Beiträge von Erik Meijer

    ohne mir eine Bilanz und den Kursverlauf angesehen zu haben: ich würde nicht in ein Unternehmen investieren, was den Preis vor die Qualität setzt und am falschen Ende spart und dann noch nicht mal Worst-Case-Pläne in der Schublade hat...

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    Original geschrieben von Printus
    aber natürlich führen sinkende Reallöhne sowie der Trend zu befristeten und prekären Arbeitsverhältnissen verstärkt dazu, dass manche Kunden auch aus rein finanziellen Gründen preiswerte Anbieter brauchen.


    Manche. Und denen mache ich auch keinen Vorwurf. Aber es gibt eben nicht nur die. Und diese sind die Minderheit der Kundschaft der entsprechenden Läden.



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    Aber nochmal: die Folgen sind unterschiedlich stark und deswegen macht es sehr wohl einen Unterschied ob ein kleiner Fisch oder ein großer Hai irgendeine Verhaltensweise zeigen.


    In den Auswirkungen macht es einen Unterschied, ja. Aber das macht das Handeln des einen nicht besser, nur weil es beim anderen größere Auswirkungen hat.



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    Einen Schnapper machen zu wollen, auch wenn das irgendwem Nachteile bringt, kann ich immer noch ein wenig leichter akzeptieren wenn der Verursacher wenig Handlungsspielraum und kaum Alternativen hat.


    Ja. Aber Du tust immer wieder so, als wären die "Schnapper" in der Mehrzahl solche, die drauf angewiesen sind. Und gerade das streite ich ab. Die Mehrzahl der Schnapper ist genauso gierig, wie "die da oben".


    autares: ach, jetzt komm doch nicht wieder mit Fakten. Das verwirrt nur. Und außerdem, Ökonomen, was wissen die denn schon? :D;)

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    Original geschrieben von Printus
    Nein, das ist keineswegs egal und auch nicht genau das gleiche. Wer schon dreimal zuviel hat und dann weiter Gier zu Lasten anderer (obendrein Schwächerer!) zeigt steht auf einer anderen Stufe als derjenige, der wenig hat und aus einer gewissen Notwendigkeit heraus Schnapper sucht. Du kannst auch nicht sagen "wer einem anderen ins Gesicht haut ist immer gleich schlecht, egal ob er eine Schlägerei anzettelt oder aus Notwehr handelt".


    Das unterstellt ja, als wären alle, die bei Lidl, kik, Schlecker und Co. einkaufen, dazu gezwungen. Verkennt aber leider vollkommen die Realität. Wenn ich so beobachte in der Innenstadt, wer in diese Läden geht, wenn ich sehe, welche meiner Kunden Abbuchungen dieser Firmen vom Konto haben, dann ist die große Mehrheit nur aus einem Grund da: Gier nach Schnappern. Und das gerade eben NICHT aus der Notwendigkeit heraus. Wenn nur die, die dort hingehen müssen, weil sie sich teureres nicht leisten können, dort hingehen, könnten diese Firmen alle nicht existieren.



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    So geizig, wie du es unterstellst, ist die große Masse der Menschen durchaus nicht.


    Doch, genau das ist sie. In etwa im gleichen Verhältnis wie "die Manager" pauschal gierig sind.



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    Haben die "Kunden" der Bundesregierung sich aber gewünscht, dass Steuersenkungen vorsprochen werden, die - für jeden sichtbar - nie finanzierbar waren?


    Ich sag das mal so: jeder, der eine Steuersenkungspartei direkt gewählt hat, der wollte wohl auch, dass das versprochen würde. Und wer nicht die Steuersenkungspartei gewählt hat, sondern die CDU, der hat es zumindest billigend in Kauf genommen. Ist ja nicht so, als wäre der Bürger darüber vor der Wahl getäuscht worden. Insofern kann ich den Wähler auch nicht pauschal aus der Verantwortung entlassen. Wahlbetrug sehe ich hier ausnahmsweise mal nicht.



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    Eigenes Handeln zu reflektieren ist gut und schön, aber das machen die meisten Bürger schon zwangsläufig, während auf den Ebenen, wo die großen Räder gedreht werden, nicht wirklich Veränderungen stattfinden.


    Die meisten Bürger reflektieren zwangsläufig ihr Handeln? Woran machst Du das denn fest? Dem widerspreche ich ganz entschieden. Sonst gäbe es Schlecker doch z.B. längst nicht mehr. Der Bürhger reflektiert viel zu wenig und befindet sich viel zu oft in einer passiven Stellung. Ich erwarte es von jedem einzelnen, dass er sich n Kopf macht genauso wie ich es von jedem in der Politik und Wirtschaft erwarte, sicher dort mit besonderer Verantwortung. Aber ich spreche niemanden von der eigenen Verantwortung frei, nur weil andere Leute versagen.

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    Original geschrieben von autares
    Ich verstehe es einfach nicht, wieso man sich darüber nicht freuen kann.


    Dito, das geht mir genauso. Wenn es einen nicht interessiert, dann muss man es ja nicht gucken. Man kann dem ja elegant aus dem Weg gehen, wenn es einen nervt. Und dass sie gewinnt, ist doch einfach nur mal schön, auch wenn sie Sprachfehler hat und was weiß ich nicht alles. NA UND?

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    Original geschrieben von Printus
    Das ist aber ein wichtiger Punkt. Wer in einer exponierten Position ist hat auch eine besonders große Verantwortung und meistens den größeren Einfluss. Wenn man den Hebel (oder die Argumentation) trotzdem erstmal bei "den Kleinen" ansetzt zäumt man das Pferd von hinten auf.


    Es geht nicht darum, "erstmal" irgendwo anzusetzen. Was spricht dagegen, "gleichzeitig" überall anzusetzen? Bei groß wie klein? Deine Postings versprühen eine "erstmal sollen die da oben"-Haltung...und das ist falsch. Wer so denkt und redet, ist kein Deut besser als "die da oben". Nur weil oben scheiße gebaut wird, befreit mich das noch lange nicht von meiner eigenen Veranwortung.


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    Eine Diskussion über kleine Fehler einfacher Bürger zu führen ist nicht falsch, aber der Scheinwerfer des Hauptinteresses muss dennoch primär bei den großen Fehlern der eigentlich Verantwortlichen sein.


    Der Scheinwerfer IST dort. Und warum ist er das? Weil auch die Medien Kasse machen wollen, Quote, sich verkaufen...und natürlich muss der Scheinwerfer "oben" sein, ja. Es kann und darf nicht sein, was an vielen Stellen geschieht. Aber diese Scheinwerfer sind für viele ein Grund, im Dunkeln zu bleiben. Und das ist nicht okay (s.o.).




    Das ist alles in weiten Teilen richtig und sehe ich ähnlich. Aber das ist alles für mich kein Grund, sich selbst zurücklehnen zu können. Ich bin der Meinung, dass ich nur den Mund aufmachen darf, wenn ich mir selber in den Punkten, die ich anderen vorwerfe, nichts vorzuwerfen habe.


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    Bist du überzeugt, dass die Bundesregierung die Euro-Krise bestmöglich anpackt?


    Nein. Aber ich bin in diesem Punkt überzeugt, dass sie es nach bestem Wissen und Gewissen tut. Und ich bin überzeugt, dass das, was sie tut, besser ist, als es die ganzen selbsternannten Experten in den Medien, insbesondere im Boulevard fordern. Und wenn wir dann mal zum Ausgang dieses Threads zurückkommen...wenn ich Seiten wie dieses Hartgeld.com sehe...dann bin ich doch ganz froh, dass die Regierung nicht immer auf "Volkes Stimme" hört...selten so einen hanebüchenen Scheiß gelesen wie diese Seite. Erschreckend, dass so etwas Menschen beeinflussen kann.

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    Original geschrieben von Printus
    Du hast natürlich Recht wenn du schreibst, dass jeder für sich dennoch sein Verhalten ändern sollte weil das in der Masse sehr wohl einen Effekt hat.


    Exakt. Das ist der springende Punkt. Die Masse machts. Und wer ist die Masse? Wir alle...wenn aber alle warten, bis der andere den ersten Schritt macht oder sagen "bringt eh nichts", dann passiert auch nichts.


    Ich habe nur mit den Leuten ein Problem, die derlei Zustände / Löhne etc. kritisieren, aber selbst dort einkaufen, weils doch so schön billig ist. Schlecker ist da jetzt nur ein Beispiel. "Wir Menschen" funktionieren leider im kleinen wie im großen so. Tun wir doch nicht so, als wären nur die Reichen gierig. Das ist im kleinen nicht anders, nur fällt es da nicht so auf.


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    Aber einfach in den Raum zu werfen "Dann geh' doch in die Politik und ändere es", wie manche schreiben, ist mir zu platt, denn so einfach ist es nicht.


    So einfach ist es sicher auch nicht. Aber es gibt ja neben der Politik eine Menge Dinge die man tun kann, um etwas zu bewegen. Autares hat da ja z.B. einiges genannt, was man tun kann. Kritischer Konsum ist eine weitere Sache...und und und...nur vom Reden alleine ändert sich NICHTS.

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    Original geschrieben von Printus
    Miese, menschenverachtende Unternehmen wie Schlecker, die nach solchen Prinzipien agieren, nutzen hier falsche politische Weichenstellungen aus: "Jede Arbeit ist besser als keine Arbeit" war gut gemeint, stimmt in der Praxis aber nicht wenn es den Markt auf den Kopf stellt.


    Die Frage, die ich mir stelle, wenn ich an Unternehmen wie Schlecker denke, ist allerdings die, ob diejenigen, die das Verhalten von Schlecker kritisieren gleichzeitig so konsequent sind und Schlecker als Käufer meiden. Ist so n bisschen wie mit der Bild-Zeitung...jeder lästert drüber, keiner liest sie, aber alle wissen, was drinsteht. Schlecker kann doch mit seiner miesen Masche nur deswegen funktionieren, weil es einen Markt (=Konsumenten) gibt, die dort einkaufen gehen. Und warum gehen die dort einkaufen? Weil ihnen die eigene Nase, das eigene Portemonnaie wichtiger ist als die Arbeitsbedingungen der Angestellten bei Schlecker. Wenn die Konsumenten nicht anfangen zu begreifen, welche Macht sie theoretisch haben, dann werden Unternehmen wie Schlecker, Lidl, kik und wie sie alle heißen, auch immer weiter erfolgreich sein. Politik hin oder her. Hier hat jeder ganz einfach die Möglichkeit, selbst Akzente zu setzen und etwas zu tun. Und bitte komm mir jetzt nicht mit der Mär von den Leuten, die dort einkaufen MÜSSEN, weil es keine Alternativen gibt. Die gibt es in allen Segmenten sehr wohl, selbst für die, die jeden Euro mehr als einmal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben.

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    Original geschrieben von Printus
    Der Euro war eine gute Idee und ist nicht für den Niedergang verantwortlich.


    Immerhin mal wieder was, das mit dem Thema zu tun hat. Ansonsten driftet der Thread nämlich zum x-ten Mal in die gleiche Richtung ab bei solchen Diskussionen. Woran es liegt? ich sag mal so, Printus Argumente sind mir nicht unbekannt, irgendwo hab ich die schonmal gelesen. ;)

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    Original geschrieben von Anja Terchova
    Wichtiger ist das Griechenland nicht kaputtgespart wird!


    Das gilt übrigens nicht nur für Griechenland.


    Solange allerdings Politiker in aller Herren Länder nicht begreifen, dass es keine Überraschung ist, wenn man Jahr für Jahr mehr Geld ausgibt als einnimmt, dass man dann irgendwann Probleme bekommt, solange brauchen wir uns ums Kaputtsparen keine Sorgen zu machen.