Zitat
Original geschrieben von Jens Groß
Dass es in Kantinen einen Veggietag gibt, ist sicherlich eine sehr große Ausnahme in Kantinen.Jens
Und das würde ich aus meiner Erfahrung ganz anders bewerten. Ich habe aufgehört zu zählen in wie vielen Kantinen ich zwischenzeitlich schon gegessen haben, aber gerade in den letzten Jahren hat es sich durchgesetzt, dass dort 2-3 verschiedene Gericht angeboten werden von denen immer eins ohne Fleisch ist – und das eben die ganze Woche lang und nicht nur an einem Tag. Darüber hinaus gibt es häufig auch „Gesundheits-/Aktivitätswochen“ bei denen dann auch durchaus mal nur vegetarische Gerichte an einzelnen Tagen angeboten werden.
Mir fällt spontan nur eine Kantine ein (99,5% von körperlich hart arbeitenden Männern im Schichtbetrieb besucht) bei der nicht jeden Tag ein fleischloses Menü angeboten wird, aber selbst dort ist man von Seiten der Betreiber so flexibel, dass man sich notfalls aus den Beilagen eine fleischlose Mahlzeit zusammenstellen lassen kann – wenn man denn will.
Insofern hat sich die Forderung der Grünen eigentlich schon längst überholt bzw. ist schon lange in der betrieblichen Praxis der Kantinenbetreiber angekommen. Und wie hier auch schon geschrieben wurde: Wenn der Bedarf im Unternehmen da ist würde sicherlich auch ein Betreiber diesem nachkommen sofern das noch nicht geschehen ist.
Wenn Fr. Künast sich jetzt also hinstellt und einen „Veggie-Day“ fordert – auch wenn die Absicht dahinter evtl. ganz gut sein mag – (gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht, oder wie war das?), dann kommt es eben mal wieder so rüber als würde hier jemand mit dem erhobenen Zeigefinger rumfuchteln.
Ja man kann und sollte seinen eigenen Fleischkonsum ggf. mal kritisch hinterfragen, aber dass wird in der breiten Masse bestimmt nicht passieren nur weil man einen Tag lang in der Kantine jetzt nicht mehr wählen kann was man ist, sondern weil es „verordnet“ wird. Hier bietet sich vielmehr eine Steilvorlage ganz nach dem Motto:
„Siehst Udo – ich habe Dir doch immer schon gesagt, dass das alles Ökospinner sind…“
Auch die Grünen sollten doch mittlerweile eingesehen haben, dass sie mit ihren Vorstellungen und ihrer Ideologie nur dann politisch erfolgreich seien können, wenn sie es schaffen die Menschen und potentiellen Wähler von sich zu überzeugen, anstatt ihre Überzeugungen notfalls dann eben auf dem regulatorischen Weg durchsetzen zu wollen. Anstatt über so einen Unfug wie den Veggie-Day zu palavern, wie wäre es mal mit sinnvollen Vorschlägen wie man die Tierzucht und Haltung künftig so gestalten kann, dass eine artgerechte Tierhaltung möglich ist und trotzdem auch die nicht so gutsituierten Teile der Bevölkerung nicht aus Preisgründen auf Fleisch verzichten müssen (wobei auch die anderen Parteien sich diesbezüglich nun nicht wirklich gerade hervortun).
Die Grünen könnten eine richtig erfolgreiche Partei sein, ich würde sie u.U. dann sogar noch vor der SPD sehen, wenn ja wenn sie es nicht immer wieder schaffen würden sich selbst ins Knie zu schießen und potentielle Wähler mit ihrem Gebaren zu verschrecken.