VR-Banken
Ja, wir alle, die hier lesen und schreiben sind schon verwöhnt von gratis Giros, gratis Bank- und Kreditkarten, gratis Geldautomatenabhebungen weltweit und Tagesgeldkonten mit einigermaßen vernünftigen Zinsen. Mansche Banken suggerieren in der Werbung, dass jeder der Kontogebühren zahlt, etwas doof ist. Das Internet ist auch hier zum Selbstläufer geworden und der Banken-Wettbewerb ist angeblich in Deutschland am härtesten.
Die Geschäftspolitik der VR-Banken ist sehr unterschiedlich. Hier bietet eine etwas größere VR-Bank auch kostenlose Giros an. Einzige Bedingung ist, dass man keine Überweiungen am Schalter abgibt, sondern online oder an den Terminals in der Filiale bucht. Bei dieser VR-Bank führe ich ein Vereinskonto und ein Sparkonto mit 0,1% Zinsen. Trotz der niedrigen Zinsen hat die Bank vermutlich nicht viel daran verdient. Allerdings wird von dieser Bank und von der Sparkasse gerne eine Veranstaltung oder ein Verein gesponsert. Man muß sich schon fragen, ob das die Aufgabe einer Bank ist. 
Die Dividende wird nur bezahlt, wenn die Genossenschaft einen Gewinn gemacht hat. Außerden ist es haftendes Eigenkapital und im Insolvenzfall ist das Geld weg, da es eine nachrangige Forderung ist. Für dieses erhöhte Risiko ist die bessere Verzinsung durchaus angemessen. Dieses Jahr habe ich festgestellt, dass einige Genossenschaften die Dividende von 4 auf 3% gesenkt haben, da die Ertragslage schlechter geworden ist. Eine hat sogar von 4 auf 2% gesenkt!
Vor ca. 25 Jahren war es gerne gesehen, wenn jemand Anteile kaufte, denn aufgrund geänderter gesetzlicher Bestimmungen wurde immer mehr Eigenkapital benötigt. Deshalb ärgert es mich jetzt schon, wenn ich hinausgekündigt werde, weil der Bank die Dividende jetzt zu teuer ist. OK, durch frühere Fusionen habe ich z. T. 1000 - 3000 € Anteile bei einer Bank. Neukunden, die weitere Geschäfte dort machen, können jetzt nur 500 € oder noch weniger in Anteilen investieren. Vermutlich hat auch das die Banker geärgert, vor allem, wenn diese weiterhin 5% Dividende zahlen.
Die Haupteinnahmequelle ist/war bei Banken die Zinsdifferenz zwischen Soll- und Habenzins. Da diese immer kleiner wird, müssen die Banken sparen und neue Einnahmequellen erschließen. Gerne werden Bausparverträge verkauft, obwohl hier sogar die Abschlußgebühren die geringen Zinsen in den 7 Jahren übersteigen. Selbst wenn man die WoBau-Prämie mit einrechnet, ist die Rendite sehr gering. Eigentlich ist das eine Fehlberatung, aber das wird in Kauf genommen, um den Gewinn zu steigern.
Nachdem kleine Geschäftsstellen geschlossen wurden, haben Banken hier eine fahrbare Zweigstelle angeschafft. Jetzt werden die keinen Orte min. 1 - 2 mal pro Woche angefahren. Das reicht für die älteren Leute, um Geld zu holen. Es gibt Lösungen, man muß sie nur suchen. 