ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von Applied
Ich halte es für eine Illusion, dass das "nur" oder insbesondere "die Reichen" beträfe.
Ist doch bei Otto Normalverbraucher nicht anders.
Der "kleine Mann" bescheisst doch ganz genauso.
Nur eben auf kleinerem Niveau bzw. anders.
[...]
Der ganz normale Alltag in Deutschland.
Sind halt "Kavaliersdelikte".
Ironischerweise dient dann oft als moralische Rechtfertigung:
"Aber ich bin ja nur ein kleiner Fisch. Die Grossen bescheissen doch auch alle."
Sicher hast du Recht, dass auch der kleine Mann bescheissen kann. Nur tut er das aus der Überlegung heraus, dadurch seinen Lebensstandard zu verbessern und sich etwas mehr leisten zu können. Das macht es ja nicht richtig und es soll hier auch keine Billigung eines solchen Verhaltens sein. Nur sind das im Regelfall wirklich kleine Fische, die sowas machen.
Bei den "großen Jungs" ändern sich eh nur noch abstrakte Zahlenwerte auf irgendwelchen Konten, die sich nicht durch eine signifakante Verbesserung oder Verschlechterung des Lebensstandards auswirken. Diese Leute haben so viel Geld, dass es vollkommen egal ist, ob die meinetwegen die Hälfte ihres Vermögens abgeben müssen. ![]()
Solche Leute fliegen immer noch im Privatjet, genießen feinsten Schampus und Kaviar und fahren immer noch die dicksten Karren oder wohnen in besten Lagen in den edelsten Immobilien.
Diese Leute werden es sein, die die Kohlen beiseite schaffen. Der "kleine Mann" kommt hingegen nie in die Situation, während seiner Berufstätigkeit ein solches Vermögen anzuhäufen, dass es sich lohnen würde, dieses Geld beiseite zu schaffen.
Mit ehrlicher Hände Arbeit wird man nicht reich!!! Ohne dass man viel Kohle erbt oder sich irgendwie mit einer gelungenen Geschäftsidee selbstständig macht, kann man in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis fast nie in diese Situation geraten, in der die wirklich Reichen sich befinden. ![]()
Wie kann er korrekt sein, dass man auf Zinserträge eine Steuer von 25 Prozent zahlt, auf sein Bruttogehalt aber bis zu 45 Prozent (man korrigiere mich bitte, wenn der Wert nicht korrekt sein sollte, ich kenne mich hier nicht so gut aus)? Das kann doch nur damit zusammen hängen, dass überhaupt buchbare Beträge anfallen, die der Staat sich einverleiben kann. Bei dem momentanen Zinstief auf dem Geldmarkt, kommt aber auch bei den kleinen Leuten nicht viel Ertrag rum, den man besteuern könnte!
Und man täuscht sich: Der Mittelstand bricht immer mehr weg. Bald gibt es nur noch "Arm" und "Reich"!
Bei uns im Ruhrgebiet ist es so, dass für unser Haus und Grundstück vor ca. 30 Jahren "nur" 400 DM im Jahr an Grundsteuer zu entrichten war. Heute bezahlen wir 1600 Euro im Jahr. Man denkt momentan darüber nach, die Hebesätze noch weiter zu erhöhen. Da kann das eigene nahezu abbezahlte Haus als Altersvorsorge durch mietfreies Wohnen unter Umständen im Alter auch nach hinten losgehen. Die anderen Unterhaltskosten laufen ja auch weiter.
Sowas sind natürlich Themen, denen sich jemand, der in Panama eine Briefkastenfirma unterhält, nicht stellen muss!
Ich finde, dass heute immer mehr Dinge außer Verhältnis geraten und das Soziale keine große Rolle mehr spielt.
Aber ich schweife ab.