Zitat
Original geschrieben von VFBler
herold
[...] Umweltschonende Fahrzeuge müssen staatlich subventioniert werden und zwar konsequent solange bis jeder ein solches Fahrzeug hat. Ich weis daß es nicht möglich wäre, aber auf jedenfall ein Schritt in die richtige Richtung (IMHO).
Zu deiner Aussage mit den Autos die einem täglich begegnen kann ich folgendes sagen: Wenn ich da so einen mit nem alten VW Bus sehe und der sagt zu mir er hat kein Geld für ein neues oder eine Nachrüstung (sofern möglich), dem sage ich: „die Kohle wo Du für Instandhaltung und dem hohen Spritverbrauch deiner alten schleudern schon ausgegeben hast, hättest Du für ein neues sparen können.“ 
Du hast durchaus Recht mit diesen Aussagen. Hast du dir allerdings schonmal überlegt, dass viele Leute sich davor scheuen für ein neues oder auch neuwertiges Auto Schulden zu machen? Nimm nur einmal dein eigenes Beispiel.
Was kostet heute ein VW-Bus? Als Transporter wohl nicht unter 20 000,- Euro zu haben, oder? Da reden wir von ca. 40 000 DM!!! Wer hat die schon unterm Kopfkissen liegen? So viel Sprit werden die alten Autos schon nicht alle verbrauchen, dass diese Rchnung aufgeht.
Also wird bei den alten Autos nur das Nötigste gemacht, damit der TÜV nicht meckert und das Auto nochmal "drüber" kommt. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele die so denken.
Eine Kollegin fährt noch einen alten Golf 2 mit U-Kat. Kürzlich durfte sie ca. 400,- Euro Steuern überweisen. Der alte Wagen ist aber noch Tiptop in Schuss und läuft richtig gut mit ca. 6,5 l Verbrauch auf 100 km (ja, die alten Autos waren wesentlich leichter gebaut und dadurch auch sparsamer, aber auch nicht so sicher wie heutige Modelle).
Damals, zu der Zeit als es um die Diskussion mit den Katalysatoren ging, hatte man den Leuten auch erzählt, dass sie ihre Autos mit einem Kat nachrüsten lassen sollten, um Steuern zu sparen und etwas für die Umwelt zu tun. Dann, etwas später, als es die G-Kat-Technik gab, war das alles überholt und gespart hat keiner mehr was. Der U-Kat taugte ja nichts mehr und die Leute, die nachgerüstet hatten, waren die Gelackmeierten. Ein U-Kat wurde hinterher steuerlich genauso beurteilt wie gar kein Kat.
Das Verrückte daran ist ja, dass viele Pkw heute im Wiederverkauf allgemein nur noch sehr wenig einbringen. Beim VW-Bulli mag das anders aussehen. Die Teile sind noch relativ wertstabil. Von dem teilweise immensen Wertverlust, unter dem manche Pkw leiden, kann man durchaus auch noch die alte Möhre ein paar Jahre fahren. Das sind immer Rechenbeispiele. Ich habe beispielsweise bei meinem 2 Jahre alten Golf IV fast die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises in den Kamin geworfen, und das obwohl es sich auch um einen TDI gehandelt hatte. Glaub mal nicht, dass der Wagen lange beim Händler gestanden hat! Mein "neuer" hat zwar auch keinen Filter und ist ein Gebrauchtwagen gewesen, aber ich würde tatsächlich den Filter auch selbst nachrüsten, wenn es sich für mich steuerlich lohnen würde.
Ohne das jetzt wieder die Markendiskussion hochkocht mal folgendes:
VW schaffte bisher z.B. beim Golf IV die Euro 4 Norm auch ohne Filter. Die Franzosen teilweise jedoch nicht. Beim hier angesprochenen Peugeot 307 wurde die Euro 4 Norm nur unter Zuhilfenahme des Filters erfüllt. Ansonsten hätte der Motor nur Stufe Euro 3 erreicht. Ich denke, dass es den sinvolleren Weg darstellt zuerst dafür zu sorgen die Verbrennung im Motor zu optimieren und dann die Schadstoffe noch weiter mittels Filter zu reduzieren und nicht wie VW, die den Filter weggelassen haben, da man der Ansicht war, dass das so erstmal für Euro 4 reicht.
Trotzdem finde ich es löblich, dass Peugeot der Erste war, der diesen Filter serienmäßig anbietet. Davon können sich die deutschen Hersteller mal eine Scheibe abschneiden.
Worauf ich hinaus will:
Die alten Autos werden irgendwann alle mal auf dem Schrott landen und somit löst sich das Problem mit der Zeit von selbst. Neuwagen sollten ohne serienmäßigen Filter garnicht mehr zugelassen werden können. Dann würden die (deutschen) Hersteller auch nicht mehr drum herum kommen.
Wogegen ich nur etwas habe ist, dass manchmal einfach nur unkritisch Marketinggewäsch nachgeplappert wird, und die Menschen vermutlich in Zukunft steurlich noch mehr belastet werden, wenn sie noch einen Wagen ohne Filter fahren.
Es kann ja nicht verlangt werden, dass alle nur noch Peugeot oder soetwas ähnliches fahren, nur weil die das ohne Aufpreis anbieten. Was können die Käufer eines deutschen Autos dafür, dass beim Kauf der Filter aufpreispflichtig statt serienmäßig oder gar nicht lieferbar war? Bei einem relativ günstigen Kleinwagen macht der aufpreispflichtige Filter (sofern überhaupt angeboten) schon einen merkbaren Teil des Kaufpreises aus. Bei dem Fuhrpark eines Krankenpflegedienstes oder beim 1. Auto für die gerade 18-jährige Tochter ein schon nicht unwichtiger Kostenaspekt.
Statt immer nur beim Autofahrer abzukassieren sollte der Staat mal die Industrie verpflichten die technisch machbaren Dinge im Sinne des Umweltschutzes einzuführen und zum Standard werden zu lassen.
Aber selbst dann werden wieder Argumente gefunden, die das Abkassieren erneut rechtfertigen würden. Man dreht sich quasi immer im Kreis!
Gruß herold