Beiträge von speakers

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    Original geschrieben von Boogieman
    freiereder
    Warum hälst Du das hier für den falschen Vertriebsweg?
    Ich halte diesen Vertriebsweg genau für den richtigen, da hier Handy-Freaks sind und für diese das ganze interessant sein könnte.


    Ohne jetzt vorgreifen zu wollen, vermute ich, dass er wahrscheinlich eine 0190 Faxabrufnummer bevorzugen würde. :D

    Ok ganz so naiv wie Dein vorletzter Beitrag mir erschein scheinst Du in der Tat nicht zu ... :)


    "das zeigt die Groteskheit des ganzen Landes" hatte ich zwar nicht geschrieben, aber wenn ein Volk, das auf den Mond fliegt, Arnold Scharzenegger zum Gouverneur wählt, drängt einem unbedarften Europäer dieser Anschein nicht ganz unvermittelt auf. Da ich aber einige Amerikaner persönlich sehr gut kenne, würde ich selbst dies außerdem natürlich nie so direkt und pauschal sagen :D Moore unterscheidet meiner Ansicht nach bewusst nicht und setzt voll auf Konfrontation, was ja auch mehr oder weniger aufgeht.


    Das Thema Waffengesetze ist ja das zentrale Anliegen von Moore. Auf der einen Seite zeigt er eine Bank die Waffen verschenkt und auf der anderen Seite die gesicherten Reihenhäuser einer Vorstadt.


    Ob nun die Waffengesetze die Wurzel des Problems sind, darüber kann man streiten. Ein bischen wie Henne und Ei... Offensichtlich fehlt Teilen der amerikanischen Gesellschaft jedoch die erforderliche Sensibilität bei diesem Thema. Das Gesetz zwingt diese Bank jedenfalls nicht, Waffen zu verschenken. Gesetze werden von gewählten Volksvertretern gemacht und sind immer auch ein Sinnbild der Gesellschaft selbst. Ich denke erst wenn "der" amerikanischen Gesellschaft in Punkto "Umgang mit Schusswaffen" ein Licht aufgeht, werden die Gesetze geändert. Moore bietet genügend Stoff zur Diskussion. Ob "die" Amerikaner sie bewusst führen, wage ich zu bezweifeln.

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    Original geschrieben von xoduz
    Na und? Selbst wenn Munition mit ausgeteilt würde - ein Gewehr unter den Augen des Bankangestellten zu laden, dauernd länger, als die Pistole aus der Tasche zu ziehen.


    Zur Satire gehört selbstverständlich Abstraktionsvermögen. Ohne dieses dürfte es in der Tat sehr schwer fallen, den Film auch nur im Ansatz zu verstehen.


    Mein Tipp für Dich:


    Was machen die Daltons mit einem Gewehr in einer Bank, wenn Ihnen Luke die Colts abgenommen hat?


    Versuche Dir mal vorzustellen Du wärst von Beruf Bankkaufmann. Du sitzt jeden Tag am Schalter und bist mit den Auszahlungen/Einzahlungen beauftragt. Du bist keine 12 Jahre sondern ca. 45 Jahre alt und reich an Lebenserfahrung. U.a. hast Du bereits einen bewaffneten Banküberfall erlebt. Es ist also ein rein fiktives Beispiel. Versuche aber einfach mal, Dich in eine solche Person hineinzuversetzen.


    An einem Montag gehst Du wie immer ins Büro. Es ist Teambesprechung und die Geschäftsleitung teilt Dir mit, dass im Rahmen einer Marketingaktion Gewehre an Kunden verschenkt werden.


    Ich vertrete im Gegensatz zu Dir die Auffassung, dass es moralische Grenzen und Werte gibt. Mr. Beinhart Xoduz, dem diese aus mir unerfindlichen Gründen scheinbar abhanden gekommen sind, würde sagen so what! Haben wir eben einen Kunden mehr, auch wenn er zukünftig nicht mit seinem Konto sondern mit einem Gewehr vor meinem Schalter stehen könnte.


    Wäre ich dieser Bankkaufmann, würde ich meinem Cheffe vorschlagen, die Aktion zu überdenken und dafür den Neukunden evtl. bessere Konditionen o.ä. anzubieten.


    Moore verdeutlicht meiner Meinung nach in sehr trivialen Beispielen das Bizarre und Irrwitzige in dieser Welt. Es sind z.T. auch Beispiele, die keinen besonders hohen IQ erfordern. Das ist Absicht. Das Bedenkliche an diesen Beispielen ist aber gerade das Gedankenlose und die Plumpheit der handelnden Personen. Diese kann man nicht dem Filmemacher Moore zuschreiben, er dokumentiert sie. Der Film zeigt in meinen Augen eine äußerst bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung in "Schnappschüssen", die sich u.a. auch in einer "na und" bzw. "so what" Haltung artikuliert.


    Die Einseitigkeit der Filme macht sie interessant. Sie konfrontieren. Man diskutiert über sie und bezieht Position. Dies ist mit Deiner "Na Und" Haltung natürlich nur bedingt möglich, weshalb Dich der Film offensichtlich ja auch nicht angesprochen hat. Positiv finde ich es dennoch, dass Du für Dich eine Erklärung suchst.

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    Original geschrieben von xoduz
    Ich kapiere das Problem an dem Gewehr als Werbegeschenk nicht. In einem Land, in dem Waffen normal sind - weshalb nicht so herausgeben?
    Denn es wird ja niemand eine Waffe aufgezwungen bekommen, der keine will. Im Gegenteil, jemand wird ein Konto eroeffnen, weil er eine will. So gesehen also ein ganz normaler Kauf - Leistung (Ware = Gewehr) gegen Geld (= Einlage).


    Weiter?


    nun ja, wenn man bedenkt, dass Bankangestellte i.d.R. hinter schusssicheren Scheiben sitzen. Mir fallen da spontan z.B. die Daltons aus Lucky Luck ein...

    Um mal ein Beispiel aus dem Film zu bringen:


    Die Szene als Moore in der Bank ein Gewehr geschenkt bekommt als er ein Konto dort eröffnet, fand ich persönlich einfach genial. Grotesker kann ein Angebot einer Bank einfach nicht sein.


    Ich kann dagegen allerdings relativ wenig mit Helge Schneider oder mit Rudi Carell und seinem Team "Sieben Tage - sieben Köpfe" anfangen. Die Geschmäcker sind eben verschieden - und das ist gut so :)

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    Original geschrieben von Chevygnon
    Tja, und ich bin dabei eingeschlafen...


    Ich denke Du bist vermutl. mit den falschen Vorstellungen/Erwartungen in den Film gegangen. Satire in Watte verpackt gibt es nicht.


    Und noch etwas: vielleicht ist Dein Urteil über den Film auch auf Deine REM-Phase zurückzuführen. Wenn man schläft, verpasst man manchmal etwas... ;)

    Ich denke die "Wahrheit" gibt es nicht. Das beste Beispiel hierfür ist doch die offizielle Kriegsberichterstattung des Pentagon selbst. Es gibt allenfalls unterschiedliche Betrachtungswinkel. Moore überspitzt in seinen Filmen maßlos und genau das macht sie interessant. Würden seine Filme nicht polarisieren, hätten sie auch nicht mehr die erwünschte Schockwirkung. Man diskutiert über sie. Ich glaube dafür sind die Filme ganz gut.


    Allein die Comicszenen in "Bowling for Clumbine" sind doch Indiz genug, dass es hier nicht um eine politisch korrekte oder gar wissenschaftliche Beweisführung geht. Der Film bedient Klischeevorstellungen en masse. Aber ein Stück Wahrheit steckt auch in diesen - und deshalb "lachen" ja auch alle über diese Art von "Dokumentarfilmen". Wenn einem dabei gelegentlich das Lachen im Hals stecken bleibt, dann bei der Konfrontation mit dem gesellschaftlichen mainstream.


    Mir hat der Filme jedenfalls zu Denken gegeben - und zwar in jeder Hinsicht. Ich glaube allerdings auch nicht, dass er für die Zielgruppe der 0815 RTL Konsumenten gedreht wurde.

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    Original geschrieben von BigBlue007
    Er ist ein polemischer Dummschwätzer, der im Grunde genommen überhaupt keine politische Meinung hat. Vielmehr gehts nur um reine Selbstdarstellung. Auf die Fahne wird geschrieben, was halt gerade passt... ;)


    "Bowling For Columbine" oder seine Meinung zu Bush und zum Irak-Krieg - da mag überall was Wahres dran sein, aber von ihm ist es halt wirklich nur platte Polemik - mehr nicht. Und mehr soll es wahrsch. auch nicht sein.


    Ich glaube kaum, dass es die Intention eines Filmes wie "Bowling For Columbine" sein kann, sich im Stile einer wissenschaftlichen Arbeit dem Thema zu nähern. Moore benutzt das Groteske als Stilmittel. Er hält uns in gewissem Sinne den Spiegel vor das Gesicht und dokumentiert das Zeitgeschehen. Das dieses im Fall des Irak-Krieges in den USA bekanntlich nicht sonderlich reflektiert war, kann man kaum Moore als Dokumentarfilmer vorwerfen.


    Unserer Zeit kommt eben nur noch die Satire bei. Betrachtet man die Entwicklung im Irak etc. sehe ich weniger ein Problem in der "Niveaulosigkeit" eines Filmemachers, sondern die der Politik bzw. der Gesellschaft - und nur diese hat Moore in Bild und Ton festgehalten.

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    Original geschrieben von Joe2
    Aber wenn wir auf die Ebene hinuntergehen, dann kommen ganz neue Aspekte dazu ...


    Was ist denn an diesen Punkten neu :confused: Ich kenn jetzt die Lage in Hessen nicht im Detail, aber in BW wird gerade alles gestrichen, was nicht im Trend liegt.


    Außerdem: was hilft mir ein BWL-Lehrstuhl mehr, wenn die übrigen fünf schon nicht funktionieren. Ok dann sind die Theologen weg :D aber der Gesellschaft oder den Studenten bringt es vermutlich genausowenig.


    Das System UNI ist meiner Meinung nach marode. Den Profs dieser Generation fehlt nicht nur der Kontakt zur Wirtschaft sondern auch der Bezug zum Leben. Leistungsdruck ist selbst für die BWL-Profs ein Fremdwort. Also bei mir bekannten Instituten haben die Profs durchweg den kürzesten Arbeitstag. Wobei das jetzt keine pauschale Professorenschelte sein soll. Die Univerwaltung ist auch übel.

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    Original geschrieben von Joe2


    Sorry, aber ich versteh' das Problem nicht...


    Jetzt mal einfach formuliert: zahlst Du beim Aldi Eintrittsgeld? Es ist meiner Meinung nach nicht nachzuvollziehen, wofür die Studenten derzeit Geld bezahlen sollten, wenn keine "Verkäufer" da sind. Wenn Gebühren eingeführt werden sollen, dann muss dafür aber auch eine Gegenleistung her - und die wird es nicht geben. Ist eigentliche dieselbe Diskussion, wie sie derzeit auf allen finanzpolitischen Ebenen abläuft.