Beiträge von phonefux

    Wie ich schon schrieb, ist das eine rein theoretische (und im übrigen fruchtlose) Diskussion, ob man FTTC, FTTdp oder FTTB als Glasfaseranschluss bezeichnen will oder nicht. Auch wenn du es so darstellen willst, gibt es da kein richtig oder falsch.


    Und deine Theorie, dass die letzte Meile, wenn ich sie ganz oder teilweise durch Glasfaser ersetze, nicht mehr die letzte Meile ist, ist, naja, eine Theorie. Und obendrein falsch, was man schon daran erkennt, dass die Telekom regulatorisch dazu verpflichtet ist, Wettbewerbern zu ihrer FTTC-Infrastruktur per Bitstream Zugang zu gewähren. Das wäre nicht der Fall, wenn es sich dabei lediglich um den Telekom Backbone handeln würde.

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    Original geschrieben von meco
    Falls du es nicht verstanden hast. Es geht mir um die Aussage, dass die Telekom "3,577 Millionen Glasfaseranschlüsse" realisiert hat. Diese Aussage ist einfach nicht korrekt, da es sich hier nicht um Glasfaseranschlüsse handelt, wie oben ausgeführt.

    Falls du es nicht verstanden hast: Ich habe in dem von dir kritisierten Post bewusst nicht von Glasfaseranschlüssen, sondern von FTTx gesprochen.

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    Original geschrieben von flamesoldier
    Das Umplanen von über 40.000 Sendern geht auch nicht in einem Jahr komplett über die Bühne, geschweige denn der großflächige Umbau. Man muss schließlich jeden Sender einzeln prüfen, beurteilen und fürs neue Netz planen. Gucken, ob man ihn behalten will oder nicht, ob er mit LTE800 oder mit LTE800+1800 oder LTE800+1800+2600 aufgerüstet werden soll, ob gar UMTS noch dazukommt usw. usf.
    Das ist erheblich mehr Aufwand als man sich vorstellt, ein Jahr ist da garantiert nicht lang genug als Zeitraum.

    Das ist sicher richtig. Mein Punkt war aber, dass schon weit länger als ein Jahr klar war, dass man massiv Frequenzen bei 1800 MHz verlieren wird. Es bestand also kein Grund, die Versteigerung abzuwarten um mit dem Freiräumen von GSM1800 zu beginnen. Mehr als 25 MHz (das wäre eine Drittelung zwischen den Anbietern) war realistisch nicht zu erwarten.

    Sicher nicht von heute auf morgen. Jetzt ist die Versteigerung aber auch schon ein Jahr her und die Fusionsentscheidung drei Jahre und bald nach der Entscheidung war klar, dass man das bisherige Spektrum bei 1800 MHz nicht wird halten können.

    Zitat

    Original geschrieben von meco
    Es handelt sich bei den VDSL Anschlüssen der Telekom nicht um Glasfaseranschlüsse,wie die Telekom behaupten. Natürlich ist der Verteiler per Glasfaser angebunden, allerdings gehört diese Anbindung nicht zur letzten Meile. Diese Glasfaser dient zur Anbindung des Verteilers an das Backbone Netz der Telekom. Die letzte Meile ist weiterhin eine Kupferleitung. Daher handelt es sich bei diesen Anschlüssen nicht um Glasfaseranschlüsse.

    Das ist so nicht richtig. Die letzte Meile ist im Telefonnetz die Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Dies ist die Kupferdoppelader, die vom Hauptverteiler (in der Ortsvermittlungsstelle) über das Hauptkabel bis zum Kabelverzweiger und von dort weiter über das Verzweigungskabel bis zum Anschlusspunkt im Haus (APL) führt:


    HVt == Hauptkabel == KVz == Verzweigungskabel == APL


    Die gesamte TAL gehört natürlich zur letzen Meile (local loop) und kann von einem Wettbewerber gemietet werden (unbundled local loop, ULL), entweder komplett oder nur der Teil vom KVz zum APL.


    Bei einem FTTx-Ausbau wird jetzt ein Teil der TAL durch Glasfaser ersetzt, bei FTTC der Teil bis zum KVz. Insofern ist das natürlich ein (teilweiser) Glasfaserausbau der letzten Meile.


    Ist auch anschaulich bei Wikipedia erklärt:

    Zitat

    Fiber to the x (FTTX) is a generic term for any broadband network architecture using optical fiber to provide all or part of the local loop used for last mile telecommunications.


    Zitat

    Original geschrieben von meco
    Als Endkunde ist es mir in der Tat egal wie der Anschluss realisiert wurde. Wenn ich keinen geschäftlichen Anschluss benötige. Für Geschäftskunden macht es durchaus einen Unterschied ob es sich um einen Glasfaseranschluss mit einer symmetrischen Bandbreite oder um einen VDSL Anschluss handelt. Auch als Immobilienbesitzer sollte mich das interessieren, denn ein richtiger Glasfaseranschluss wertet meine Immobilie auf und kann dafür sorgen dass sich ein Interessent für dieses Objekt entscheidet und gegen ein anderes.

    Ein Glasfaseranschluss bedeutet aber nicht automatisch symmetrische Bandbreite, jedenfalls dann nicht, wenn man auch FTTB als Glasfaseranschluss bezeichnet. Und ja, eine Immobilie mag dadurch im Einzelfall aufgewertet werden (praktisch gilt das wohl höchstens auf dem Land), das ist aber nicht die Aufgabe der Telekom. Wenn die Telekom daher "Glasfaseranschluss" sagt, kommt es auf die Produktsicht an und nicht die eines Immobilienkäufers.

    Der guckt wahrscheinlich ebenso in das Tool, in der nur der "klassische o2-Ausbau" (LTE800 und 2600) verzeichnet ist, nicht aber der LTE-Ausbau im Zuge der Konsolidierung.


    Da muss die Möchtegern-leading-digital-telco wohl noch etwas simplifizieren. :D

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    Original geschrieben von flensi
    Aber Telefonica bzuw. den Artikel versteh ich dennoch nicht wenn auch mit einem "telefonica typischen schwammigen" Angebot weitere MVNO/SP ins Netzt dürfen.

    Spusu würde wohl argumentieren, dass Telefonica zwar formal ein Angebot an weitere MVNO unterbreitet, dies aber nicht ernst meint bzw. wirtschaftlich keine tragbaren Konditionen anbietet und damit die Fusions-Auflage nicht erfüllt, weil sie aktuell eben nur einen Vertrag über 20 % der Netzkapazität haben und nicht über 30 %.

    Technisch ist simquadrat wohl sogar eher ein MVNO als Drillisch, weil sie eigene Vermittlungstechnik haben und Drillisch aktuell nur Resale mit eigener Abrechnung betreibt.


    Die Verpflichtung hinsichtlich Fusionsgenehmigung allerdings wird ausschließlich mit dem Drillisch-Deal erfüllt. Die Kooperation von sipgate mit E+ ist ja schon älter.

    Natürlich sind es FTTx-Anschlüsse. Das "x" steht für die unterschiedlichen Anschlusstechniken der letzten Meile, bei denen teilweise die Glasfaser komplett bis in die Wohnung geht oder eben vorher endet und es dann meist mit Kupferkabeln weitergeht:


    FTTH: Fiber to the home, Glasfaser bis in die Wohnung, gibt es teilweise bei der Telekom und anderen Anbietern
    FTTP: Fiber to the premises: Glasfaser bis zum Grundstück
    FTTB: Fiber to the building, Glasfaser bis ins Haus, ab da weiter mit der Kupferleitung (CuDa), gibt es zum Beispiel bei Netcologne oder MNet. Das sind dann technisch VDSL-Anschlüsse, nur das der DSLAM im Keller hängt und nicht auf der Straße steht
    FTTdp: Fiber to the distribution point, gibt es in D selten (teilweise bei OPAL)
    FTTC: Fiber to the curb, Glasfaser bis zum Verteiler, das ist die Anschlusstechnik bei VDSL (bis zum KVz), oder auch bei den Kabelanbietern, dort auch als FTTN (Fiber to the node) bezeichnet.


    Also: VDSL-Anschlüsse sind FTTx, nämlich FTTC


    Ob man FTTC dann als "Glasfaseranschluss" bezeichnen will oder nicht, ist mehr eine philosophische Frage. Ich habe genau deswegen bewusst "FTTx" geschreiben und nicht "Glasfaseranschlüsse", um diese überflüssige Diskussion zu vermeiden. Man kann alles wie die Netzbetreiber als Glasfaseranschluss bezeichnen, bei dem zumindest ein Teil der letzten Meile (TAL oder des Verteilnetzes bei BK) durch Glasfaser ersetzt wird. Oder (genauso willkürlich) alles was zumindest am Grundstück ankommt, auch wenn es dann mit Kupfer weitergeht (so definiert es die OECD in ihren Statistiken). Oder nur FTTH, wo wirklich kein Meter über vorhandene, klassische Netze läuft.


    Für mich einzig entscheidend ist, ob man mit der Anschlusstechnik bestimmte Übertragungsraten erreicht und ob ein Ausbau wirtschaftlich machbar ist und nicht wo irgendein Kabel endet und ein anderes anfängt. Insbesondere der oft gemachte Unterschied zwischen FTTB (gut!) und FTTC (böse!) ist für mich unsinnig, denn mit der aktuell verfügbaren Technik sind beides VDSL-Anschlüsse mit maximal 100/40 MBit/s.


    Fakt ist: Für Outdoor-VDSL/FTTC muss man kilometerweise Glasfaser neu verlegen. Daher darf man das durchaus als Glasfaserausbau bezeichnen.

    Ich habe mir nochmal die Pressemeldung der Kommission angesehen, die ich hier schon verlinkt hatte.
    http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-771_de.htm


    Eine wesentliche Begründung dort war ja, dass der Wettbewerb dadurch gefördert wird, dass Kapazitäten "en bloc" vorab verkauft und bezahlt werden und der betreffende MVNO dann ein Interesse hat, diese Kapazitäten auch zu füllen, was zu entsprechend günstigen Tarifen führt. Funktioniert ja auch bei Drillisch gut.


    Dieser Gedanke trifft dann natürlich nur auf die bereits veräußerten 20 % der Kapazität zu, die weitere Option auf die vollen 30 % bringt dann erst einmal nichts. Man könnte also gut argumentieren, dass TEF ihr Verpflichtungspaket noch nicht vollständig erfüllt hat und einen weiteren MVNO ins Netz lassen müsste. Was dann wieder zu Ärger mit Drillisch führen dürfte.