@ quasselstrippe
Aber es waren doch auch genau die gewerkschaftlich organisierten Konsumenten, die 1998 5000 bis 6000 DM zur Verfügung hatten, und damit auch deinen Umsatz zum großen Teil erbrachten? Oder hättest du irgendwo in MV und nicht in Wolfsburg deinen Laden auch eröffnet. So haben auch genau diese Konsumenten auf der grünen Fläche ein subventioniertes Eigenheim erbaut, zeitgleich eine Familie gegründet, und es vielleicht sogar geschaft Ihren Sprößlingen eine Perspektive ohne Hartz IV Aussicht aufzuzeigen. Geld für große Aktiendeals waren dann natürlich nicht mehr drin. Doch dann kam der neue Markt, und über Nacht wollten alle auch ohne Arbeit reich werden.
Viele haben es jedoch nicht geschafft, doch die dank frühem Ausstieg und vorheriger Umverteilung überlebt haben, sind heute genau die Aktionäre (und das ist nicht Onkel Fritz mit einem DepotWert von <10.000 € der sich auf der Hauptversammlung mal eine Bockwurst gönnt) die du da als Besitzer an den Pranger stellst. Noch schlimmer wird es, wenn es keine direkten Besitzer (Aktionäre) sondern Investoren mittels Finanz Investment Fonds sind.
Kaufen die eigentlich, da sie es ja finanziell könnten, 1150 Handys pro Jahr in deinem Shop. Oder die ex-Nokianer 2300 Handys in 2 Jahren?
Die einen kaufen garantiert keine 1150 Handys, sondern eher weitere Besitzanteile von den zur Verfügung stehenden Mitteln.
Ein wichtiges Rad und Indikator für Wohlstand ist und war schon immer der Binnenkonsum. Aber es ist ja sehr einfach die Mär vom Exportweltmeister und unternehmerisch denkenden Konsumenten/Aktionär in einer Person zu erzählen. Darum ist der Wohlstand in china in breiten Regionen, nicht in den Sonderhandelszonen, ja auch so hoch.
Soziale Aufgaben wie Bildung, Infrastrukturerhaltung, sowie eine menschenwürdige Krankenpflege bzw. Altersversorgung sorgen halt für Nebenkosten, die weiteres Kapital aus dem Wirtschaftskreislauf ziehen. Daher ist all dies im jetzigen System auch eigentlich nicht nachhaltig zu gewährleisten. Somit also eher ein weiterer Totengräber. Doch wollen wir wirklich zugunsten einer weiter stotterhaft funktionierenden Wirtschaft zukünftig darauf verzichten?
"Geht es dem Unternehmer gut, so geht es seinem Arbeitnehmer gut."
"Hat ein Unternehmen gute Kunden (wer das wohl größtenteils ist? ), so geht es dem Unternehmer gut."
Schlimm nur wenn dieser Kreislauf unterbrochen wird! An welcher Stelle auch immer. Oder der ökonomische Ansatz bedeutender wird, dass die Relevanz von Investitiongütern über der von Konsumgütern steht. Denn dieses ist im Prinzip der erste abstrakte Schritt dahin, dass die Wirtschaft ebenfalls autonom vom Menschen laufen müßte.
Siemensanier