Es eine Frage der Qualität der angebotenen Leistung!
In den 90er Jahren gab es gewisse Kontroversen zwischen den Vertretern verschiedener digitaler Übertragungstechniken (u.a. ATM), wobei genau diese Verzögerungen das Thema waren.
Die Verzögerung beeinträchtigt nämlich bereits ab dem niedrigen dreistelligen Millisekundenbereich die unbewusst wahrgenommene Verständigungsqualität und je näher sie an eine Sekunde kommt umso eher unterstellt man zum Beispiel dem Gesprächspartner "nicht auf Draht", oder "langsam von Begriff" zu sein.
Besonders ärgerlich ist, dass sich all diese Verzögerungen kumulieren, und im Gegensatz zu den 70er Jahren, wo noch eine überschaubare Anzahl von Akteuren eine einheitliche Netzplanung mit definierten Güteparametern betrieben hat, der Konsument heute mit seinen berechtigten Ansprüchen keinen richtigen Ansprechpartner hat und die Tk-Unternehmen ausschliesslich die in diesem Sinne sehr schlechte digitale Vermittlungstechnik anbieten.
Verzögerungsfreie Echtzeitübertragung lässt sich prinzipbedingt am besten mit hochentwickelter Analogtechnik bereitstellen. Wie die Lemminge hat die Tk-Branche sich aufs Digitale verlegt, mit einer Reihe weiterer negativer Randerscheinungen (z.B. für die Privatsphäre.)
Meines Erachtens kostet das Umwandeln mit hoch komprimierenden Codecs in den Endgeräten die meiste Zeit (und auch Energie und somit CO2-Emissionen) und damit Verzögerung. Umsetz- und Umschaltverzögerungen im Netz danach SOLLTEn eigentlich kaum eine Rolle spielen, tun es aber wohl dennoch, weil die Unsitte Sprachdaten nicht über dezidierte Leitungswege sondern zusammengepanscht auf IP-Netzen (wie VoIP, obwohl für leitungsbasierte Verbindungen kassiert wird) zu befördern um sich greift und für das Paketieren / Depaketieren der Datenpakete ja logischerweise immer gewartet werden muss bis die zb. 1536 Bytes eines einzelnen Sprachdatenpakets komplett eingetroffen sind.
Bei Auslandsgesprächen kommt die Verzögerung auf Satellitenstrecken dazu.
Momentan würde ich wenn niedrige Verzögerungen qualitätsrelevant sind folgendes empfehlen:
- das Festnetz zu benutzen, und hier
- durch CbC-Vorwahlen versuchen "bessere" Anbieter fallweise auszuwählen (solche mit niedrigster Verzerrung und Verzögerung);
- weil im Festnetz im Idealfall kein Codec verwendet wird
- falls doch mobil telefoniert werden soll: kein zu neues Handy und nicht unbedingt UMTS, weil hier auch sehr stark "packende" Codecs zum Einsatz kommen.