Über drei Millionen Schweden und Dänen ohne Strom
23. September 2003 Für mehr als drei Millionen Schweden und Dänen ist am Dienstagmittag die Stromversorgung komplett zusammengebrochen. In Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen und der schwedischen Großstadt Malmö fiel am frühen Nachmittag plötzlich der Strom aus.
In Schweden und Dänemark fielen Ampelanlagen aus, die Lichter in Geschäften und Gebäuden erloschen, zahlreiche Menschen strömten ins Freie. Der gesamte Bahnverkehr war lahm gelegt. Auch die Verbindungen nach Deutschland waren betroffen. Die Öresundbrücke zwischen Schweden und Dänemark wurde geschlossen. Auch das Internet in der Region war gestört. Der Ausfall setzte die U-Bahn außer Betrieb und zahlreiche Menschen steckten in Fahrstühlen fest.
Am Nachmittag begann sich die Lage allmählich zu normalisieren. Auf dem Flughafen Kopenhagen-Kastrup war der Betrieb vollständig eingestellt, wurde dann aber langsam wieder aufgenommen.
Ausfall in einem Atomkraftwerk
Die Ursache für den großen Stromausfall in Schweden und Dänemark liegt nach dänischen Rundfunkberichten wahrscheinlich in einem schwedischen Atomkraftwerk. In dem Kernkraftwerk Oskarshamn seien gerade Arbeiten am Netz im Gange gewesen. Zwei Blöcke des Atomkraftwerks mit einer Gesamtleistung von über 2000 Megawatt lieferten seit Mittag keinen Strom mehr, wie die Betreiber Sydkraft und Vattenfall mitteilten. Rund zehn Prozent des gesamten Stroms Schwedens wird in den drei Blöcken Oskarshamns produziert. Eine Stromverbindung zwischen Dänemark und Deutschland sei zuvor wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet worden.
Die Mitarbeiter der Energiegesellschaft Svenska Kraftnät arbeiteten mit Hochdruck daran, die Versorgung wieder herzustellen. Dazu sollte das Stromnetz im Süden schnellstmöglich an die Kraftwerke im Norden angebunden werden. Zur Behebung des Schadens müsse mit mehreren Stunden Wartezeit gerechnet werden.
Von dem Stromausfall sind in Schweden zwei und in weiteren Teilen Dänemarks eineinhalb Millionen Menschen betroffen. Außer auf Seeland ist der Strom auch auf der beliebten Ferieninsel Bornholm in der Ostsee sowie auf Lolland-Falster ausgefallen. In Schweden ist die gesamte südliche Hälfte bis knapp 150 Kilometer südlich von Stockholm betroffen.
Text: Cop