Beiträge von telthies

    > Da die Geräte einwandfrei an einem normalen Amt-Anschluss funktionieren wäre es
    > sehr verwunderlich wenn dies nicht auch an der TK Anlage funktioniert.
    jein: der analoge Hauptanschluß ist bilingual und tolerant ggü. nicht normgerecht ablaufenden Nummernschaltern (aka Wählscheiben). Ersteres gilt nicht für alle TK-Anlagen im Consumerbereich und letzteres leider z.B. für Fritz!Boxen eher weniger. Tastwahl-IWV-Apparate können Probleme bekommen, wenn sie z.B. ein französisches statt eines deutschen Impuls-Pause-Verhältnisses haben; Wählscheibentelefone haben alterungsbedingte mechanische Geschwindigkeits- und Gleichlaufprobleme - durch langen Nichtgebrauch oft nicht weniger als durch hohes Alter, also gerade der originalverpackt-unbenutzte 70er-Jahre-Apparat kann hier Mucken machen.


    > Klar lässt sich eine ISDN-Anlage an einem IP-Anschluss betreiben,
    > wenn der Router einen internen S0-Bus hat.
    Die Tücke liegt dabei in der Frage, ob der ISDN-Synchronisations-Amtstakt (bei einer achttausendfach unterteilten Sekunde ist nicht unwichtig, wann die nächste anbricht) von einem leidlich hochwertigen Baustein generiert wird, wenn er denn - wie bei Pseudo-ISDN nun einmal gegeben - nicht vom Amt kommt. Das ist wie daaamals bei Nicht-Quartz-Uhren: irgendwann gingen sie mal erkennbar falsch. TK-Anlagen machen dann Mätzchen.

    Der Peak liegt wohl eher so um zehn Uhr herum, aber ansonsten paßt´s. Die Volumina der Nummernblöcke sind ja auch nicht aus der Luft gegriffen: mit einem Basisanschluß kommt man verkehrsmäßig maximal 8 bis 10 Nebenstellen weit (also passen 10 Nummern), zwei Basisanschlüsse reichen bis etwa 20 bis 25 Nebenstellen (also passen 30 Nummern). Lediglich die Reserven für weiteres Wachstum des Unternehmens sind in dieser Größenordnung noch "vergessen". Aber mit dem (Teil)aufbohren kann man sich recht gut behelfen.

    Der Berater meldet sich zur Stelle und ist günstiger als Viele denken :-)


    Aber zunächst einmal zur Ursprungsfrage. Das mit dem "Erweitern" ist garnicht so einfach. In der Regel hält der Netzbetreiber dem Kunden nämlich keine Reserven frei, dafür sind Rufnummern ein zu knappes Gut. Das heißt: wenn man bisher z.B. zwei Basisanschlüsse hatte, hatte man 30 Nummern, z.B. "ALTENR-0(0) bis ALTENR-29". Nimmt man nun einen dritten Basisanschluß hinzu, kann man 70 Nummern bekommen. Dabei gibt es aber leider meist nicht einfach "ALTENR-30 bis ALTENR-69" hinzu, weil häufig inzwischen bereits z.B. ALTENR30 bis ALTENR49 als MSN und "ALTENR-50 bis ALTENR-79" als Nummernblock an andere Teilnehmer vergeben wurden. Man bekommt daher nun z.B. "NEUENR-0(0) bis NEUENR-69" und darf seinen Kunden neue Rufnummern beibringen.


    Wer gar keinen weiteren Anschluß hinzunimmt, hat mit dem Wunsch nach mehr Nummern schlechte Karten. Auf nachträgliche Wünsche, mehr als die Standardmenge an Nummern zu bekommen, reagieren Netzbetreiber in der Regel mißmutig.


    Die Keine-Ports-mehr-frei-macht-nichts-erweitern-Sie-doch-virtuell-Schwätzer schert das natürlich wenig. Nicht wenige von ihnen begreifen von Numerierung ohnehin nicht allzuviel.


    Ungeachtet der Verwendung für klassische Hardware-, IP-Hardware- oder Soft-Telefone ist die Lösung für mehr Nummern aber ohnehin meist eher "nicht erweitern, sondern verlängern". D.h. man läßt die Menge an Anfangsziffern unberührt und bohrt einen Teil des Nummernblockes auf. Wenn man also von "0(0) bis 29" bislang "0(0) bis 23" und "29" verwendet, kann man aus den noch freien "24 bis 28" auch "240 bis 289" machen.


    Mehr Telefone brauchen in der Regel auch mehr "Amtsleitungen", ob man eine klassische Telefonanlage nun um Baugruppen mit klassischen Telefonports erweitert oder eine Soft-PBX danebenstellt, ändert an diesem Grundsatz nichts. Man kann weitere Anschlüsse aber ohne Nummernänderung dazubekommen, wenn man auf die Nummernblockerweiterung verzichtet.


    Was allerdings - auch kostenmäßig - größtmöglicher Blödsinn wäre, wäre eine "klassische" Telefonanlage im haus zu belassen, zusätzliche Ports als Centrex-Lösung (hosted PBX) dazuzunehmen, für einen gemeinsamen Nummernblock den bestehenden Nummernblock in das rechenzentrum zu portieren und die "alten" Telefone an ihrer bisherigen Anlage dann (ggf. adaptiert) per ISDN an das Rechenzentrum anzubinden. Ein dreifach verknoteter Lösungsweg quasi - aber ehe man das einem Dasistdochganzeinfachschwätzer erklärt hat, ist unser Sonnensystem Geschichte.


    Nicht, daß wir uns mißverstehen: man kann mit VoIP / LAN-Telefonie / Asterisk / Centrex und all´ diesen Dingen aus dem weiten Feld der IP-Telefonie lauter feine Sachen machen. Nur leider führen diese neuen Möglichkeiten noch häufiger dazu, daß sich unzählige Computerbastelbubis zutrauen, Telefonanlagen zu bauen. Siebzehnjährige glauben zuweilen auch, daß man mit Achtzehn plötzlich wie vom Blitz getroffen "erwachsen" wird. "Volljährig" wäre das richtige Wort.

    > 500m Luftlinie von der Konzernzentrale in Düsseldorf
    nun ja, man muß die Netzinfrastruktur ja nicht am Verwaltungssitz konzentrieren. Auch wenn Löcher im Netz bzw. dessen Leistungsfähigkeit dort natürlich am peinlichsten sind.

    An welcher Station des Weges wird der Wahlinformation eigentlich der Portierungscode hinzugefügt - muß in Fest- wie Funknetz und für Orts- wie Ferngespräche grundsätzlich zuerst in einer Portierungsdatenbank geschaut werden, wo die weitere Reise hingeht (auch wenn das Ziel eine nicht portierte Nummer im Urprungsnetz - also desjenigen des A-Teilnehmers - ist) ?

    Danke für die Erläuterungen. Aber der Grundsatz, daß jeder Netzbetreiber eine täglich upgedatete Spiegelung der ich sachma "Master"-MNP-Datenbank hat, war mir schon klar. Nur eben nicht ob - obwohl aktuell die meisten Nummern noch (oder wieder) in ihren Abstammungsnetzen kursieren dürften - vor jedem Verbindungsaufbau nachgeschaut wird, wo die jeweilige Nummer denn aktuell hingehört oder ob erst geschaut wird, ob die Nummer überhaupt portiert ist.


    Aber zur ursprünglichen Frage des TE: ich selbst habe keine portierten Nummern, stelle jedoch bei regelmäßig von mir angerufenen portierten Nummern keinen Unterschied fest: ein Freund, den ich sehr häufig anrufe, hat 0170. Der Ruf geht nach der Portierung zu o2 genau so schnell durch wie vorher ins D1. Mein Vater hat 0151 und selbst nicht im eigentlichen Sinne "portiert", jedoch hat sein Provider Simplytel von D1 auf o2 umgeschwenkt. Bei ihm klingelt es genau so schnell wie vorher und wie bei meiner Mutter (etwas später Simplytel-Kundin geworden und daher schon mit Vorwahl 0176).

    nur: wo liegt die MNP Datenbank, die (zuerst) abgefragt wird ? ist es z.B.
    - diejenige des eigenen Netzes (des Anrufers), wenn der Ruf aus einem Funknetz kommt ?
    - diejenige des "vorwahlzugehörigen" Netzbetreibers, wenn der Ruf aus dem Festnetz kommt ?


    wie läuft die Abfrage überhaupt ab: wird jede Mobilfunknummer in der MNP-Datenbank gesucht oder geht der Ruf erst ins "vorwahlzugehörige" Netz, fragt zunächst ab "ob portiert" und nur wenn "ja", dann "wohin" ? (welches Procedere das ökonomischere ist, hängt wohl vom Anteil an portierten Nummern an der Gesamtheit ab)

    Handy & Laptop bringen mich gerade auf eine ganz blöde Idee: es ist bitte nicht etwa so, daß die beiden Karten zusammengehören und diejenige mit der falschen Priorität im Handy steckt ?