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Android auf Erfolgskurs: Jedes zweite Smartphone läuft mit dem Betriebssystem von Google. Cyberkriminelle schwimmen auf der Erfolgswelle mit. Gratis-Antiviren-Apps sollen vor Attacken schützen, doch ein Test zeigt: Sie sind weitgehend nutzlos.
Video Smartphones - Fundgrube für Datendiebe
Cyberkriminelle nehmen immer häufiger Smartphones ins Visier, vor allem Android-Handys. Die Zahl der Schadprogramme sei in den letzten vier Monaten um 472 Prozent gestiegen, sagt der US-Netzwerkspezialist Juniper. Andere Unternehmen melden eine ähnliche Entwicklung.
Spione und Abzocker im Smartphone
Mobile Schadprogramme gelangen als scheinbar nützliche Apps in die Smartphones. Jeder zweite Schädling soll dort Nutzerdaten ausspionieren, fanden die Juniper-Experten heraus. Die andere Hälfte verschicke als SMS-Trojaner Kurznachrichten an kostenpflichtige Rufnummern. Die Gebühren dafür landen später auf der Handyrechnung.
Die Gefahr sei da, doch Grund zur Panik bestehe nicht, sagt James Lyne von der Sicherheitsfirma Sophos. Denn im Vergleich zu den Gefahren, die einem Windows-Rechner drohen, sei die Gefahr durch Handy-Viren immer noch gering. Dennoch solle man Schutzmaßnahmen ergreifen.
Antiviren-Apps im Test
Sicherheitsfirmen und App-Anbieter haben reagiert und Antiviren-Apps auf den Markt gebracht. Die Apps arbeiten wie Virenscanner, die man vom PC her kennt. Der Magdeburger Sicherheitsdienstleister AV-Test hat neun Programme getestet - das Ergebnis ist allerdings äußerst ernüchternd.
Auf dem Prüfstand standen sieben kostenlose Antiviren-Apps sowie - zum Vergleich - zwei kostenpflichtige Schutzprogramme der Firmen Kaspersky und F-Secure. Im ersten Durchgang mussten die neun Kandidaten ein Smartphone vom Typ Samsung GalaxyTab auf schädliche Dateien durchleuchten - die Prüfer hatten 172 solcher Dateien im Testgerät versteckt.
Testergebnis beunruhigt
Das Ergebnis: Am besten schnitten die Bezahl-Produkte von Kaspersky und F-Secure ab. Allerdings spürten auch diese beiden Programme nur etwa die Hälfte der gefährlichen Dateien auf - alles andere als ein beruhigendes Ergebnis. Doch die Gratis-Programme waren noch schlechter - das beste von ihnen entdeckte nur jeden dritten Schädling. Für die anderen Programme gilt: Kostenlos ist noch zu teuer. Deren Erkennungsraten lagen zwischen null und zehn Prozent.