Zitat: Original geschrieben von Vito
- Wenn die Gottes Theorie NICHT stimmt, warum sind die entlegensten Völker in irgendeiner weise gläubig?
Weil ich der Überzeugung bin, daß die menschliche Psyche etwas braucht, woran sie glauben kann - gewissermaßen zur Beruhigung (ich halte die vielzitierte Aussage "Religion ist Opium für das Volk" für wahrer, als den meisten Menschen klar ist, obwohl diese Aussage sich eigentlich nicht auf den Glauben an ein Leben nach dem Tod bezieht. Und für die Sprachfetischisten: Ja, ich weiß, daß man ds Adjektiv "wahr" nicht steigern kann. ). Das beste Beispiel ist die religiöse Definition des Himmels als Ort, an den man kommt, wenn man ein anständiges Leben geführt hat.
Die Menschen sind sich bewußt, daß sie irgendwann sterben werden, und dieser Gedanke (bzw. die Angst vor dem Unbekannten, das danach kommt - oder auch nicht) ist wesentlich leichter zu ertragen, wenn man sich vorstellt, daß es ein Leben nach dem Tod gibt.
Weiterhin ertragen Menschen schwere Unglücke (oder generell Ereignisse, die sie nicht verstehen) leichter, wenn sie jemandem die Verantwortung dafür geben können (oder sich daran festhalten können, daß das alles Teil eines unbegreiflichen göttlichen Plans sei). Wenn ein Tanklastwagen in ein Waisenhaus rast, explodiert, und dabei dutzende Kinder sterben, können viele Menschen damit leichter umgehen, wenn sie etwas sagen wie "Gottes Wege sind unergründlich", statt sich bewußt zu werden, daß es im Leben jede Menge (teils schreckliche) Zufälle gibt.