Einiges möchte ich hier nochmals klarstellen.
1. Es war die erste Einstellung des Bahnbetriebes in der Geschichte der Bahn, zumindest in diesem Umfang. In der Vergangenheit gab es auch schon außergewöhnliche Wetterereignisse, und die Bahn war ein Fortbewegungsmittel welches den Ruf eines der sichersten aber auch in solchen Fällen verlässlichsten Transportmöglichkeiten hatte.
2. Es gab Bahnhöfe, in denen die Züge nicht an den Bahnsteigen geparkt wurden, sondern in den Betriebshof verbracht wurden. Die Bahnsteige blieben somit komplett frei. Die Reisenden konnten also in den geöffneten Bahnhofsgebäude oder auf dem Bahnsteig unterkommen. Man sollte mal darauf achten wie sich in der näheren Vergangenheit die Bereitstellungzeiten von Zügen bei der Bahn geändert haben. In der Vergangenheit wurde ein Zug manchmal schon weit vor Abfahrt in dem Startbahnhof bereitgestellt, jetzt kommt er manchmal erst wenige Minuten vor Abfahrt. Steht aber schon vorher lange sichtbar für den Reisenden in einem Abstellgleis vor dem Bahnhof.
3. Zur Versorgung der gestrandeten Reisenden:
Natürlich werden für solche Fälle keine Mitarbeiter besonders vorgehalten.
Die Versorgung der gestrandeten Reisenden kann aber auf zweierlei Weise laufen. Man überlässt es den jeweiligen Krisenstäben der Region. Da man ja nicht direkt für das Wohl der Personen im Bahnhof ( ich schreibe jetzt bewusst Personen und nicht Reisenden) verantwortlich ist. Später wird eine gewisse Summe X an den beteiligten Organisationen g e s p e n d e t, da ja kein direkter Vergütungsanspruch besteht. Die Spende wird übrigens auch als solche verbucht. Oder man lässt einen Notfallplan anlaufen, der eine kommerzielle Versorgung der Reisenden sicherstellt. Ich selbst habe es schon erlebt, dass wir nicht bei der Bahn sondern bei einer nicht deutschen Fluggesellschaft in einem ähnlich gelagerten Fall per Catering versorgt wurden. Und was dort in kürzester Zeit gelaufen ist kann fast mit einem Bunkett verglichen werden. Auf Nachfrage erhielt ich die Auskunft, dass eben ein Notfallplan abgerufen wurde der die Versorgung sicher stellte. Nachgefragt hatte ich auch nur da mich das ganze halt besonders verwunderte, aber das im positiven Sinne. Selber mußte ich ein Formular ausfüllen weches angeblich zum Nachweis gegenüber einer Versicherung benötigt wurde. Es kann bei gewisser Vorbereitung eben auch mehr als Kaffee und eine Suppe sein. So nun werden einige sagen, ja Fluggesellschaft, da kann ich nur sagen: es war sogar ein sog. Billigflieger.
Das ganze war in den USA, wahrscheinlich war eben die Angst vor verärgerten Reisenden und deren überbezahlten Anwälten dort zu groß. So ist es eben, im "vollkommenden Kapitalismus muß eben alles bezahlt werden" Herr Mehdorn.
4. Zur Personalstärke.
Schon mein ehemaliger Professor für Eisenbahnbau/ Betriebsabläufe wobei ich nur Eisenbahnbau bei ihm hörte ( gut es waren nur zwei Semester a 1 Wochenstunde, und die Meisten langweilten sich zu tode in der Vorlesung) kritisierte vor Jahren den Umstand, dass die örtliche Notfallmanager der Bahn immer weiter ausgedünnt wurden, und somit eine größere Region abdecken mußten. Es ist nunmal zwingend erforderlich, dass dieser Notfallmanager mit als einer der Ersten am Ort des Geschehen ist, bevor die Einsatzkräfte vor Ort reagieren, in vielen Fällen sogar erst dann dürfen (Stichwort: Erdung der Fahrleitung usw), besonders bei elektrifizierten Fahrstrassen. Wenn nun aber die Personaldecke so dünn ist, dass im Betrieb sowie im Servicebereich diese gerade mal den Fahrbetrieb bei normalen Verhältnissen aufrecht erhält, ist es klar, dass diese Kräfte dieses in Ausnahmesituationen nicht mehr gewährleisten können.
5. Sicherheit der Fahrstrassen. (besonders im elektrifizierten Bereich)
Sollte ein Block durch einen umgestürzten Baum beschädigt sein, so kann dieses durch die Spannungsschwankung dem Fahrdienstleiter durchaus als Störung angezeigt sein, sodass er reagieren kann.
Bitte nenne mir einer einen Grund, warum all die bewährten Betriebsabläufe aus der Vergangenheit heute keine Gültigkeit und Anwendung mehr haben?
Die Frontbeleuchtung der Züge dient also nur dazu, dass sich die einzelen Triebfahrzeugführer durch kurzes Aufblenden grüßen können, habe ich das hier richtig verstanden? Denn ansonsten fahren Sie ja nur im dunkeln.
Der Grund für meine frühere Aussage, dass der Ursprung der Einstellung des Fahrbetriebes in Berlin und eben nicht in Frankfurt liegt, ist auch der bereits zuvor erwänhte mittlerweile pensionierte Professor für Eisenbahnbau, zu dem ich aus mehrern Gründen auch heute noch einen engen Kontakt pflege. Im Gegensatz zu Vielen vertrete ich nämlich die Meinung, dass manchmal langjährige Berufserfahrung mehr zählt als die noch im Betrieb verbleibende Lebensarbeitszeit.
Die erstmalige Einstellung des Bahnbetiebes ist einzig und allein auf die Denkweise mancher meist mit ökonomisch geprägtem Lebenslauf Bahnverantwortlichen zurückzuführen.
Willkommen in der neuen Bahnzeit.
Siemensanier
PS: Wie gut dass in Hannover das Szenario der Öffnung des im Bahnhof gelegenden Bunkers bereits während der WM mit Erfolg geprobt wurde. Denn so konnte dort nun auf ein bereits geprobten Plan zurückgegriffen werden. Den Mexikanern sei dank.
PPS: Mal weg von der Bahn
Bei einer Medienschalte auf RTL hielt eine Journalistin einen Dachziegel in die Kamera, dem Anschein nach ein Tonziegel kein Betonstein, vollkommen intakt. Während eines Kameraschwenks wurde eine Traufe in etwas 5m Höhe gezeigt bei der in der zweituntersten Reihe zwei Dachziegel verschoben und eben Einer fehlte. Sie meinte nun, dass hier die Dachpfanneb umhergeflogen sein. Meine Frage: Kann mir jemand den Hersteller der Dachsteine nennen, die aus ca. 5m Höhe fallen und nicht beschädigt werden. Die Anschrift von dem Dachdecker, der Sie erst runterholt und dann wieder montiert brauch ich aber nicht 