Und verliert bitte nicht aus den Augen wer uns die Suppe eingebrockt hat: Vatter Staat, nicht umsonst waren die Lokführer Beamte. Der Staat wollte "normale" Arbeitnehmer mit allen Pflichten und eben auch Rechten.
Der Lokführerberuf ist äußerst unbeliebt, deswegen auch die akute Personalknappheit. Da hätten die Unternehmen schon vor langer Zeit gegensteuern können, mit besseren Arbeitsbedingungen und Einkommen. Stattdessen wurde immer weiter gegängelt, Freifahrten weg, Anforderungen rauf, Flexibilität, aber auf der "Gebenseite" durch die Unternehmen: nix. Und nochmal, schenkt den Arbeitsbedinungen Aufmerksamkeit, dort drückts am meisten!
In der aktuellen Situation sind die Lokführer Mangelware, also hoch nachgefragt. Der Markt beginnt zu regeln: Nachfrage treibt "Preis/Ansprüche". Wieso sollten Lokführer da anders denken als andere Fachkräfte!? Ich nehm einen Lokführerarbeitsplatz erst wieder an, wenn sich bei mir ein Unternehmen meldet, welches entsprechende Arbeitsbedingungen bietet.
Eines Tages verschwindet die Berufsgruppe der Lokführer, ebenso wie Taxifahrer, Piloten, Busfahrer... Dann sind wir aber aller Wahrscheinlichkeit nach die Kassierer und Verkäufer schon lange los. Automatische Fahrsysteme gibt's bald 30 Jahre, aber genauso lange wirds noch dauern bis der Wandel komplett vollzogen ist.
Solange wir kein landesweites, geschlossenes System haben gilt: Wie der Onkel da im Zug heißt ist völlig Wurst, er wird da sein, die Arbeit erledigen und sein Geld bekommen.