Beiträge von Erik Meijer

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    Original geschrieben von bernbayer
    weil Machterhalt und Pöstchen ihnen wichtiger waren als die Meinung der Bevölkerung.


    das allerdings ist leider eigentlich bei allen Parteien so.


    Von direkter Bürgerbeteiligung durch Volksentscheide halte ich daher eine ganze Menge, die Schweiz zeigt, dass man deswegen nicht im Chaos versinken muss. Allerdings ist das ein Thema, was ich nicht nur auf S21 beziehen würde, das führt hier sehr weit weg.

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    Original geschrieben von Carsten
    [*]Zudem sollen die Intervalle für Notausgänge ebenso per Sondergenehmigung von 500 m auf 1000 m ausgedehnt worden sein, um Geld zu sparen, während gleichzeitig die potentiellen Rettungskräfte im Notfall (sprich: die Stuttgarter Feuerwehr) personell noch weiter ausgedünnt werden soll, dass sich diese nicht in der Lage sieht, bei einem Notfall schnell und umfassend Hilfe zu leisten.


    Zumindest hier spielt laut SPON das EBA nicht komplett mit:


    "Dass das Eisenbahnbundesamt der technischen Abrüstung von Stuttgart 21 einen Persilschein ausstellt, ist nicht zu erwarten. Bei einem Teilstück, dem knapp zehn Kilometer langen Fildertunnel, forderte das Amt die Bahn bereits zu teuren Nachbesserungen auf. Demnach muss der Bauherr nun alle 500 Meter Rettungsstollen zwischen den Tunnelröhren anlegen - statt wie geplant alle 1000 Meter."

    Spiegel online schreibt heute mal wieder was nettes zum Thema Kosten und Transparenz. Wenn ich das so lese, ist es eigentlich kein Wunder, dass man sich irgendwo verschaukelt vorkommt.



    Das heisst also auf gut deutsch: man hat geplant, sich schöngerechnet, das aber weder verifizieren noch genehmigen lassen, was man da an Einsparungen geplant hat. Ist doch kein Wunder, dass man sich dann gerade an solchen Stellen angreifbar macht.

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    Original geschrieben von ingo74
    wie schon geschrieben, ich halte es für eine meisterleistung, dass man so große teile der bevölkerung manipulieren konnte. die gezeigten bilder der demonstration haben jahrelange planungsverfahren, gerichtsverfahren etc zu nichte gemacht und hoffentlich nur für kurze zeit den gesunden menschenverstand ausgeschaltet.


    Das allein haben allerdings nicht nur die Demobilder geschafft, sondern auch das unsägliche Verhalten der Poltiker rund um S21 herum und damit meine ich nicht nur die Demo und das, was in deren Nachgang so alles zu lesen war.


    Im übrigen stellen die von Dir genannten Beispiele bei der Menge der Demonstranten und der Häufigkeit der Demonstrationen eindeutig absolute Ausnahmen dar, es darf ebensowenig der Eindruck erweckt werden, die Demonstranten wären alle Krawallbrüder. Ja, auch nicht nur Unschuldslämmer, aber in der eindeutigen Mehrheit friedlich.

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    Original geschrieben von pithein
    Die Feinstaubbilanz dürfte sich dadurch nicht gerade verbessern.


    Damit versuchen übrigens die Gegner derzeit auch, das ganze noch zu ver- oder zumindest zu behindern. Die Baumaschinen wären angeblich zu großen Teilen nicht zugelassen und würden die Auflagen verletzen. Sowas trägt dann m.E. auch eher wenig zu einer Entspannung bei. Da sollten schon beide Seiten zu beitragen.

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Die Frage ist doch:


    Wie viele Demonstranten rechtfertigen einen"Kompromiss" (man darf dabei ja auch die schweigende Mehrheit nicht vergessen).


    Werden Bauvorhaben ab sofort gestoppt wenn 100, 1.000 oder 10.000 Menschen dagegen demonstrieren?


    Wenn man merkt, dass da eine große Unzufriedenheit ist, eine große Menge Menschen, die ihren Unmut kundtut, dann stelle ich mir die Frage: warum geht man auf diese Menge nicht zu? Warum nimmt man die nicht ernst? Hört sie an?


    Ich bin der Meinung, dass mit Gesprächen und einem partiellen Baustopp eine Eskalation wie letzte Woche hätte vermieden werden können. Am Ende kann ja durchaus stehen, dass man dann sagt, dass das Projekt fortgeführt wird. Ggfs. mit Änderungen. Das bietet man ja jetzt auch an. Wenn das jetzt geht, warum ging das vorher nicht? Der größte Fehler, der gemacht worden ist, ist in meinen Augen, dass man nicht transparent genug war. Dass "das Volk" den Eindruck bekommen hat, dass da ganz schön viel Schmu im stillen Kämmerlein ausgemacht worden ist, dass das Volk nicht wirklich ernst genommen wurde etc. pp. - es wäre m.E. vieles vermeidbar gewesen.


    Bei der schweigenden Mehrheit weiss man im übrigen nicht, ob sie für oder gegen das Projekt ist.

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Warum schon wieder so einen negativen Unterton? Was ist daran kompromisslos wenn ein langfristig geplantes und rechtlich abgesegnetes Bauvorhaben den zeitlichen Vorgaben entsprechend durchgeführt wird?


    Was wäre denn so schlimm daran gewesen, das jetzt mal ne Woche ruhen zu lassen und miteinander zu reden? Das dürfte die Gesamtkosten wenn überhaupt nur marginal erhöhen. Hätte aber die Lage erstmal beruhigen können.

    mich persönlich auch nicht, weil ich deutsche Atomkraftwerke auch für ziemlich sicher halte. Aber ich finde der Vergleich hinkt dennoch. Ohne es empirisch belegen zu können, bin ich doch der Meinung, dass deutlich mehr Menschen im Kohlebergbau arbeiten als in AKWs. Unter anderem das führt natürlich auch dazu, dass dort mehr Menschen sterben. Ich glaube, die Angst vieler Leute rührt schlicht auch daher, das mit einem singulären Ereignis viel mehr Menschen betroffen werden als bei einem Unglück in einer Kohlegrube. Flugzeuge stürzen auch selten ab, aber wenn, dann gibt es viele Tote. Dennoch sterben mehr Menschen im Straßenverkehr. So in etwa, passt nicht hundertprozentig, aber ich denke, es macht die Richtung klar, in die ich zeigen möchte.


    Die Frage der Endlagerung muss auf jeden Fall geklärt werden, so oder so. Was für mich ein absolutes Unding ist, da stimme ich einem der Vorredner zu, ist dass der Steuerzahler sich an den Entsorgungskosten beteiligen muss. Das verstehe ich kein bisschen.