Ich bin auch definitiv gegen einen Mindestlohn.
Eine Arbeit sollte immer so vergütet werden, wie auch ihre produktivität ist. Wenn ein Arbeitnehmer aufgrund seine qualifikation nicht fähig ist eine höhere Produktivität zu erwirtschaften dann kann es nicht sein, dass ein Arbeitgeber gezwungen wird ihm trotzdem mehr zu zahlen. Der Anreiz für eine höhere Qualifikation (Weiterbildungen/Ausbildungen generell) ist den Menschen somit nichtmehr gegeben. Und das einzige, was uns wirklich weiter bringt ist einfach eine gute Bildung/Ausbildung.
Ein Besipiel was auch gegen den Mindestlohn spricht sehe ich bei uns im Betrieb, in dem "Minderqualifizierte" für alle möglichen Arbeiten eingesetzt werden, bei denen man nichts an Wissen braucht oder dergleichen (eher in Richtung Hilfsarbeiter). Sie bekommen für diese Arbeit keine hohe Vergütung, jedoch sind diese froh, dass sie überhaupt arbeit bekommen. Unser Betrieb vertritt dort die Meinung: "Wir sind froh, dass wir diesen Leuten eine Arbeit anbieten können, die sie ausführen können und dass wir ihnen auch eine entsprechende Vergütung anbieten können."
Der Betrieb ist auf diese Arbeitskräfte absolut nicht angewiesen und wird sie sicherlich nach Anhebung der Stundenlöhne nicht weiter beschäftigen.
Ich verstehe nicht, warum Betriebe immer als etwas böses und als Feindbild in Deutschland dargestellt werden. Man sollte sich eventuell von der Denkweise verabschieden, dass es die "böse Firma" und den "armen Arbeiter" gibt. Firmen bieten Arbeitsplätze, strecken Kapital vor, bieten mit einem Arbeitsvertrag eine Art Versicherung (man bekommt seinen Lohn, auch wenn es mal ein wenig schlechter läuft).
Wenn wir einen Mindestlohn einführen muss dieses einhergehen mit der Verkürzung der Kündigungsfrist (ich höre schon die Aufschreie, ob dieser "asozialen" Forderung), da ich mir als Arbeitgeber zehnmal überlege, ob ich jemanden zu einem hohen Arbeitslohn einstelle, wenn ich mir nicht sicher sein kann, ob dessen Produktivität in Zukunft auch gegeben sein wird.