Draufzahlen war natürlich nicht so gemeint, dass sie etwas den Entwicklern zuschießen. Eher im Sinne von Verzichten gegenüber dem Preis, den sie in den USA nehmen. Und genau das machen sie nicht. Sie orientieren sich nicht an der Konkurrenz auf den lokalen Märkten (jedenfalls nicht in Europa), sondern rein am Gegenwert in US-$. Umgekehrt gilt das natürlich genauso, was in der Schweiz z.B. im letzten Jahr zu deutlichen Preissenkungen geführt hat.
Das Argument mit dem Apple-Anteil von 40% ist übrigens ebenfalls zu kurz gegriffen. Meines Wissens bleibt dem Entwickler in Europa in der Tat nur 60% vom Umsatz gegenüber 70% in den USA. Aber: Auch hier muss man berücksichtigen, dass die Preise in den USA Netto-Preise sind, die europäischen Preise aber 15% luxemburgische Mehrwertsteuer enthalten. Diese zahlt Apple. Von 1 € App-Umsatz gehen also 60 ct an den Entwickler, 13 ct an den luxemburgischen Staat und 27 ct an Apple. Bezogen auf den Nettopreis liegt die Verteilung Entwickler/Apple somit bei 69%/31% und damit auf dem Niveau der USA.
Es ist halt nicht immer alles so einfach, wie es sich am Stammtisch anhört. Was die Fakten mit "Mitgefühlstour" zu tun haben sollen, ist mir indes nicht klar.
Fakt ist auch: Da die Entwickler hier wie dort 70% vom Nettoumsatz kriegen, profitieren diese auch zu 70% von der Preiserhöhung, und eben nicht Apple.