Zitat
Original geschrieben von BigBlue007
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Genauso, wie man irgendwann konstatieren wird, dass z.B. jemand wie Heiner Geißler (immerhin CDU) Recht hatte, als er sagte, dass die kapitalistische Weltordnung von heute auf lange Sicht keine Zukunft hat.
Leider wird er seit seinem Satz
„Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist nicht konsensfähig und zutiefst undemokratisch, es muss ersetzt werden durch eine neue Wirtschaftsordnung.“
– Heiner Geißler: in der Sendung „Razzien und Randale – Wie weit dürfen Staat und Demonstranten gehen?“ von Maybrit Illner am 31. Mai 2007
von einigen in seiner eigenen Partei nicht mehr für ganz voll genommen. Ironischerweise hat dies parallelen zu Oscar und der SPD. Letztlich noch verstärkt durch den Beitritt Geißles zu Attac.
Ich bin zutieft davon überzeugt, dass auch er (Geißler) es als nötiges Übel gesehen hätte, wären die Märkte komplett zusammengebrochen. Sicher wird jetzt wieder jemand sagen:" Und was dann? Zeig mir was besseres als die jetzige Wirtschaftsform." Es ist doch unbestritten, irgendetwas lief und läuft mächtig schief. Wir nennen es soziale Marktwirtschaft, handeln aber schon lange nicht mehr nach den Prinzipien der Erdenker dieser.
"Recht, Sitte, Moral, Normen- und Wertüberzeugungen sind für den Volkswirtschaftsprofessor (Röpke) entscheidende Elemente, für die nicht der Markt, sondern die politische Ebene und die Zentralbank stets Sorge zu tragen haben. Mit einer „konformen“ Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik, deren Aufgabe es ist, „jenseits des Marktes“ Schwache zu schützen, Interessen auszugleichen, Spielregeln zu setzen und Macht zu begrenzen, strebt Röpke eine Wirtschaftsordnung des „ökonomischen Humanismus“ an, der von ihm auch „Dritter Weg“ genannt wird. Röpke steht für eine Gesellschaft und Politik, für die die Wahrung der Menschenrechte von höchster Bedeutung ist. Das sogenannte „Individualprinzip“ als wichtiger und elementarer Kern der Marktwirtschaft muss aus seiner Sicht mit einem durchdachten Sozial- und Humanitätsprinzip in Balance gehalten werden.
Wilhelm Röpke
(* 10. Oktober 1899 in Schwarmstedt bei Hannover; † 12. Februar 1966 in Genf) gilt als einer der wichtigsten geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft.
Vielleicht ist es wirklich an der zeit mal den "Dritten Weg" einzuschlagen.
Und vielleicht so radikal wie es der Konkurrenzsozialismus vorsieht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Konkurrenzsozialismus
Um diesen Neuanfang zu vollziehen, wäre jedoch ein vollkommender globaler Marktzusammenbruch erforderlich gewesen. Aber Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Ich bevorzuge übrigens ebenfalls den Weg des Versagens der zivilen Märkte. Denn die andere Möglichkeit wäre wesentlich katastrophaler.
Siemensanier
PS: Dies Pflasterchen "Rettungsplan" mag kurzfristig helfen, wenn ich aber sehe, was jetzt schon wieder an den Börsenplätzen abläuft 
"Kurserholungen, massiv getrieben von Spekulanten, bezahlt von wem?"