Beiträge von Carponaut_Stefan

    war das zufällig hier ? ;)


    Die beiden 'Boten' sollen laut einer der o.g. Quellen nicht mit dem D-Zug , sondern - nach Umstieg - von einem winzigen Nahverkehrsbahnhof mit dem Bummelzug nach Chiasso gefahren sein.


    Aktualisierung Samstag 13.6.09:
    Die Sächsische Zeitung meldet:


    Staatsanleihen echt

    Zitat


    Chiasso - Zumindest ein Teil der Anleihen im Wert von 96 Milliarden Euro, die zwei Männer über die italienischen Grenze in die Schweiz schmuggeln wollten, ist wahrscheinlich echt. Das erklärte ein Vertreter der italienischen Finanzpolizei Como am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zu dem Fund gehören zehn sogenannte Kennedy-Bonds zu je einer Milliarde Dollar (715 Millionen Euro) und 249 US-Staatsanleihen mit einem Nennwert von je 500 Millionen Dollar (rund 358 Millionen Euro)
    ...
    „Was die Echtheit der Kennedy-Bonds angeht, haben wir noch Zweifel, aber die US-Staatsanleihen im Wert von rund 358 Millionen Euro scheinen glaubwürdig. Sie sind aus Filigranpapier von ausgezeichneter Qualität“, erklärte Oberst Rodolfo Mecarelli. Außerdem liege den Papieren eine umfangreiche Bankdokumentation im Original bei (..)

    (eigene Hervorhebung)


    Quelle

    Die Uhrzeiten der einzelnen (o.g.) Beiträge:
    IbTimes.de gestern um 18.27
    FTD Deutschland heute um 13:05 Uhr, sueddeutsche.de um 17:47 Uhr, Focus online um 18:01 Uhr, Welt.de um 18:12 Uhr, stern.de um 19:36 Uhr


    Wahrscheinlich kamen wegen Eisenbahnerstreik die ersten Exemplare von "Il Giornale" vom 6. Juni erst heute nachmittag in Deutschland an und mussten in aller Eile ins Übersetzungsbüro gebracht werden ;)


    Interessant ist folgende Bewertung auf


    http://log.handakte.de/25201/j…iarden-dollar-schmuggeln/


    Zitat

    Gegen eine Fälschung spricht, dass Anleihen mit so hohen Nennwerten normalerweise nur unter Zentralbanken gehandelt werden, und die Papiere laut Angaben der Zollbehörde sehr echt aussehen und außerdem eine Bankdokumentation beilag. Die Papiere ließen sich also nur an die Zentralbank oder Großbanken verkaufen, wo bei einem 500 Millionen Dollar Papier wohl selbst eine sehr gute Fälschung auffallen würde. Aber auch eine echte Anleihe lässt sich wohl schwer am Bankschalter einlösen. Es stellt sich dann die sehr große Frage, in wessen Auftrag die beiden Männer unterwegs waren und zu welchem Zweck, insbesondere im Hinblick auf die derzeitigen Diskussionen um die Staatsanleihenschwemme und zukünftige Reservewährungen .


    Weitere Aspekte:


    • Die einzige Quelle die eine Fälschung für wahrscheinlich erachtet ist laut Wikinews "Joe Weisenthal of The Business Insider" und der wird mit dem Wort "speculates" eingeleitet - also Spekulation.
    • Welt.de meint, es spräche vieles für die Echtheit und nennt dazu die Bankbegleitpapiere.
    • Welt.de behauptet aber auch, es hätte von Entdeckung am 3.Juni bis zum 11.Juni keine Berichterstattung gegeben. Ob das so richtig ist, wenn auf Wikinews "Il Giornale" vom 6.Juni erwähnt ist?

    Also mit Verlaub, dann taugt er nichts.


    Also wenn der Stahl nicht magnetisch sau hart ist, wenn der nicht "bei drei" mit einem Dutzend Kilotonnen Haftkraft am Hubmagneten bombenfest dranklebt, dann handelt es sich wahrscheinlich um billiges Weicheisen - Imitat, vermutlich aus China ....


    Stainless steel without magnetism sucks completely :flop: :(

    Möglicherweise ist das aber (Privatverkauf) der einzige Standpunkt der aus Sicht der japanischen Notenbank Sinn ergäbe bzw. Gesicht wahren lässt.


    Übrigens gab es während der Asienkrise 1997 ein ganz ähnliches Szenario, nur unter anderen Vorzeichen.


    Es gab im Zuge des Angriffs auf die thailändische Währung ein riesiges Überangebot an thailändischem Baht auf den Devisenmärkten, weil Händler in großem Stil Leerverkäufe tätigten. Um die Käufe dann tatsächlich abzuwickeln, musste echtes Geld her.


    Die thailändische Notenbank versuchte das zu unterbinden:


    Zitat

    Bangkoks Polizeichef jagte seine Truppen in ausländische Brokerhäuser, die im Verdacht standen, mit Gerüchten die Spekulation anzuheizen. Finanzaufseher machten Druck auf Banken, die Hintermänner der größten Baht-Verkäufer herauszurücken. Als das nicht half, führte Notenbanker Rerngchai seine schwerste Waffe ins Feld: Am 15. Mai zwang er die Geldinstitute in Bangkok, keine thailändische Währung mehr an Ausländer auszugeben.


    Das führte zu grotesken Vorgängen, die man zuletzt ähnlich bei den VW-Leerverkäufen des A. Merckle erlebt hat, nur dass es hier um Währungen statt um Aktien ging:


    Zitat

    Die Order sorgte für Wut und Panik unter den Spekulanten. Angelockt von dem Verkaufssturm und der Aussicht auf schnellen Gewinn, hatten viele Zocker Baht gegen Dollar verkauft - ohne die thailändische Währung schon in den Händen zu halten. Als sie wenige Tage später ihre Verpflichtungen aus den Tauschkontrakten erfüllen mußten, kamen sie plötzlich nicht an die Thai-Währung heran. Die Zinsen für den Baht schossen auf über 1000 Prozent, der Wechselkurs jagte in die Höhe, statt zu sinken - wer kurzfristig spekuliert hatte, verlor Millionen.


    Und da mussten auch "berittene Boten" mit Köfferchen her, weil die bargeldlose Beschaffung von Baht plötzlich zum Problem geworden war:


    Zitat

    In den nächsten Wochen versuchten Spekulanten, auf allen erdenklichen Wegen die Blockade zu umgehen. Der thailändische Zoll griff Geldboten auf, die Landeswährung kofferweise ins Ausland schmuggeln wollten . Einige Unternehmen ließen sich auf Scheingeschäfte ein und zahlten Baht auf fingierte Rechnungen.


    Wie gesagt, damals waren andere Vorzeichen.

    Wenn die nach rund einer Woche immer noch Wertpapiere (valori [?]) heissenden Stücke bundesdeutsche Staatsanleihen wären, wäre es da verwunderlich wenn hessische, schwäbische, bayerische und niedersächsische Experten in jedes sich bietende Mikrofon raunten, die Echtheit wäre nicht erwiesen? ;)


    EDIT:
    Fragen:
    wie kommt eigentlich Otto Normal-Tunichtgut an die Druckstöcke von Staatsanleihen, deren Auflage so gering ist wie ein echter Dalì-Holzschnitt ?


    und warum müssen die angeblichen Original-Falsifikate aufwendig / riskant über die Grenze geschafft werden wenn es bei einem angeblichen Falsifikat auch erstmal als PDF ginge?


    Anmerkung: die Telekom-Aktien haben keinen Nennwert. Wurde damals abgeschafft. Mich hat das auch gewundert.
    Anmerkung 2: Wie ist das bei Papieren die für Kunden im Depot liegen, die tauchen doch in der Bilanz nicht auf oder?!

    es waren keine Namens- sondern Inhaberpapiere, von daher praktisch wie Bargeld.
    Hellwach (unten): Das mit dem "heimlichen Verkauf durch vorgeschobene Privatpersonen" hat was für sich - so würde es nicht wie ein Startschuss einer Flucht aus dem Dollar aussehen. Zu sagen dass es Fälschungen waren - wieviele Experten gibt es denn, die sowas beurteilen können (ausserhalb Nordamerikas)

    Es geht nicht darum dass du ein Krokodil bist, das wollte ich nie sagen, sondern dass du in diesem Falle eigentlich nur "Krokodilstränen" vergießen kannst - keine echten Tränen also.


    (Sofern die beiden in irgendjemandes Auftrag unterwegs waren. Wenn sie auf eigene Rechnung gefälschte oder gestohlene Wertpapiere mitführten, dann gilt die Posträuberromantik wieder).


    Lichterglanz, danke für den Link! ob da jetzt Versuche laufen das ganze herunterzureden, nachdem eine Nachrichtensperre bestanden hatte? Warum eigentlich Nachrichtensperre ?