Zitat
Original geschrieben von jiggamirk
Bevor ich jedoch jetzt nicht weiss, ob ich überhaupt einen normalen Anschluss oder NGN bekomme, lohnt es sich nicht, schon einen neuen Router/Modem zu kaufen oder? Wenn ich NGN bekomme, kann ich ja das DSL Modem von zuhause eh nicht nutzen und müsste dann das von Alice nehmen, oder?
(..)
Obwohl Voip mit normalen Telefonen, Softphones etc für mich immernoch ein Rätsel ist. Aber am ende zählt wohl, dass ich einfach nur telefonieren kann 
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NGN bedeutet in der Praxis, dass man nahe der Festnetzanschlussdose ein weiteres schwerfälliges "Kastl" an die wand dübeln muss. In diesem Kastel wird der Schall aus deinem Telefon aufwendigst x-mal hin und her transformiert und schliesslich mit zittriger Zeitlage (Jitter), u.U. schwer beherrschbaren Echos und bisweilen vielen subtilen Qualitätseinschränkungen (z.b. verlängerte Laufzeit der Sprache von bis zu einigen hundert Millisekunden) übertragen, was dazu führt dass sich die Gesprächspartner am Ende eines Satzes unwillkürlich gegenseitig ins wort fallen oder drauflosreden, weil sie die Stille nicht als technisch bedingt sondern als "Ladehemmung" des gegenübers deuten.
Das ganze letztlich nur, weil etliche alternativen Gesellschaften scheinbar nicht die "ganze" Leitung von der Telekom mieten (und bezahlen) wollen, sondern nur eine Hälfte des Signalspektrums (line sharing) und dann die Sprache ins Internetband hineinverpacken.
Das ist für mich, wie wenn ein Ehepaar in ein nobles Restaurant geht, und der Mann bestellt für beide eine einzelne Bratwurst und für seine Gattin nur ein zweites Gedeck.
Mit NGN wirst du wenn du schreibst du willst einfach dein gigaset anschliessen und telefonieren, nicht allzu zufrieden sein.
Zwei Beispiele:
Als hier in der Stadt der Strom ausgefallen war, fiel das Internet bei einer Kabelgesellschaft aus und die betroffenen Kunden konnten ca. 5 Stunden lang, auch als der Strom längst wieder da war, nicht telefonieren, da das Telefon bei diesem Anbieter ebenfalls NGN-mässig realisiert war und die Zentraltechnik nach dem Stromausfall nicht richtig bootete.
wenn nur bei dir zuhause der Strom ausfällt, kannst du ebenfalls nicht telefonieren, wenn du nicht in ein USV-Zusatzgerät ("Netzunabhängige Stromversorgung") investierst, da das 'NGN-Kastl' ein extra Steckernetzteil für 230 Volt braucht. Der Telekom-Analoganschluss dagegen wird seit jeher von der Vermittlungsstelle aus mit 42 - 60 Volt ferngespeist.
Das praktische Handling, die intuitive Bedienbarkeit, der zeitsparende Verbindungsaufbau, die unmittelbarkeit des Gesprächserlebens eines klassischen (analogen) Festnetzanschlusses, wie es ihn fast nur noch bei der Telekom gibt, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. nicht zuletzt auch die Unabhängigkeit von der eigenen Stromversorgung! dies auch ein ökologischer Aspekt, da Steckernetzteile in Deutschland bekanntlich den Strom zweier ganzer Kernkraftwerke verbraten. Der klassische Festnetzanschluss dürfte hier unerreicht billig sein. Wird nicht telefoniert, ist der Ruhestrombedarf praktisch Null. (gilt nur bedingt für schnurlos-telefone).
grüße
c.s.