Zitat
Original geschrieben von astro73
Mal wieder ein schönes Beispiel, wie jeder Statistik zu seinem Zwecke nutzt.
Da gibts hier eine Menge Beispiele 
Die Anhänger der CDU/CSU sagen: "Wir haben gewonnen und einen klaren Regierungsauftrag."
-> Sie haben (rechnerisch) "gewonnen", weil Sie die höchsten Prozentpunkte haben. Das ist nun mal so, auch wenn einige sie zu Verlierern erklären wollen, weil sie das gesteckte Ziel nicht erreicht haben. (Bayern gilt auch mit einem Punkt Vorsprung als Meister, auch wenn das erklärte Ziel 10-Punkte Vorsprung war
).
-> Sie haben "verloren", weil sie nicht so die Regierung bilden können, wie sie wollten. Und einen "klaren" Regierungsauftrag sehe ich in keinster Weise. Wenn der so klar wäre, gäbe es nicht diese Verwirrung.
Die Anhänger der SPD sagen: "Wir haben "gewonnen", weil unsere Verluste nicht so hoch sind wie angenommen."
-> Das stimmt, die Verluste waren höher prognostiziert. Aber wer (rechnerisch) nur Zweiter wird und nicht mehr in der alten Konstellation regieren kann, der hat erstmal verloren.
Die Grünen sagen: "Ein tolles Ergebnis, es waren viel höhere Einbrüche zu erwarten."
-> Frage mich wo ein tolles Ergebnis ist, wenn man gegenüber der letzten Wahl 0,5%-Punkte verloren hat und man (vorläufig) abgewählt ist.
IMO gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nur zwei Gewinner: das sind die FDP und die Linken. Die FDP, weil sie massive Zuwächse bekommen hat; die Linken, weil sie nicht mehr auf die drei Direktmandate im Osten angewiesen sind, um in den Bundestag einzuziehen. Zudem sollte die CDU/CSU/FDP mal einen Dankesbrief an Lafontaine schreiben. Ohne ihn hätte die SPD IMO vor der CDU/CSU gelegen...
Alle anderen sollten IMO erst mal die "Füsse still halten", vielleicht mal in sich kehren und diese kategorische Ablehnung von irgendwelchen Koalitionen mit anderen sein lassen. Wenn die Parteien den Wählerwillen wirklich so "respektieren" (einer der Ausdrücke, die ich nicht mehr hören kann, weil es eine dümmliche Phrase ist), dann ist es deren Aufgabe sich mit allen Parteien zusammen zu setzen und Lösungen zu suchen: Lösungen für eine Regierungsbildung und vor allem Lösungen für die Probleme in Deutschland. Alles andere, was zur Zeit abläuft ist Parteienproporz und Machtspielerei.
Wenn diese Aufgabe erfüllt wird, erst dann wird der (eigentliche) Wählerwille respektiert (
). Und auch erst dann wird sich zeigen, wer der wirkliche Verlierer und Gewinner dieser Wahl ist.