Der Punkt mit der Toleranz ist imho ein sehr guter, den ich mal aufgreifen möchte.
Beispiel:
Auf meiner Arbeitsstelle (Belegschaft von ca. 40 Mitarbeitern) gibt es viele Raucher. Diese qualmen fast überall im Gebäude. Es gibt einen Büroraum, in dem das Rauchen verboten ist, um den nichtrauchenden Kollegen einen rauchfreien Arbeitsplatz mit nur 2! Bildschirmarbeitsplätzen zur Verfügung zu stellen. Weiterhin gilt in einem Besprechungs-/Pausenraum ebenfalls Rauchverbot. Es hält sich jedoch keiner dran. Wo kein Kläger, da kein Richter. Toleranzempfinden ggü Nichtrauchern> Fehlanzeige!
Sitzt ein "Qualmer" im Zimmer und ein Nichtraucher betritt den Raum, bleibt die Kippe trotzdem an, obwohl es sich um einen rauchfreien Raum handelt. Bei höflicher Bitte das Rauchen einzustellen, bekommt man zur Antwort, dass die anderen Schreibräume, in denen geraucht werden darf, belegt seien... Beim Lüften, was kaum Besserung bringt, fliegt bedingt durch Durchzug im Gebäude die ganze Asche durch den Raum und verteilt sich über Tische Tastaturen und Bildschirme. Die EDV-Geräte müsstet Ihr mal sehen, das geht gar nicht. Überall vergilbte Tastaturen mit klebrigen Tasten. Einfach ekelhaft. Nichtmal beim Tippen kann auf das Rauchen verzichtet werden. Da man immer mit den gleichen Kollegen zusammenarbeitet, kennt man sich ja auch mit der Zeit und weiß daher schon, wer etwas gegen das Rauchen hat und wer nicht. Da muss man sich ja wohl nicht immer neu kennenlernen. Wenn jemand gestern den Rauch nicht abhaben konnte, dann wohl heute auch nicht, oder?
Rauchen am Arbeitsplatz ist ein ganz besonderes Problem, da hier der Nichtraucher nicht einfach weggehen kann. Er muss hier arbeiten und sich die Räumlichkeiten mit anderen Kollegen teilen und somit die gleiche Luft atmen.
Sogar im Auto wird geraucht. Bin letztens erst mit 7 Kollegen zu einem Termin unterwegs gewesen, von denen 3 während der Fahrt geraucht haben. Die Luft im Wagen konnte man in Scheiben schneiden. Beim Abaschen aus dem Fenster folg die ganze Asche durch Zugluft wieder ins Auto zurück und verteilte sich auf den nichtrauchenden Kollegen.
Man kann es mittlerweile als Nichtraucher nur noch ertragen vollgequalmt zu werden, aber ändern wird sich bei uns nichts so schnell. Dafür ist die rauchende Lobby zu groß. In meiner Freizeit kann ich es mir aussuchen, ob ich mich vollqualmen lassen möchte oder nicht. Am Arbeitsplatz geht das bei mir nicht.
Vielen ist es auch zu "gefährlich" sich dagegen zu wehren, wenn sogar die Chefs rauchen. Die Angst vor Mobbing ist einfach zu groß. In vielen Firmen wird zudem noch bei vielen Kollegen die Angst vor Arbeitsplatzverlust eine Rolle spielen, weshalb der Rauch ertragen wird.
In meinem Bekannten-/ Freundeskreis gibt es mittlerweile bis auf einen, der Rücksicht nimmt, nur noch Nichtraucher. Mit den anderen unbelehrbaren rücksichtslosen Leuten ist der Kontakt nach einiger Zeit eingschlafen, da teilweise sogar im Wohnzimmer der gastgebenden Nichtraucher die Kippe angesteckt wurde.
Ich persönlich habe bis vor 5 Jahren auch geraucht, dann aber wegen gesundheitlicher Probleme aufgehört. Ich bin damals selbst in meiner Wohnung immer auf den Balkon gegangen, um die Wohnung nicht vollzuqualmen. Nun, da ich nicht mehr rauche, achte ich natürlich darauf möglichst nicht vom Rauch belästigt zu werden, was mir bisher privat gut gelingt, jedoch auf der Arbeit nicht.
Gruß herold