Beiträge von MTT

    Das kann ich Dir beantworten:


    Neben freiwilligen Zusatzleistungen, die die Kasse gewähren kann (von sinnvollen Dingen wie Akupunktur
    bis zur Bachblütentherapie :D ), gibt es eine breite Grauzone an Leistungen, die nicht per se im Leistungskatalog der GKV verankert sind.


    Diese Leistungen (z.B. bestimmte Operationen oder Therapien, etwa bei Krebs etc.) muß der Versicherte individuell bei seiner Kasse beantragen. Und hier gibt es enorme (!) Unterschiede. Manche Kassen lehnen prinzipiell erst einmal alles ab, manche Kassen entscheiden nur über den MDK (med. Dienst der Krankenkassen), manche aber auch individuell im Einzelfall im Rahmen ihrer eigenen Entscheidungs- und Kulanzrahmen.


    Hierbei kann sich der Versicherte natürlich auf bereits erfolgte Gerichtsurteile in ähnlichen/gleich gelagerten Fällen berufen, die Kasse muß sich allerdings nicht daran halten, sondern kann den Versicherten auf den Rechtsweg verweisen, was jahrelange Sozialgerichtsverfahren zur Folge haben kann (wobei es Kalkül einiger Krankenkassen ist, zu hoffen, dass sich das Problem auf "biologische Weise" von selbst erledigt :rolleyes: ).


    Und hier soll niemand sagen, daß er nicht einmal in die Lage kommen kann/wird, so etwas zu beantragen.



    Ich habe meine extrem negativen Erfahrungen mit der Barmer in dieser Hinsicht bereits gemacht und habe mir geschworen, nur noch bei einer Krankenkasse versichert zu sein, die nachweisbar in Einzelfällen fair und kulant entscheidet und sich nicht hinter dem MDK oder einer angeblichen Rechtslage versteckt, die nicht existiert.



    Merke: Nicht der billigste Beitragssatz ist das entscheidende Kriterium, sondern die Leistungsbereitschaft der Kasse im (ggf. nicht leistungskatalog-gedeckten) Ernstfall.
    Hier ist intensive Recherche nötig, um sich ansatzweise eine Meinung über das Leistungsverhalten einer Kasse bilden zu können. Dabei ist günstig nicht gleich "generell ablehnend", teuer nicht "generell zustimmend". Das wäre auch zu einfach.




    :) MTT :)

    Ich bin sogar der Meinung, dass dieser unsägliche Gesundheitsfonds, den Ulla Schmidt & Konsorten* zusammengeschustert haben, für eine deutliche Verschlechterung der Leistungsmentalität bei den Krankenkassen und damit für Verschlechterung bei den gesetzlich Versicherten sorgen wird.



    Weshalb?


    Nun, nehmen wir zunächst Kassen, die heute einen Beitragssatz von weit mehr als 14,2% (potentieller Einheitssatz) haben. Sie sind auf den Mehrbeitrag angewiesen, den sie einfordern können - der aber auf max. 1% des Bruttoeinkommens gedeckelt ist.
    Es wird sicher Kassen geben (und Experten prognostizieren bereits zahlreiche Insolvenzen defizitärer Kassen), die selbst mit dem Mehrbeitrag nicht auskommen werden. Die Folge werden rigorose Einsparungen bei den Leistungen an die Mitglieder sein - geltendes Recht hin oder her. Das Mitglied kann ja Widerspruch einlegen oder vors Sozialgericht gehen. :rolleyes:


    Die Folge: Die Mitglieder stehen gelackmeiert da und müssen ihr Recht auf Leistungen notfalls individualrechtlich durchsetzen.


    Die Kasse wird notfalls sicher im eigenen Mitarbeiterapparat einsparen, Niederlassungen (falls vorhanden) schließen und im worst case Insolvenz anmelden.



    Aber auch für die andere Seite sehe ich ein ähnliches Szenario:
    "Billigkassen" können zukünftig nicht mehr optisch attraktiv mit einem günstigen Beitragssatz werben, sondern müssen Bares winken lassen ("Kommen Sie zur IKK Direkt - 250€ im Quartal sicher!" o.ä.).
    Da diese Barauszahlungen natürlich einkommensabhängig sind, muß die Billigkasse nach außen dennoch einen "lohnenden" Betrag anbieten - sonst kommt schließlich niemand mehr.


    Die Folge: Auch hier wird an den Leistungen gespart werden, um das Neukundengeschäft zu subventionieren. Könnte einen glatt an den Mobilfunkbereich erinnern... :rolleyes:
    Das Mitglied steht auch hier wiederum schlechter da als heute - wenn auch meiner Meinung nach besser als bei einer "Beinahe-insolvent-Kasse".



    Mein Fazit: Wenn es mit dem deutschen Gesundheitssystem ab 2009 wirklich so laufen wird, dann gute Nacht. Die ganze Geschichte wird auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden, und diejenigen, die eigentlich davon profitierten sollten, werden (wieder einmal?) die Leidtragenden sein, die für ihr Recht kämpfen müssen.




    :) MTT :)





    *Nein, ich glaube nicht, dass eine reine SPD oder reine CDU-Regierung Besseres hervorgebracht hätten. :rolleyes:

    Ich kann nach wie vor nur die WGV empfehlen,
    die einerseits günstig ist, andererseits meinen Rechttschutzfall schnell und ohne Probleme abgewickelt und bezahlt hat. :)


    Zudem läßt sich der Mieterrechtsschutz für ~30€ hinzubuchen,
    was ich in der heutigen Zeit für jeden Mieter beinahe für obligatorisch halte. ;)



    EDIT: Zudem kann die WGV erst bei mehr als 2 Rechtsschutzfällen pro Jahr kündigen, was dem Versicherten eine gewisse Sicherheit gibt. Bei "billigen" Versicherungen kann oft schon nach dem 1. Rechtsschutz-Fall gekündigt werden. Daneben gibt es hier den "Stichentscheid", der dem "Schiedsentscheid" immer vorzuziehen ist.



    :) MTT :)

    Du darfst nicht vergessen, dass es dann aber Ab- und Zuschläge geben wird - sprich: Die "Billigkassen" können ihren Mitgliedern entsprechende Beträge rückerstatten, wenn sie besonders wirtschaftlich gearbeitet haben.


    Auf der anderen Seite werden Kassen, die mit dem Beitragssatz nicht klarkommen, den entsprechenden Zuschlag in maximaler Höhe verlangen, also die Mitglieder zusätzlich schröpfen. ;)




    :) MTT :)

    Ok, bei der freiwilligen Versicherung ist das was anderes...


    DU mußt entscheiden, was Du für welche Gegenleistung zahlen möchtest. Entscheidungshilfe gibts u.a. bei krankenkassenforum.de oder anderen Seiten. Bilde Dir Dein eigenes Urteil - Warnungen gibt es auf den diversen Seiten genug. ;)



    :) MTT :)

    Dein Alter war mir bei Deinem Nick schon klar... :D



    Kommt ja drauf an, wo Du wohnst (Bundesland) -
    in Sachsen kann man die IKK Sachsen mit 11,9% (!) relativ vorbehaltlos empfehlen (dort ist mein bester Freund Mitglied mittlerweile).


    Ich selbst bin bei der BKK Mobil Oil mit 12,9% aus den schon genannten Gründen. Unter den günstigsten Kassen im unteren Drittel habe ich diese KK genommen, da sie nachweislich (mir bekannte Fälle) sehr kulant in Fällen entscheidet, die nicht über den normalen Leistungskatalog abgedeckt sind. Und das kann auch in jungen Jahren (bin auch noch halbwegs jung :D ) relevant sein.


    Ich war auch bei der Barmer (14,5% !) und habe den Saftladen für immer und ewig verlassen. ;)


    Bei 12,9% ist die Ersparnis von 1,6% immer noch sehr gut, wie ich finde. :)




    :) MTT :)