Zitat
Original geschrieben von HoldaT
Richtig ist, dass sich steigende Einkommen zunehmend auf die Kapitalseite verschieben. Dagegen kann jeder etwas tun, da z.B. über die Börse die Möglichkeit besteht zumindest teilweise Einkommen von der Kapitalseite zu beziehen.
Was ich sehe und das nimmt IMHO noch zu, ist ein Preisverfall für Arbeit. Entsprechend muss man um das Einkommen zu bewahren immer höherwertige Leistungen anbieten bzw. alternativ die Effizienz steigern. Wenn beides nicht funktioniert, kann man nur in Richtung Selbstausbeutung ausweichen und irgendwann mit leeren Händen da stehn.
Wenn ich mich selbst sehe, so habe ich 1990 - 1996 als Student nahezu alle Semesterferien durchgejobbt. Das Geld lag damals trotz Massenarbeitslosigkeit im Osten IMHO auf der Straße... Die verdiente Knete habe ich jeweils in Aktien/Fonds angelegt und einfach nur liegen gelassen (auch 2001 - 2003). Gleiches tue ich mit allen derzeit anfallenden finanziellen Überschüssen. Wer nun die Zinseszinsen verstanden hat, kann leicht nachvollziehen, dass absehbar, d.h. innerhalb der kommenden 5 Jahre das durch meinen Kopf erziehlte Arbeitseinkommen im Vergleich zum Einkommen aus Aktien, Renten, Mieten und schnöden Zinsen vernachlässigbar wird. Man hat dann also eine Art finanzieller Unabhängigkeit erreichen, was nicht heißt, dass wir faul auf der Haut liegen bleiben können/werden, aber zumindest sind Kost und Logi gedeckt...
In 1990 bin ich übrigens mit gerade mal 500 DM gestartet, so dass der Start sicher nicht so ganz doll wohlhabend war...
Unterschied zu meinen Studienkollegen war, dass ich in den Ferien durchgekloppt und das Geld investiert, nicht verkonsumiert habe... Die haben es damals anders herum gemacht und müssen nun eben bis 67 und länger schuften, da, wie geschrieben, mit der Zeit der Preis der Arbeit zunehmend verfällt... So ist das Leben und alles war freiwillig. Aber wer damals für PKW-Überführungen etc. 1000 DM/Fahrt ausgeschlagen hat, war doch irgendwie schön blöd... Heute bekommst'e dafür 4,50 €/h...
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Besser kontest du den weit verbreiteten Irrglauben, dass das Heil darin liegt, mit investierten Kapital Lebensunterhaltskapital zu erwirtschaften, und dieses der Weg aus dem Problem ist, nicht darlegen.
Die Umverlagerung des Kapitals aus dem Konsumkreislauf hin zum Investiertenkapital ist doch genau das Problem warum die Binnennachfrage und somit das Wachstum gestört werden kann. Es soll Wirtschaftsweise geben, die das Sparen und die Kapitalkonzentration welches nicht der Altervorsorge dient ähnlich wie die Konsumbesteuerung heranziehen wollen, um regelnd auf Kapitalkonzentatrionen einzuwirken. Oder warum gibt es eine Nivelierung der Aktienbesteuerung? Nur wird das Problem niemals von konservativen Kreisen im Klartext benannt werden.
Schon mal Monopoly gespielt? Das Spiel hat ein Problem! Am Ende ist einer der Sieger, und der Kreislauf ist vorbei. Nur gibt es neben dem Sieger noch andere am Spielbrett.
Wenn du der Meinung warst, dass Anfang der 90'er Jahre das Geld im Osten auf der Straße lag, dann aber die Frage für wen? Für den Vollerwerbsverdiener, oder für den Nebenjobber, so wie heute überall 400€ Jobs zu erhalten sind.
Um nochmal zu deinem Beispiel des Bauleiters zu kommen. Warum ist die Tendenz bei vielen in diesem Bereich denn, nicht mehr durch überdurchschnittliche Leistung auf der Baustelle zum Oberbauleiter zu werden, sondern endlich weg von den projektbezogenen befristeten Arbeitsverträgen oder der Tätigkeit als freiberufl. Ingenieur hin zu einem planbaren Leben zu gelangen. Und sei es z.B. der Posten des Leiters des Bauhofes, der auch mit finanziellen Einbußen behaftet sein kann.
Die Aktionäre sind schon lange nicht mehr langfristig orientiert, denn die Hauptanteilseigner sind mittlerweile von den ehemaligen Kernfamilien zu institutionelle Aktionären mutiert. Sprich es sind Fonds und deren Manager.
Die in den meisten Fällen hauptsächliche zu gunsten der großen Kapitalkonzentrationen wirtschaften. Nett anzusehen ist doch immer der Circus auf den Hauptversammlungen, wo die Scharr der gutbetuchten Rentner meint, sie seien die Wichtigsten.
Gut für dich, das du Anfang der 90'er dein Kapital zusammengehalten hast. Hätten das aber alle gemacht, wäre die Wirtschaft schon lange zusammengebrochen.
Oder glaubst du auch an den Irrglauben, dass wirtschaftliche Investitionen als Ersatz für Konsum dient und die Wirtschaft somit quasi ohne Konsumenten überleben kann.
Siemensanier
PS: Tipp, lass die Finger von WohnImmobilien, denn der sesshafte Mieter ist Hartz-IV-Empfänger und der solvente braucht keine Wohnung sondern nur ein Wohnheim