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Original geschrieben von Printus
Das ist aber ein wichtiger Punkt. Wer in einer exponierten Position ist hat auch eine besonders große Verantwortung und meistens den größeren Einfluss. Wenn man den Hebel (oder die Argumentation) trotzdem erstmal bei "den Kleinen" ansetzt zäumt man das Pferd von hinten auf.
Es geht nicht darum, "erstmal" irgendwo anzusetzen. Was spricht dagegen, "gleichzeitig" überall anzusetzen? Bei groß wie klein? Deine Postings versprühen eine "erstmal sollen die da oben"-Haltung...und das ist falsch. Wer so denkt und redet, ist kein Deut besser als "die da oben". Nur weil oben scheiße gebaut wird, befreit mich das noch lange nicht von meiner eigenen Veranwortung.
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Eine Diskussion über kleine Fehler einfacher Bürger zu führen ist nicht falsch, aber der Scheinwerfer des Hauptinteresses muss dennoch primär bei den großen Fehlern der eigentlich Verantwortlichen sein.
Der Scheinwerfer IST dort. Und warum ist er das? Weil auch die Medien Kasse machen wollen, Quote, sich verkaufen...und natürlich muss der Scheinwerfer "oben" sein, ja. Es kann und darf nicht sein, was an vielen Stellen geschieht. Aber diese Scheinwerfer sind für viele ein Grund, im Dunkeln zu bleiben. Und das ist nicht okay (s.o.).
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Schon klar. Nur mangelt es in den aktuellen Krisen nicht am Verständnis der Bürger, eher kommt nichts Gescheites von der Bundesregierung und den Banken. Seit der Bundestagswahl war Stillstand, man versprach Steuersenkungen obwohl jedes Kindergartenkind versteht, dass bei Rekordverschuldung kein Geld dafür da ist. Die Banken haben nach Beginn ihrer eigenen Krise mit dem Steuergeld der Bürger lustig weitergezockt anstatt kleine Brötchen zu backen, und die Politik hat sie gelassen anstatt es einzugrenzen.
Gegen die Maastricht-Kriterien wurde durch politische Entscheidungen verstoßen und den Euro haben wir auch nicht weil die Bürger ihn mehrheitlich wollten. Paradoxerweise wollten die Bürger nicht mal Steuersenkungen und dennoch meinte die Koalition bisher, sie den Leuten versprechen zu sollen - wider des besseren Wissens, dass das völlig unrealistisch ist und zu dem eigennützigen Zweck die NRW-Wahl gewinnen zu wollen.
Seit Jahren ist die Bundeswehr in Afghanisthan, eine Mehrheit in der Bevölkerung hatte das nie.
Insofern zeigen sich die Bürger in vielen Dingen einsichtiger und pragmatischer als ihre Regierung. Mich stört daher, Kritik nur mit Totschlagsargumenten wie "Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient" oder "Wenn's euch nicht passt, macht es selber besser" begegnet wird ohne sich den berechtigten Vorwürfen der Bevölkerung zu stellen. Die Leute wählen eine Regierung damit sie verfassungsgemäß zum Wohle Deutschlands und seiner Bürger agiert und nicht damit das ständig ignoriert / mit Füßen getreten wird.
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Das ist alles in weiten Teilen richtig und sehe ich ähnlich. Aber das ist alles für mich kein Grund, sich selbst zurücklehnen zu können. Ich bin der Meinung, dass ich nur den Mund aufmachen darf, wenn ich mir selber in den Punkten, die ich anderen vorwerfe, nichts vorzuwerfen habe.
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Bist du überzeugt, dass die Bundesregierung die Euro-Krise bestmöglich anpackt?
Nein. Aber ich bin in diesem Punkt überzeugt, dass sie es nach bestem Wissen und Gewissen tut. Und ich bin überzeugt, dass das, was sie tut, besser ist, als es die ganzen selbsternannten Experten in den Medien, insbesondere im Boulevard fordern. Und wenn wir dann mal zum Ausgang dieses Threads zurückkommen...wenn ich Seiten wie dieses Hartgeld.com sehe...dann bin ich doch ganz froh, dass die Regierung nicht immer auf "Volkes Stimme" hört...selten so einen hanebüchenen Scheiß gelesen wie diese Seite. Erschreckend, dass so etwas Menschen beeinflussen kann.