ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von Charlie_D
Gehts meinem Chef gut, gehts mir auch gut. Klar, der Unternehmer zahlt sich meist (nicht immer !!!) mehr als seinen Angestellten, aber die Frage ist doch auch warum. Z.B. wegen des höheren Risikos. z.B. wegen der Bankkredite, die er im Nacken hat, und die ihn bei Insolvenz privat killen. Oder auch 1000 andere Sachen, die der normale Angestellte (logischerweise) nicht hat.
Ich brauche z.B. in meinem Betrieb keine Gewerkschaft.
Ich fordere sehr viel von meinen Angestellten, auch z.B. eine sehr grosse Produkt- und Firmenloyalität.
Wenn was fertig werden muss, dann gibts halt auch mal die 70 Stunden Woche. Zum vordergründig gleichen Lohn. Allerdings seh ich dann auch so Sachen wie "heute ist schönes Wetter, meine Arbeit krieg ich auch so fertig, ich bleib heute zuhause" auch nicht so eng. Da wird nicht immer gleich ein Urlaubstag abgezogen.
Auch wenn alle mal wieder richtig rangeklotzt haben, gibts halt auch mal ne richtig wüste Grillpartie im Sommer oder(wenn der Auftrag wirklich fett war) mal ein paar Hunderter Prämie.
Mit dem System hab ich annähernd keine Kranktage (nur, wenn mal jemand WIRKLICH krank is)und absolut hochmotivierte Mitarbeiter.
Mit der Denk- und Arbeitsweise der Gewerkschaften wäre sowas aber niemals vereinbar.
Komm ich mit meiner FIrma irgendwann mal in eine Mitarbeiterzahl, wo ne Angestelltenvertretung unumgänglich wird, krieg ich und meine Angestellen, denen das System ja so auch gefällt, ein Problem !
Und das ist einfach falsch.
Gruesse
Charlie
Nunja, das mit dem großen Risiko und den 70 Wochenarbeitsstunden passt dann aber auch nicht mehr. Ein Risiko bestünde evtl., wenn man einen neuen Mitarbeiter einstellt und Cheffe in der Aquise des Folgeauftrages dann halt doch nicht so gut ist, wie ursprünglich geplant.
Sonderlich motivieren würde es mich auch nicht, jede Woche 70 Stunden zu arbeiten und als Bonus am WE mit Cheffe grillen zu dürfen...
Wer bestimmt denn in euerer Firma wo die Grenzen sind?
Problematisch ist dies meiner Ansicht nach insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber meint, nach freiem Ermessen über die Arbeitszeit seiner Angestellten verfügen zu können und darüber nicht Buch geführt wird. Im Einzelfall mag dies evtl. funktionieren. Letztlich basiert ein Angestelltenverhältnis auch auf gegenseitiger Verantwortung. Man hat sich schließlich beim Vertragsabschluss geeinigt, für eine Anzahl von X Std die Summe X zu auszuzahlen. Wenn es dann im Gusto des Arbeitgebers liegt für X*2 Std die Summe X am Monatsende zu bezahlen, ist das für meiner Meinung nach schon bedenklich - es sei denn das wird im Vertrag auch so festgehalten. Wenn man sehr eng in eine Firma involviert ist und auch mitentscheiden und Verantwortung tragen darf, geht das evtl. in Ordnung. Für einen Fließbandarbeiter ist sowas auf Dauer aber nicht akzeptabel.
Wenn die Formel "weniger Arbeit = mehr Lohn" nicht funktioniert, dann ist die Formel "mehr Arbeit = weniger Lohn + wie Cheffe meint" auch nicht das gelbe vom Ei. Flexibilität kann und muss von einem Arbeitnehmer gefordert werden, für eine Bratwurst kann das aber ein Arbeitgeber auch nicht verlangen.;)