Wurzelbehandlung:
Entfernen der Pulpa (Zahnnerven) aus den Wurzelkanälen, Reinigung derselben, und Verfüllung des entstandenen Hohlraumes mit geeigneten Füllungsmaterialien.
Der Begriff Wurzelbehandlung ist leider sehr allgemein gehalten, er sagt nichts darüber aus, wie der Zustand der Pulpa war, und aus welchem Grund sie entfernt werden musste.
Vom Zustand der Pulpa, und ggf. des Gewebes um die Wurzelspitze hängt es aber ab, ob Schmerzen bei der Behandlung entstehen.
Wenn der Zahn abgestorben ist (Gangrän, oder bei bereits durchgeführte Wurzelfüllung) ist die Behandlung i.d.R. nicht schmerzhaft, und kann ohne Anästhesie durchgeführt werden.
Wenn der Zahn durch Karies, oder eine Fraktur (Bruch) bis auf den Nerven zerstört ist, dieser Nerv aber noch weitesgehend intakt, und damit gesund ist, ist eine Spritze meist ausreichend.
Wenn der Zahn durch Karies, oder eine Fraktur (Bruch) bis auf den Nerven zerstört ist, dieser Nerv aber bereits entzündet ist (häufigster Fall, vergesellschaftet mit Zahnschmerz) kann eine Spritze oft nicht ausreichend sein.
Wenn der Zahn vereitert ist, wirkt eine Spritze ohnehin nicht gut, ist aber i.d.R. nicht notwendig.
Der Begriff "Heilzement" ist eher der Umgangssprache entnommen, und findet sich nicht in zahnmedizinischer Fachliteratur.
Deiner Beschreibung nach, kann es sich nur um ein Medikament handeln, das einen schwach entzündeten Nerven (Pulpitis) wieder in einen gesunden Zustand versetzen soll ( z.B. Calxyl, Ledermix, Cp-CAP, KerrLife, Dycal, etc.). Ist eine gängige Methode, und hat hohe Erfolgsraten. Ein paar Tage leichte Schmerzen, und Kälteempfindlichkeit ist normal.
Bei Misserfolg wird die Pulpa unter länger anhaltenden leichten Zahnschmerzen zerfallen, und die dann notwendige Wurzelbehandlung unter örtlicher Betäubung (zahnärztliche Spritze) möglich sein.
Es könnte aber auch sein, dass ein Medikament gemeint ist, dass bewusst den Nerven abtöten soll (z.B. Toxavit) dann ist die nachfolgend zwingend notwendinge Wurzelbehandlung weitesgehend Schmerzfrei.
Wurzelbehandelte Zähne verfärben sich tatsächlich durch Zerfallsprodukte des Blutes dunkel, dagegen hilft nur, während der Behandlung Blut sofort zu entfernen, und eine möglichst dichte Füllung (im Wurzelkanal) hinzulegen.
Der Zeitaufwand für eine Wurzelbehandlung hängt stark vom zu behandelnden Zahn ab, die meisten Zähne haben mehrere Wurzelkanäle, die alle einzelnd bearbeitet werden müssen, dazu kommen noch Schwierigkeiten bei gekrümmten, oder obliterierten (verschlossenen) Kanälen.
Ich rechne etwa 10 min pro Zahn Bearbeitung, + 5 Min pro Kanal zu Verscluss (Füllung) Dazu kommt noch der Zeitaufwand für Röntgenaufnahmen und die anschließende Deckfüllung.
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