem so ist, dann ist es eine Fahrsituation wie jede andere auch und 1000x am Tag in D möglich.
Naja, offenbar eben nicht. Es passiert x-mal am Tag, dass Leute dicht auffahren. Was ein Fehler ist. Und in diesem einen Fall hat die Kleinwagenfahrerin auch einen Fehler gemacht und das Steuer verrissen. Und somit gibt es ein Verhalten, dass durch das - nicht alleinige - Fehlverhalten des Dränglers hervorgerufen wurde und somit ist dieser für sein Verhalten zu bestrafen.
Drängler bzw. zu geringer Sicherheitsabstand (der nicht zwingend bedeutet, dass man nicht mehr bremsen kann) werden - so sie denn erwischt werden - ja von der Polizei auch rausgefischt und bestraft, ohne, dass es einen Unfall gegeben hat. Wenn es nun infolge des Verhaltens einen Unfall gibt, hat die Strafe härter auszufallen. Ist doch nur logisch oder?
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Original geschrieben von Jochen
Warum teilst Du in Raser und Unschuldige ein?
Warum gibt es für Dich nur Schuld und Unschuld? Warum kennst Du keine Mitschuld?
Manche Menschen können einfach nicht differenzieren, das war auch schon im alten Thread das Problem und das ist auch das Problem bei der gesellschaftlichen Diskussion.
Auch Gerichte sind nicht unfehlbar. Ich will nicht wissen, wie viele Menschen trotz mehrerer Instanzen und eingehender Prüfung zu Unrecht verurteilt wurden.
Mir scheint, als wollten manchmal mit dem Argument alle Diskussionen und Aspekte wegwischen.
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Ist schon richtig, oft genug werden vorinstanzliche Urteile ja auch aufgehoben, aber wenn nun zwei Gerichte unabhängig von einander zu der Schlussfolgerung kommen, Rolf. F. sei schuldig, dann frage ich mich zumindest, ob Rolf F. wirklich hofft, in der nächsten Instanz freigesprochen zu werden, weil er unschuldig ist oder was er sich von der Revision verspricht. Denn ein noch milderes Urteil kann ich mir nicht vorstellen. Ausserr dem Freispruch halt. Und dann hat man zwei Verurteilungen, einen Freispruch und ist wahrscheinlich immer noch nicht schlauer.
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Original geschrieben von brasax
Und wie uwm schon sagte, achtet man auf der Autobahn auf den Verkehr vor einem und nicht was hinter einem passiert...
*hüstel*
ich hoffe, dass Du zumindest vor dem Überholen auch auf den rückwärtigen Verkehr achtest? Und auch ansonsten sollte man ständig sowohl den Verkehr VOR einem im Auge haben, als auch immer wieder den Blick in den Rück- und Außenspiegel werfen. Man muss immer mit der Unfähigkeit anderer Autofahrer rechnen, die können von überall kommen...
Den Vergleich mit dem Einkaufswagen an der Kasse finde ich im übrigen auch ziemlich hinkend.
Das Problem hier ist doch, dass keiner offenbar so wirklich genau weiß, was passiert ist. War die Frau schon die ganze Zeit auf der linken Seite? Dann hätte sie der Benz auch bei hohem Tempo sehen müssen und nicht dicht auffahren. Ist sie beim überholen zu dicht vor ihn ausgeschert und hat sich erschreckt, wo der auf einmal herkommt, weil sie ihn vorher im Rückspiegel nicht gesehen hat? (genau deswegen ist auch das permanente Beachten des rückwärtigen Verkehrs so wichtig und nicht erst der kurze Schulterblick beim Überholen...!)
Oder war es das Klischeehafte dichte Auffahren und evtl. auch drängeln? Dass verreissen des Lenkrades ist so oder so mit Sicherheit ein Fehler gewesen, keine Frage, aber unterschwellig der Frau die Schuld damit zuzuschieben...ich weiss nicht.
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die Diskussion gewinnt aber schnell wieder an Schärfe... uiui... gibt es eigentlich neue Argumente? ... just to think about it...