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Original geschrieben von censtar
So, ich hab zwar nur die ersten zwei Seiten gelesen, aber ich will hier auch mal meine Meinung zum Thema zum Besten geben.
1. Jemand erwähnte hier das in CZ befindliche AKW "Temelin". Das AKW wurde von deutschen Ingenieuren mitentwickelt und entspricht europäischen Normen, nur weil auch ein bisschen russische Technik verbaut ist, macht vor allem die österreichische Presse einen riesen Wind darum.
Soweit ich informiert bin hat Siemens eifrig mitgewerkelt. Europäische Normen aufzustellen ist die eine Seite, sie einzuhalten eine andere.
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2. Kohle und Öl wird bald alle sein. Klar, 80 Jahre wird das schon noch reichen, aber dann? Es gibt einfach keine Möglichkeit, wirtschaftlicher Energie herzustellen als unter Ausnutzung der Atomkraft.
Uran ist ebenfalls ein endliches Produkt. Deshalb ja auch die "super" Idee mit dem schnellen Brüter. Ist Atomkraft wirtschaftlich? Mich würde da mal die Quelle interessieren.
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- Beispiel Windräder:
Total unwirtschaftlich, nicht verlässlich, hohe Wartungskosten und verschandeln die Umgebung. Wenn die Bundesregierung aufhört die Windkraft so stark zu subventionieren, werden die Windräder wieder abgebaut werden.
Total undiffernzierte Vermutung! Es kommt ganz einfach auf den Standort an! Ab 5m/s ist mit einem wirtschaftlichen Betrieb zu rechnen. Es ist außerdem nicht das Ziel einer WKA ein Grundlastkraftwerk zu ersetzen. Das mit der Subventionierung kann ich ehrlich gesagt nicht mehr hören. Energiegewinnung wird immer subventioniert - egal ob Atomstrom Kohle, Wind oder Solarzellen.
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- Beispiel Solarzellen:
Brauchen in der Herstellung mehr Energie, als sie in Ihrer Gesamtlebenszeit wieder "freigeben" können.
Stell sie halt in die Sonne, evtl wirds was draus.
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- Beispiel Brennstoffzelle:
Stromerzeugung durch den "Knallgaseffekt". Allerdings ist mindestens die selbe Energie wieder Notwendig, umd Sauerstoff und Wasserstoff wieder zu trennen, also muss die zuzuführende Energie auch woanders herkommen.
Keine Sorge mit der Brennstoffzelle wird auch nicht versucht ein AKW zu ersetzen. Es wird einfach ein anderer Energieträger verwendet um auch zukünftig mobil sein zu können.
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3. AKWs sind generell ne sichere Sache, wenn da nur ne Wasserleitung ein Leck hat, die mit der Atomschmelze und mit Strahlung rein gar nichts zu tun hat, werden die Dinger bereits runtergefahren. Wenn einem Techniker in nem AKW ne Schraube runterfällt, erfährt man davon schon in den Nachrichten. Totale Panikmache.
Sind das jetzt alle Argumente die für den Betrieb eines Akws? AKws können meiner Meinung nach nur sicher sein, wenn Sie sicher betrieben werden. Dies setzt Kontrollen voraus. Ich empfehle dir mal die Lektüre der Störfallberichte, evtl siehst Du das dann mit der Schraube und dem Techniker anders.
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4. Die Entsorgungsfrage: Was spricht gegen die Lagerung des Atommülls in stillgelegten Salzbergwerken bis eine endgültige Entsorgungmethode gefunden ist? Diese ist sicher, und ich sehe keine andere Verwendungsmöglichkeit dieser unterirdischen Hohlräume.
Das Salz hydroskopisch ist weist Du? In welchen Behältern die Brennstäbe gelagert werden wirst Du vermutlich ebenfalls wissen. Der Begriff Korrosion ist Dir bekannt. Wie lang die Strahlung anhält, habt Ihr in Physik bis zum Abwinken berechnet. Das die Strahlung mutagen ist weist Du aus Bio. Warum ist, die Lagerung Deiner Meinung nach dann sicher?
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Durch den Ausstieg aus der Atomenergie hat die Rot-Grüne Koalition (hinter der ich sonst voll und ganz stehe) einen Riesenfehler begangen. Mein Vater arbeitet im Energiesektor und weiss daher was läuft, Frankreich baut linksrheinisch schon neue AKWs um in Deutschland mit billigem Atomstrom Gewinne einzufahren. Denn mit Kohle, Gas, Wind und Sonne kann man auf die Dauer keine konkurrenzfähigen Preise anbieten.
Keine Sorge. Der Ausstieg in den nächsten 30 Jahren aus politischen Gründen ist gar keiner. Die Akws wurden ursprünglich für eine 60 jährige Betriebsdauer gaplant. Stahlbeton hat eine Lebensdauer von rund 70 Jahren je nach Belastung. Wenn Du ein neues Akw möchtest, schlage bitte einen neuen Standort in Deutschland vor...
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Und die, die gegen Atomstrom sind, sind doch die ersten, die sich den billigen Yello-Strom holen....
Ich hoffe, dass diese Entscheidung zurückgenommen wird, da Deutschland sonst wirklich ins Hintertreffen geraten könnte.
Sicherlich bringt die Atomkraft Nachteile mit sich, potentielle Gefahren, und ist mit vielen Ängsten behaftet, aber sie ist das beste, was wir derzeit kennen. Wenn mir jemand eine Möglichkeit zeigt, wie man das Energieproblem ohne Atomkraft dauerhaft (!!!) lösen kann, bin ich der erste, der sich überzeugen lässt.
Radioaktivität ist keine potentielle Gefahr sondern eine reale. Wka aus Deutschland sind inzwischen ein Exportfaktor. Das Energieproblem wird sich auch mit Atomstrom nicht "dauerhaft" lösen lassen. Wer das glaubt gibt sich Illusionen hin oder denkt nicht über seine Generation hinaus. Ein Deutscher benötigt etwa soviel Energie wie 15 Inder. Meiner Meinung nach beginnt die Lösung des Energieproblems im Kopf. Wenn man begriffen hat, dass Uran nicht die Lösung der Energieprobleme auf der Welt bedeutet, wird es vielleicht einfacher sich der Frage grundsätzlich zu nähern:
Forschung auf dem Bereich regenerativer Energien erhöhen.
Altbausanierung, Energiesparhäuser usw., usw.
Wenn man sich überlegt was dahinter auch für ein wirtschaftliches Potenzial steckt, dann sehe ich nicht so schwarz wie es manche Atomkraftförderer an die Wand malen.