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Auf Stuckrad-Barre trifft der Vorwurf voll zu. Auch Alexander von Schönburg und Eckard Nickel empfinde ich als Underperformer. Bessing finde ich sowohl in "Tristesse" sehr angenehm als auch "Wir Maschine", sein erstes Solowerk. Aber Kracht ist geistig und stilistisch so weit draußen, dass es einem manchmal wie anmaßende Eitelkeit vorkommt, aber wenn man z.B. 1979 gelesen hat, und Krachts ständige J.D.Salinger-Remineszenzen richtig einordnet, bekommt man ein ganz anderes Bild von ihm.
Er ist der einzige, der streitbare Äußerungen nicht wie einen Schild vor sich herschiebt (wie etwa Nickel), sondern ruhig und besonnen (teilweise über weite Strecken im Gespräch völlig abgemeldet) in überraschenden Momenten vorbringt und auf unglaublichste Weise rechtfertigt.
Ich würde ihn, wäre Tristesse Royale meine erste Begegnung mit ihm, wahrscheinlich auch überhaupt nicht mögen. Aber es lohnt sich wirklich, genauer hinzusehen.
Gruß
Benedikt
Bücher, von denen in der letzten Zeit viel bei mir hängengeblieben ist, waren:

Heinrich Böll - Irisches Tagebuch
Eine sehr eindringliche Beschreibung von Bölls Irlandaufenthalt gegen Ende der 50er Jahre, die - wenn man Irland gut kennt - einem an vielen Stellen die Augen öffnet, besonders über die Dinge, die sich in den letzten 50 Jahren nicht verändert haben.
Sehr impressionistisch geschrieben, auf eine Böll-typische Weise sehr echt.

Tristesse Royale (Joachim Bessing, Christian Kracht, Eckhart Nickel, Alexander von Schönburg und Benjamin von Stuckrad-Barre im Gespräch)
Das Protokoll einer Gesprächsrunde, die sich programmatisch mit der Welt und der Gesellschaft, in der wir leben, auseinandersetzt. Tatsächliche Tristesse Royale im Wechsel mit unglaublich guten Äußerungen und Detailsaussagen. Die Art, dem gesetzten thematischen Anspruch nicht gerecht zu werden, kann man nur als grandioses Scheitern bezeichnen, wobei die Betonung aber auf grandios liegt.
Wunderbarer Epilog, der in Kambodscha stattfindet!

Klaus Harpprecht - Im Kanzleramt
Deutschland West von innen, zu Beginn der 70er Jahre.
Um sich davon zu überzeugen, wie gut und wichtig dieses Buch als Einblick in die subjektive Perspektive der Staatsführung ist, genügt es, bei Amazon einen unqualifizierten Verriss darüber zu lesen.
"Klaus Harpprecht: Im Kanzleramt Dieses Buch: dick, unnötig, nicht gut, schlecht lesbar, nicht zu empfehlen. Zunächst muß es verwundern, daß im Amt des deutschen Bundeskanzlers ein Mann als politischer Berater tätig war, der sich mit Deutschland schon lange nicht mehr identifizieren konnte oder wollte. Der größte Mangel des Buches ist das Fehlen eines politischen Glossars, das den politischen Hintergrund von vor 25 Jahren und die politische Bedeutung der vielen genannten Einzelpersonen näher beschreibt. Selbst politisch Interessierten ist diese Kenntnis kaum zuzumuten, und für diese ist doch wohl das Buch geschrieben. Stilistisch ist es ein fatales Buch, fast jede Seite enthält einen englischen Satzbrocken, für Voyeure sind fragwürdige Charakeristika einge-streut; ein Tagebuch ist es kaum. Was sich in den zwei Jahren (1973-1974) politisch wirklich abgespielt hat, davon kaum ein Wort. Dazu war der Verfasser wohl auch nicht in der Lage, wenn man seine politischen Kommentare und Einschätzungen liest, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Manchmal wirkt es sogar ein wenig lächerlich, wenn KH feminin-weinerlich z.B. das Ende der Kanzler-schaft von Brandt gleichsetzt mit einem schreck-lichen Risiko für den Staat, für die Demokratie, für Europa. Es ist ein Buch der Selbstdarstellung, der Selbst-überzogenheit und Wichtigtuerei der Person Klaus Harpprecht, oder wie die Dichterin sagt: "Ein ganzes Blatt der Zeitgeschichte - Du hast es vollgemacht!"
In allen kritisierten Punkten steckt die eigentliche Qualität dieses Buches.
Um eine Tatsache vorwegzunehmen: Es ist ein inhaltlich überraschend unpolitisches Buch, und es handelt sich zum Glück auch nicht um eine Lobpreisung auf die sozialdemokratische Ikone Brandt, sondern richtet den Blick sehr klar auf die tasächliche Person, sowie nebenbei auf etliche illustre Figuren der Zeitgeschichte wie z.B. den im Watergate-Sumpf untergehenden Richard Nixon, die auf eine intelligent-naive Weise ohne große Bezugnahme ganz aus der Nähe beschrieben werden.
Hi Leute!
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Gruß
Benedikt


Wie wärs denn damit? Kein 17" aber massig Platz auf dem Desktop. Der Rest einfach nur perfekt (IMHO).
Genau das trifft meine Einschätzung. Diese Leute sind bisher immer nur in der Theorie mit den Grausamkeiten des Krieges konfrontiert worden, und Afghanistan möchte ich eigentlich niemandem zumuten.
Dann stellt sich ja in der Praxis die Frage, wie man solche Umstände und Erfahrungen verarbeitet. Und die einzige Inputquelle, wo so etwas thematisiert wird, ist das Schrottkino. Dicke Waffen, coole Sprüche, böse Gegner, plumper und böser Humor über bereits Tote.
Dim the lights, you can guess the rest.
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Verkauft!
Es geht hier ja eben auch nicht um teuer sondern um seriös.
Wie gesagt, ein Smart mit Firmenaufdruck kommt viel seriöser als ein heißgemachter Golf III oder z.B. ein Ferrari, schicke Oldtimer mal ausgenommen, aber ich glaube die kommen in diesem Fall eher nicht in Frage.
Unseriös wirken auf mich immer ein gründlich verranzter Zustand, überquellende Aschenbecker, Baumarktsitzbezüge, unpassende Billigfelgen, "krasses" Tuning usw.
Ebenso Autos, die sich der jenige "eigentlich gar nicht leisten kann", sprich, wenn man sieht, dass die Karre geleast ist, um Eindruck zu schinden, sehr beliebt bei den dynamischen jungen Finanzexperten von der Deutschen Vermögensberatung, OVB & Co. Diese Blender-Praxis, die die Person teilweise in gewaltigen finanziellen Druck bringt, wird von diesen Vereinen sogar teilweise empfohlen! "Schaut her Leute, der ist seit einem Jahr bei uns und fährt schon einen TT!"
Seriös finde ich Autos, die einen gewissen Pragmatismus verkörpern. Das geht vom Smart (obwohl ich ihn eigentlich wirklich grauenhaft finde) über Golf, Oktavia, Passat, Vectra, Signum und die gehobene Mittelklasse mit Audi, BMW, Mercedes, Volvo usw. (vorzugsweise als Kombi) bis hin zu Fahrzeugen wie S-Klassen, 7er und A8, wobei sich die Investition hier für mich durch extreme Jahreskilometer rechtfertigt, wo ja Komfort- und Leistungsaspekte eine andere Rolle spielen. Die Frage, ob ein solches Fahrzeug für mich (also subjektiv royal!) als Teil eines seriösen Auftritts daherkommt, entscheidet sich unterbewußt irgendwie daran, ob es sich um eine dicke Benzin- oder Dieselvariante handelt. Diesel=Vielfahrer und vernünftig, Benzin=Istmirdochegalwasdaskostet.
Eine Ausnahmerolle spielen in dem Zusammenhang originale und gepflegte Youngtimer, auf die ich persönlich extrem stehe; die zu sportliche Richtung (Ford Capri und Konsorten) vermittelt dann so den Eindruck, dass es sich eigentlich um ein Freizeitfahrzeug handelt. Einen gepflegten Mercedes /8, W123 oder BMW E21, E28 usw. halte ich aber für eine sehr geschmackvolle und trotz der Exzentrik seriöse Art, vorzufahren.