Beiträge von ChickenHawk


    Hilft einem nur nicht, wenn 10% der Bevölkerung 90% des Vermögens haben gell? Bzw. was nützt es einem wenn man auf dem Papier mehr Geld hat, aber wesentlich weniger dafür bekommt.


    Und ja, es kann sich eben ein Alleinverdiener mit Familie nicht 2 Autos, ein Eigenheim und 2x Jahr Urlaub leisten, dass ist für einige ein Standardverlust. "Leben" kann man auch von 1.700 € im Monat nur sind dann keine großen Sprünge drin, private Altervorsorge etc. kann man vergessen und auch sonst muss alles glatt laufen und keine Reparaturen o.ä. anfallen. Ist nicht schön, keine Frage aber so wird es höchstwahrscheinlich noch eine zeitlang aussehen. Im Verhältnis zu vielen anderen Menschen geht es uns damit immer noch gut, der Einzelne mag das natürlich etwas anders beurteilen. Aber das ist ja auch immer die Frage von welchem Blickwinkel man das betrachtet.


    Und ansosten schrieb ich ja auch: Jeder AG der kann und sicherlich kann eine Telekom nicht von heute auf morgen nach Polen ziehen, aber es gibt genügend die relativ schnell das Feld räumen könnten wenn es denn notwendig sein sollte.

    Alles schön und gut, aber wie gesagt, man darf sich nicht ein den paar Beispielen der "Großen" hochziehen, mal ganz davon ab, dass es keinen Zwang gibt als AG oder AN einem Tarifvertrag beizutreten. Eine gesetzliche Regelung könnte nur für alle Unternehmen gelten (und nicht nur die "Bösen") und das wäre ein gewaltiger Schuss in den Ofen. Unser Problem in D ist nunmal das Arbeit "zu teuer" ist, gerade wenn es um nicht so hoch qualifizierte Arbeiten geht, für den Arbeitnehmer selbst kommt erschwerend hinzu, dass die Lebenshaltungskosten dennoch weiter gestiegen sind er unterm Strich also weniger im Geldbeutel hat.


    Das Problem löst man aber nicht damit, dass man per Gesetz oder vom Staat verordnet flächendenkend vorgibt was ein AN zu verdienen hat, jeder AG der kann würde fluchtartig D verlassen (entweder ins EU-Ausland oder Richtung Osteuropa).
    Ein Einheitslohn wie zu DDR Zeiten bringt uns langfristig gesehen wirtschaftlich gar nichts. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob es gerecht oder was auch immer ist, dass sich Vorstände und andere hohe Manager immer mehr Geld in die eigenen Taschen schaufeln, da der Anteil dieser Personen im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft und Otto-Normalarbeitnehmer keine Rolle spielt. Wenn Mehdorn und Co. auf ihre Erhöhungen zugunsten der AN verzichten würden macht das grob geschätzt pro Mitarbeiter auch gerade mal 2,50 € aus. Klar wäre es ein nettes Signal aber wirklich geholfen ist dem Familienvater mit 2 Kindern damit auch nicht.


    Unsere Probleme liegen eigentlich woanders, in Zeiten zusammenwachsender (Arbeits-)Märkte und Öffnung gegenüber anderen Staaten müssen wir zusehen, dass wir mehr auf Qualifikation setzen. Hierzu muss die Bildungspolitik deutlich verbessert werden, im überigen müssten auch mal die Steuern und Lohnnebenkosten runter etc. pp.


    Das sind alles keine Probleme die sich von heute auf morgen lösen lassen, oder die mit einer Gehaltserhöhung von 10% für alle AN erledigt sind. Wirklich schlimm an der Situation ist nur: Es wird sich voraussichtlich auch die nächsten Jahre nicht wirklich viel bewegen. Wie müssen uns einfach auf drauf einstellen, dass es für D eben nicht mehr die goldenen 20er Jahre sind und das man sich bei uns auch nicht immer den Lebensstandart von vor 15 Jahren bewaren kann. (Was natürlich nicht heißen soll, dass es ok ist wenn jemand mit einer 40 Std. Woche seine Familie nicht mehr ernären kann.)


    Jetzt wäre die Politik gefragt, nur das wirkliche Problem ist: Wer als Politiker den Leuten sagt wie man es eigentlich mal hinbekommen würde, den würde kein Mensch wählen. Eigentlich bräuchten wir ein paar drastische Einschnitte um dann in 5-10 Jahren wieder gut dazustehen. Aber mal ehrlich: Würdest Du jemanden wählen der Dir ein Konzept vorstellt in dem es Dir die nächsten Jahre erstmal (wirtschaftlich) schlechter geht mit der wagen Versprechung dass danach alles gut wird? Wohl eher kaum oder?

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Nur Dumpinglöhnen sollte man Einahlt gebieten, wenn man hört das beim Bau der BMW World Arbeiter für 2,80 €/h beschäftigt worden sind dann dreht sich da einem echt der Magen um.


    Das ist dann aber eher ein Problem der Auftragsvergabe und Subunternehmer. Die Bauunternehmen sind in einem harten Konkurrenzkampf bei der Auftragsvergabe, wer am günstigsten ist bekommt den Zuschlag. Da verhalten sich die Auftraggeber in der Wirtschaft nicht anders als die TT-Schnäppchenjäger hier. Man versucht das Optimum an Leistung für den kleinsten Preis zu erziehlen. Oder würde jemand auf die Idee kommen einen Mobilfunkvertrag zu schlechteren Subventionskonditionen abzuschließen nur weil der Händler jammert, es bliebe sonst kaum noch was von seiner Provison über? Ist mir hier jedenfalls noch nicht unter gekommen.


    Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht sind Unternehmen und Privatpersonen kaum anders, erstmal Hauptsache billig. Das der Preis den man letztendlich zahlt manchmal in keinem Verhältnis mehr steht zu dem was man bekommt spielt nur eine Untergeordnete Rolle bzw. es fragt keiner nach, Geiz ist halt (obwohl Saturn den Slogan abgesetzt hat) immer noch geil. Ich persönlich gebe lieber ein paar € mehr aus und kaufe im Einzel(fach)handel, als übers Netz um auch noch die letzten 5 € zu sparen. Wenn allerdings derselbe Fernseher im Laden 500-600 € teuerer sein soll als über den Internetversand muss ich mir doch die Frage stellen was das in der Kalkulation bei MM oder Konsorten falsch läuft. Ja sie haben mehr Personal- und Raumkosten als ein Internethändler aber bei einer Massenware rechtfertigt das sicherlich keinen Mehrpreis von 25 %.


    Wobei wir jetzt hier sehr weit vom eigentlichen Themenbeitrag weg kommen (auch wenn das imho nur zeigt, dass man wirtschaftliche Themen halt immer im Gesamtzusammenhang sehen muss und sich nicht nur einzelne Bereiche rauspicken kann).

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    Original geschrieben von Boogieman
    Wenn man z.B. Löhnen gewisser Berufsgruppen eine prozentuale Grenze setzt, die vom branchenüblichen Tarif maximal nur xy % abweichen darf. Kriegt man nämlich die Firmen dran, die nicht in irgendeinem Tarifverbund sind.


    Sorry aber das ist wieder sehr kurzsichtig gedacht. Wir haben in D nicht nur Unternehmen welche Geld wie Heu scheffeln, sondern auch genügend KMU die so gerade mal eben vor sich hinkrebsen. Selbst wenn die wollten könnten die keine höheren Gehälter zahlen. Haut man da jetzt ein Gesetz vor, dass sie verpflichtet XY € zu zahlen müssten die ihre Leute vor die Tür setzen, weil sie sie schlicht nicht mehr bezahlen könnten (man darf immer nicht vergessen, den AG kostet eine Lohnerhöhung immer doppelt weil er auch die AG-Anteile der SV mehr bezahlen muss).


    Außerdem: Was ist denn brachenüblich? Es gibt für den selben Job in D naturgemäß ein sehr unterschiedliches Gehalt, im Norden weniger als im Süden, im Westen mehr als im Osten. Dazu kommen noch Haustarifverträge bei den großen Unternehmen, wer soll da ne anständige Basis finden um zu sagen, dass ein Schweißer mindestens X % bekommen soll?

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    Original geschrieben von pallmall
    Ein Mindestlohn verstößt nicht gegen die Demokratie und die Tarifautonomie bliebe davon völlig unberührt.


    Da würden sich die Lokführer bestimmt freuen, wenn per Gesetz demnächst als Minimum 1.500 € brutto festgeschrieben wird.


    Auf der einen Seite wird immer geschrien, dass sich der Staat in zuviele Dinge einmischt und auf der anderen Seite soll er dann doch wieder in Belange der freien Wirtschaft eingreifen? Kann nicht funktionieren.


    Außerdem ist ein Mindestlohn auch kein Allheilmittel. In anderen Staaten in denen ähnliche Modelle getestet wurden zeigte sich, dass in der Praxis der Mindestlohn dann auch gleich der Höchstlohn war, und daran können die AN in Deutschland ja auch kein Interesse haben. In Tarifverhandlungen auf diesem Niveau hat ein Staat nichts verloren.

    Die wissen ja aus genügend anderen Vorgängen welche Reparaturarbeiten wie lange dauern, da gibt es ja auch Tabellen mit Arbeitsstunden etc. pp.


    Von daher werden die dann errechnen wie lange die Reparatur dauert und entsprechend die Tage bezahlen.

    Dann müsstest Du einen relativ großen Wagen der Kategorie "K" fahren.


    Bezahlt wird nur die Dauer der Reparatur die vom Gutachter festgelegt ist, wie lange der Wagen dann tatsächlich rumstand ist irrelevant. Wochendene wird nicht mitberechnet.


    Soll heißen wenn der Gutachter sagt die Reparatur dauert 3 Tage, dann werden diese 3 Tage auch nur bezahlt, selbst wenn der Wagen 10 Tage außer Betrieb war.

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    Original geschrieben von oleR
    Das ist jetzt wiederum nicht auf diese spezielle Aussage bezogen; nur kannst du mir nicht erzählen, ein AN würde prinzipiell nur seine Arbeitskraft vertickern. Rein logisch würde das heißen, dass 1. bessere oder mehr Arbeit auch mehr Geld bedeutete, was aber, wenn überhaupt, nur höchst indirekt der Fall ist (im Gegensatz zur Zeit -> Überstunden!) und 2. dass der AN sich aussuchen könnte, was genau er macht und was nicht, das ist ebenfalls nicht der Fall. Als BWLer/VWLer kannst du mir da gerne widersprechen, auf die Begründung aber wäre ich gespannt :)


    Doch (mal ganz davon ab, dass die WiWi auch nicht von sich behauptet eine "exakte" Wissenschaft zu sein, Theorie ist alles), denn wer "zwingt" einen den arbeiten zu gehen? Eigentlich keiner oder steht in irgendeinem Gesetz das man arbeiten gehen muss? Nö.


    Natürlich besteht irgendwo ein natürlich Zwang zu Arbeit schon allein damit die Miete bezahlt ist und der Kühlschrank voll, aber wenn man auf solche Dinge verzichten kann/will hält einen davon schließlich keiner ab.


    Und natürlich kann sich jeder AN aussuchen was er macht, jeder Lokführer kann sich hinstellen und sagen er bietet seine Arbeitskraft künftig nur noch für 4.000 € netto an, niemand wird ihn daran hindern, das einzige Problem: Er wird genauso keinen AG finder der bereit ist ihm das zu bezahlen.


    Das ist dann aber weniger ein Problem ob Zeit oder Arbeitskraft bezahlt wird sondern einfach nur die Frage von Angebot und Nachfrage. Mal ganz davon ab, dass wohl kaum ein AN die Rechnung aufmacht: "Ich biete hier 40 Std. pro Woche meines Lebens..." denn per se ist "Lebenszeit" eben nicht bewert- und bezahlbar.
    Also kann man nur mit der eigenen Arbeitskraft an den (Arbeits-)Markt gehen und sehen das man für sich das Optimum rausholt.

    Zitat


    Was die GDL PR-mäßig abliefert, ist desaströs. Mittlerweile kann ja schon fast jeder für seine Meinung eine passende GDL-Aussage finden.


    Und schon allein deshalb hat die GDL sich vor allem erstmal selbst ins Knie geschossen.


    EDIT:

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    In BWL und VWL sondiert man die ersten zwei Semester Stunden den Dozenten darauf hin, zu welcher Theorie der Wirtschaftslehre der gute Mann oder die gute Frau stärker tendiert, und ist ab diesem Zeitpunkt mit dieser Konform.


    Eine sehr eindimensionale Sichtweise . Es ist durchaus möglich die Theorien von Friedman zu kennen und dies nicht für das Maß der Dinge zu halten... ;)


    Und wenn man schon etwas auf der Revoluzer-Schiene fahren will muss man sich ja auch ernsthaft fragen was denn nur die richtige wirtschaftliche Ausrichtung ist. Sowohl Demokratie als auch Kommunismus bzw. Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft haben objektiv versagt. Egal welches System ein Staat hat: Die "oben" haben die Taschen voll und der einfache Arbeiter muss es ausbaden.